Handball

Dramatische Szenen im Handballderby zwischen Hagen und ASV Hamm-Westfalen

VIel Kampf an alter Wirkungsstätte: Jan von Boenigk
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Viel Kampf an alter Wirkungsstätte: Jan von Boenigk.

Dramatik pur im Handball-Derby der zweiten Bundesliga: Am Ende jubelte der ASV Hamm-Westfalen in letzter Sekunde über einen 31:30 (18:17)-Sieg beim Nachbarn VfL Eintracht Hagen.

Als Pouya Norouzinezhad nach der Schlusssirene zum finalen Siebenmeter der Partie zwischen dem VfL Eintracht Hagen und dem ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga zum letzten Duell des Abends antrat, steuerte das Derby vor 1029 Zuschauern auf seinen dramatischen Höhepunkt zu: Schütze oder Torwart? Das Duell sollte entscheiden über Freude und Enttäuschung. ASV-Keeper Felix Storbeck hatte zuvor seinen Platz für Jan Wesemann geräumt. Und als der den Ball des Hagener Schützen an die Latte gelenkt hatte, brach ein Orkan der Freude auf Hammer Seite aus. Selbst Geschäftsführer Thomas Lammers stürmte auf Wesemann zu, der gerade den 31:30 (18:17)-Erfolg des ASV festgehalten hatte.

Ein wenig fühlte sich die Hammer Delegation bei Ankunft in der Hagener Krollman Arena wie bei einem Klassentreffen. Die Spieler untereinander kannten sich sowieso, im Hagener Umfeld waren zudem mit Geschäftsführer Fynn Holpert und Handball-Abteilungsleiter (Amateure) Sebastian Schneider zwei Offizielle, die ebenfalls eine intensive ASV-Vergangenheit besaßen. Doch spätestens mit Anpfiff der Partie mussten alle Freundschaften ruhen.

Während sich ASV-Keeper Vladimir Bozic erst gar nicht umzog („Ich habe eine Zerrung in der Wade, hoffe aber, im nächsten Spiel wieder dabei zu sein.“), war der werdende Vater Jan Brosch nach der Pause von Bietigheim wieder im Kader – allerdings auf Abruf. Denn der Nachwuchs des Kreisläufers ließ noch immer auf sich warten. Der wie Abwehrstratege Markus Fuchs weiter verletzte Sören Südmeier hatte daher die Aufgabe, sich um Broschs Handy zu kümmern.

Feiern durfte dagegen Marian Orlowski: Er wurde am Freitag 29 Jahre alt. Die Kerzen auf seinem imaginären Geburtsagskuchen versuchten die Hagener allerdings gleich zu Beginn mit aller Macht auszublasen. Die Gastgeber legten einen 3:0-Start hin, profitierten dabei davon, dass der ASV, wie zuletzt in Bietigeim, den Start einfach verschlief. Zwei klare Chancen blieben ungenutzt, Felix Storbeck im Tor kam zu Beginn nicht an den Ball – und jedes Mal, wenn die Gäste sich gerade anschickten, den Fehlstart auszubügeln, legte Hagen wieder nach.

So geschehen beim 4:3-Zwischenstand, als es schien, dass der ASV nun Zugriff zur Partie bekommen würde, Fabian Huesmann aber den Siebenmeter zum möglichen Ausgleich vergab und die Gastgeber anschließend wieder auf 9:5 wegzogen (13.).

Erneut kämpfte sich Hamm heran, musste Hagen aber nach dem 11:9 (13.) wiederum ziehen lassen, dessen Torhüter Mark Grzesinski die bis oft dato zu unplatzierten Würfe der Gäste reihenweise abwehrte (15:11/23.).

Doch anders als in Bietigheim blieb der Tabellendritte dieses Mal dran. Nach einem Team-Timeout von Lerscht wirkte die Mannschaft nun entschlossener – vor allem im Abschluss blieb Grzesinski jetzt meist zweiter Sieger – auf der anderen Seite war Storbeck jetzt voll im Spiel, nahm den Hausherren gleich mehrere Bälle weg. Und als Benjamin Meschke in der 28. Minute einen Tempogegenstoß ins Netz hämmerte, lag der ASV ertmals in dieser wilden Partie vorne (15:16).

Auch von dem erneuten Konter der Hausherren ließ sich Hamm jetzt nicht beirren. Meschke zum 17:17 – Storbeck mit einer weiteren Parade und Huesmann vom Siebenmeterstrich: Der ASV ging mit einer kaum für möglich gehaltenen 18:17-Führung in die Halbzeitpause.

Der frühere Hagener Jan von Boenigk legte zum 19:17 für die Gäste nach. Dann schlug Hagen – begünstigt durch zwei Hammer Lattentreffer – zurück.

Es blieb hektisch in der Hagener Arena, in der die Gäste auch den nächsten Rückschlag wegsteckten. Nach dem 22:24-Rückstand (45.) legte das Lerscht-Team vier Treffer in Folge zur eigenen 26:24-Führung hin – und als Torhüter Jan Wesemann in dieser Phase gleich mit seiner ersten Aktion einen Siebenmeter gegen den früheren ASVer Valentin Schmidt parierte, waren die Hammer Spieler auf der Bank lauter zu hören als die Fans der Gastgeber.

Doch es blieb eng bis zum Ende. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Jan-Lars Gaubatz glich in der 58. Minute zum 30:31 aus, Dani Baijens traf für den ASV. Dann kam der große Moment von Jan Wesemann.

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