Leichtathletik

DM-Bronzemedaille für Linn Kleine

Linn Kleine gewann die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft..
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Linn Kleine gewann bei der deutschen U23-Meisterschaft in Mainz Bronze.

Große Freude bei Linn Kleine. Die 20-jährige Hammerin gewann bei der deutschen U23-Meisterschaft in Mainz die Bronzemedaille über 10000 Meter und qualifizierte sich für die U23-EM in Norwegen.

Mainz – Wenn sich die Hammer Leichtathletin Linn Kleine auf ihre Wettkämpfe vorbereitet, ist das Lackieren ihrer Fingernägel in den Farben ihres Trikots am Abend vor dem Rennen mittlerweile zu einem kleinen Ritual geworden. So hielt sie es auch vor den deutschen Langstrecken-Meisterschaften, die an diesem Wochenende unter strengen Corona-Maßnahmen in Mainz ausgetragen wurden. Rot ist die Farbe der LG Olympia Dortmund, für die sie startet. Entsprechend hatte sich Kleine für rot entschieden. Am Ende hätte auch Bronze sehr gut gepasst: Denn diese Farbe trug die Medaille, die das Langstrecken-Talent nach dem 10 000-Lauf in der U23 mit nach Hause nahm.

Da die 20-Jährige damit ganz nebenbei gleich in ihrem ersten 10 000-Meter-Rennen und in ihrem ersten U23-Jahr auf der Bahn auch bereits die Qualifikation für die U23-Europameisterschaft im norwegischen Bergen (8. bis 11. Juli) geschafft hat, war die Freude entsprechend groß. „Seit dem Lauf steht mein Handy nicht mehr still. Ich bin sehr dankbar für all die Glückwünsche. Es ist schön zu sehen, dass sich so viele Personen mit mir über diese Leistung freuen“, freute sich Kleine über den Erfolg in einem Rennen, in dem ausschließlich Kaderathletinnen mit doppelt negativem Coronatest startberechtigt waren. „Ich kann mein Glück kaum fassen. Nach so langer Trainingspause aufgrund meiner Verletzung im Jahr 2020 und all den Zweifeln, bin ich stolz, endlich wieder an alte Leistungen anknüpfen zu können.“

Dass ihre Zeit im Rennen sogar noch deutlich besser war, als ihr bisheriger persönlicher Rekord, den sie erst vor wenigen Wochen mit 36:00 Minuten bei einem Straßenlauf in Berlin aufgestellt hatte, hätte sie sich im Vorfeld selbst nicht zugetraut. „Das war sogar besser, als ich es mir vorgenommen hatte“, sagt die Hammerin, die in 34:19,42 Minuten gleich eineinhalb Minuten schneller war als ihre bisher beste Marke. „Natürlich hatte ich das im Training schon angetestet, wie schnell es gehen kann. Aber im Wettkampf ist das doch noch etwas ganz anderes. Da müssen viele Faktoren stimmen.“

Und die stimmten in Mainz. Es war relativ windstill, trocken, nicht zu kalt. „Und viele meiner Konkurrentinnen wollten ebenfalls die EM-Norm von 34:35 Minuten laufen“, erzählte Kleine. „Das hat gepasst, so dass ich mich einfach nur bei den anderen reinhängen konnte.“


Da laut Ausschreibung der U23-Wettbewerb in das Frauen-Rennen integriert war, ging Kleine gemeinsam mit den älteren deutschen Top-Athletinnen an den Start. Und während sich die Spitzengruppe mit fünf Läuferinnen um die spätere Deutschen Meisterin Rabea Schöneborn (32:55,96) und ihre Zwillingsschwester Deborah (33:02,87) schnell vom restlichen Feld abgesetzt hatte, hielt sich die Hammerin in der zweiten Gruppe lange im hinteren Feld auf. „Ich habe mich bewusst zurückgehalten, wollte auf gar keine Führungsarbeit machen“, erklärte sie ihren Rennplan. „Zumal ich ja auch gesehen habe, dass die Zeiten stimmen.“

Schlussspurt 500 Meter vor dem Ziel

Vor dem Ziel zog sie dann den Spurt an, „weil ich neben der EM-Norm jetzt auch noch die Bronzemedaille gewinnen wollte“. Das gelang: Kleine ließ Lisa Oed aus Hanau im direkten Duell keine Chance und sicherte sich Platz drei der U23-Wertung hinter der enteilten Siegerin Eva Dietrich (Kassel/33:39,31) und Blanca Dörfel (Berlin/33:54,69). „Dadurch, dass ich mich 9,5 Kilometer zurückgehalten habe, war am Ende noch Luft bei mir vorhanden“, sagt Kleine. „Daher bin ich optimistisch, dass ich noch schneller laufen könnte.“

Ihr größtes Ziel, die EM-Teilnahme, hat sie somit erreicht. Und auch in Norwegen dürfte sie in ihrer aktuellen Form nicht chancenlos sein. Doch zunächst einmal steht Regeneration mit lockeren Einheiten, Physiotherapie und viel Schlaf auf dem Trainingsplan. „Leider hat mein erster 10 000-m-Lauf auf der Bahn auch seine Spuren hinterlassen“, sagte Kleine. „Die Heimreise trete ich mit offenen Knien und Schienbeinen sowie blutigen Zehen an. Aber das war es wert. Ich bin optimistisch, dass sich alles in den nächsten Tagen erholen wird.“

Jetzt wird Kleine versuchen, auch die DM-Norm über die kürzere 5 000-Meter-Strecke zu knacken. Nach der Deutschen Meisterschaft (5./6. Juni) geht es dann direkt ins Höhentrainingslager nach St. Moritz. Und auch für die EM in Bergen hätte die Hammerin mit den 5 000 Metern gern noch ein zweites Standbein in Form einer erfüllten Norm. Die Bronzemedaille von Mainz dürfte dabei im Training eine willkommene Motivationshilfe sein, auch „wenn ich es sehr schade finde, dass es aufgrund der Corona-Bedingungen keine Siegerehrung gab. Der feierliche Moment hat mir schon ein wenig gefehlt.“

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