Kay Rothenpieler warnt: Hildesheim „ein Brocken“

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Jan Brosch wird dem ASV am Dienstag gegen Hildesheim fehlen.

HAMM - Nein, von Rechenspielen hält Kay Rothenpieler überhaupt nichts. Auch den Blick auf die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga erklärt der Trainer des ASV Hamm-Westfalen für seine Schützlinge zum Tabu.

Dass den Tabellenfünften derzeit nur vier Zähler von einem Aufstiegsplatz trennen, interessiert den Coach momentan herzlich wenig. „Wir sollten uns nicht ablenken lassen von irgendwelchen Dingen. So reif sind wir noch nicht“, sagt Rothenpieler. „Wir sind immer dann gut, wenn wir den Fokus nicht verlieren, wenn wir uns auf den Punkt genau auf das nächste Spiel konzentrieren.“

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Das wartet schon am Dienstagabend (19.15 Uhr), wenn Abstiegskandidat Eintracht Hildesheim in der Westpress-Arena antritt. Viel Zeit blieb damit nicht, um die verdiente 29:32-Niederlage in Eisenach aufzuarbeiten.

Allerdings genug für Rothenpieler, um auf die entscheidenden Defizite hinzuweisen. Mehr Mut, mehr Entschlossenheit als beim Auftritt in Thüringen wünscht sich der Coach wieder, mahnt eine größere Kompaktheit und mehr Aggressivität an.

„In Eisenach hat uns in der Deckung etwas der Rhythmus gefehlt, wir haben auf den Halbpositionen nicht gut gedeckt. Auch im Angriff brauchen wir wieder mehr Struktur. Daran müssen wir eher arbeiten als uns über irgendetwas anderes Gedanken zu machen“, sagt Rothenpieler, der sämtliche Nebengeräusche ausblenden und die Sinne seiner Akteure für das nächste Etappenziel schärfen will.

„Wir haben jetzt drei Heimspiele, die wir alle gewinnen wollen“, so der Coach mit Blick auf die Aufgaben gegen Hildesheim, Großwallstadt und Rimpar.

Dass die Auseinandersetzung mit der Eintracht die vermeintlich leichteste der drei Aufgaben ist, weist Rothenpieler zurück. Allein die personelle Situation spricht dagegen. Neben Marian Orlowski, Fabian Huesmann (beide Kreuzbandriss), Jakob Macke (an Flensburg ausgeliehen) und Julian Possehl (Außenbandriss) fehlt nun auch Jan Brosch (Innenbandverletzung und Bluterguss im Knie). „Sein Einsatz wäre zu riskant“, sagt Rothenpieler, der davon ausgeht, dass er auf den mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Lemgoer Georg Pöhle zurückgreifen kann.

Unabhängig von sämtlichen Unwägbarkeiten im eigenen Team warnt der Coach eindringlich vor den Niedersachsen. „Du darfst dir in dieser Liga keine Nachlässigkeiten erlauben“, sagt Rothenpieler. „Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte.“

Die der Hildesheimer ist die eines Teams, das mit dem Rücken zur Wand steht, das im Abstiegskampf jeden Zähler benötigt und entsprechend agieren wird. Und das über zwei Akteure verfügt, die zusätzlich motiviert sein dürften. Andreas Simon und Matthias Struck waren bis zum Ende der vergangenen Saison noch im Hammer Osten aktiv.

„Das hat natürlich immer noch ein besonderes ‘Geschmäckle’, wenn alte Bekannte zurückkehren“, sagt Rothenpieler, der nach der Addition aller Faktoren das Fazit zieht: „Da wird einiges auf uns zukommen. Das wird ein Brocken.“

Weshalb Rothenpieler hofft, dass sein Team zur bewährten Mischung aus Lockerheit, Begeisterung und höchster Konzentration zurückfindet, die den ASV zuletzt so oft ausgezeichnet hatte. Trotz der Niederlage in Eisenach steht eine Serie von 26:6 Punkten zu Buche.

Und beim Kräftemessen mit dem Bundesliga-Absteiger sei auch nicht alles schlecht gewesen, betont der Trainer, der vor allem die Moral seiner Mannschaft hervorhob. Die müsse sich nun wieder auf ihre Stärken besinnen, müsse wieder das alte Selbstbewusstsein demonstrieren. „Wir wollen zu unserer Sicherheit zurückfinden“, sagt Rothenpieler. „Wir sind stark. Und wir wissen, dass wir das zu Hause auf die Platte bringen können.“ - fh

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