Handball

Dramatik pur in der Partie zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und EHV Aue

Bani Baijens ASV Hamm-Westfalen.
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Dani Baijens

Ohne Dramatik geht es nicht: Lange sah es so aus, als könnte der ASV Hamm-Westfalen in der Partie der 2. Handball-Bundesliga gegen den EHV Aue als Sieger von der Platte gehen. Dann sorgte der letzte Wurf von EHV-Akteur Aki Egilsnes ins Hammer Tor für den 24:24 (12:12)-Endstand.

Der EHV Aue hatte sich nach der 28:32-Niederlage zum Saisonauftakt gegen Tusem Essen mit einem 26:24-Erfolg beim VfL Lübeck-Schwartau freigeschwommen und die Antennen bei den ASV-Spielern sensibilisiert. Die hatten ihrerseits während der Trainingswoche an der desaströsen ersten Halbzeit aus Essen zu knabbern. Immerhin hatte das Team nach 1:11-Rückstand noch Moral bewiesen und am Ende beim 26:29 sogar noch für Spannung gesorgt.

In Essen gefehlt hatte verletzungsbedingt Jan Brosch, der pünktlich zum Heimspiel gegen den EHV aber wieder auf dem Spielberichtsbogen stand - und in gewohnter Position auf dem Feld. An der Schwere der Aufgabe änderte das allerdings nichts: „Welches Spiel in der Liga ist nicht auf Augenhöhe?“, hatte ASV-Coach Michael Lerscht im Vorfeld der Partie noch gefragt und damit angedeutet, dass er mit einem engen Match rechnen würde.

Dass es genau das zumindest bis zur Halbzeit war, bewies der 12:12-Zwischenstand. Allerdings hatten es die Gastgeber im ersten Durchgang zuvor mehrfach versäumt, den Vorsprung, den sie fast über die gesamte Spieldauer bis dahin innehatten, deutlich zu gestalten. Das Team zeigte sich auf die 5:1-Deckung, die der EHV zu Beginn praktizierte, gut vorbereitet. Lerscht ließ mit Sören Südmeier und Dani Baijens beide Gestalter beginnen, um mehr Spielwitz auf die Platte zu bekommen.

Erstmals erarbeiteten sich die Gastgeber dann einen Zwei-Tore-Vorsprung nach acht Minuten (6:4). Und als Matej Mikita per Gegenstoß nach 21 Minuten auf 9:6 stellte, schien das Lerscht-Team das Geschehen auf dem Feld im Griff zu haben.

Als Aue dann jedoch nach einem Team-Timeout seine Abwehr auf 6:0 umstellte (24.), lief für die Hausherren nicht mehr viel zusammen. Nur zwei Treffer durch Marian Orlowski gelangen noch zur Pause. Und als Baijens Sekunden vor der Halbzeitsirene einen Angriff zu überhastet abschloss, nutzte Kevin Roch den folgenden Konter, um zum 12:12 auszugleichen. Die Partie begann wieder von vorne.

Nach der Pause lieb es eng. Bis zur 40. Minute gelang es keinem Team, sich ein Puffer zu erarbeiten. Auf Hammer Seite war es in der Phase vor allem Jan von Boenigk, der sein Team im Spiel hielt. Auf der anderen Seite ließ sich Aue nicht abschütteln, glich stets wieder aus und überstand auch eine Unterzahlsituation.

Als dann Vladimir Bozic seinen zweiten Siebenmeter der Partie hielt und damit die Führung der Gäste verhinderte, verpassten es die Hammer zunächst erneut, die Gunst der Stunde zu nutzen, als sie gleich mehrfach versäumten, nachzulegen. Doch auch den Gästen gelang in dieser Phase wenig - so ging es mit einem 18:18-Zwischenstand in die letzten 15 Minuten.

Nach 49 Minuten war es dann doch soweit: Der ASV spielte einen Angriff perfekt aus, und Baijes vollendete. Der Zwei-Tore-Vorsprung war erstmals wieder hergestellt. Und die Gäste nahmen prompt eine Auszeit. Auch, weil ihnen in den elf Minuten zuvor nur ein Treffer gegen die nun gut postierte Hammer Abwehr gelungen war.

Nach einer weiteren Bozic-Parade stellte Jan Pretzewofsky den Vorsprung per Tempogegenstoß auf drei Treffer. Und als sich Aues Sebastian Parachiv nach dem ersten Feldtor von Fabian Huesmann eine Zeitstrafe einhandelte, sah es vier Minuten vor dem Ende wieder sehr gut für die Gastgeber aus (23:20).

Aue kam noch einmal zurück zum 23:23, ehe Pretzewofsky erneut vorlegte, Baijens ein Stürmerfoul zog und Lerscht 21 Sekunden vor dem Ende seine letzte Auszeit nahm. Sieben Sekunden vor dem Ende traf von Boenigk zwar, die Schiedsrichter entschieden jedoch auf Schritte - der Gast nahm die Auszeit und kam mit der Schlusssirene zum Ausgleich.

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