Eishockey

Diskussionen um Regionalliga-Zukunft: "So nicht überlebensfähig"

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Auf die Fans können sich die Hammer Eisbären verlassen: Der Schnitt pendelte sich in der laufenden Saison bei knapp über 500 Zuschauer ein.

Eisbären-Trainer Ralf Hoja hatte schon vor dem Saisonstart darauf hingewiesen: „In dieser Form ist die Eishockey-Regionalliga nicht überlebensfähig.“ Der Coach der Hammer muss sich nach Abschluss der Vorrunde bestätigt sehen.

Hamm - Nach dem Rückzug der Soester Bördeindianer sorgt die Vorrunde mit nur sieben Vereinen für Langeweile. Das Interesse der Zuschauer sinkt, die Unzufriedenheit bei den Verantwortlichen wächst. Die Prognose für die kommende Spielzeit sieht nicht besser aus. Zudem wurde parallel zum Liga- und Pokalalltag auch der neue Inter-Regio-Cup gestartet, der gemischte Reaktionen auslöst.

Statt der bisherigen zehn Teilnehmer gingen in dieser Spielzeit nur sieben Teams an den Start. Um die Vereine nicht vor finanzielle Probleme zu stellen, wurden weiterhin 24 Vorrundenpartien ausgetragen. Dazu kam, dass nur der Letztplatzierte ausschied.

Das Problem: Bereits Wochen vor Ende der regulären Saison stand der Neusser EV abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Die fehlende Spannung wirkte sich negativ auf das Zuschauerinteresse aus. Immerhin pendelte sich der Schnitt bei den Eisären noch bei knapp über 500 Fans pro Heimspiel ein.

"Notlösung, die keine Wiederholung finden darf"

Es bleibt jedoch nicht nur die Frage nach dem sportlichen Stellungswert der Vorrunde, sondern auch die Ungewissheit, ob die Regionalliga mit nur sieben Teams überhaupt überlebensfähig ist. „Der diesjährige Modus war eine einmalige Notlösung und darf keine Wiederholung finden“, sagt Reiner Merkelbach, Schatzmeister und geschäftsführender Vorstand der Ratinger Ice Aliens. Bei den Hammer Eisbären sieht man die Situation nicht ganz so dramatisch. „Sportlich gesehen waren die Spiele der ersten sechs Mannschaften deutlich spannender als noch in der vergangenen Saison. Dadurch, dass Neuss ergebnistechnisch nicht mithalten konnte, war jedoch leider schnell die Luft raus“, meint Eisbären-Manager Jan Koch.

Eine mögliche Lösung wurde bereits im Sommer gefunden. Um die Diversität der Gegner zu erhöhen und den Wegfall der drei Regionalliga-Teams zu kompensieren, schlossen sich der Eishockeyverband Nordrhein-Westfalen und die BeNe-League zusammen, um den Inter-Regio-Cup auszutragen. Dort trafen ab September sechs Teams der deutschen Regionalliga in Hin- und Rückspiel auf jeweils drei der sechs Vertreter aus Belgien und den Niederlanden. „Der Wettbewerb wurde nach dem Rückzug der Soester EG ins Leben gerufen. Die Spiele waren sportlich interessant und auch die Zuschauer haben das positiv aufgenommen. Zudem konnten wir mal in anderen Hallen spielen“, zeigt sich Koch zufrieden. Anders sieht das Eisbären-Stürmer Kevin Thau: „Der normale Pokalwettbewerb ist mir lieber. Ich denke, ich spreche für die Mannschaft, wenn ich sage, dass der Inter-Regio-Cup nichts außer Verletzte mit sich bringt.“

Ratingen hat verzichtet - und bereut es nicht

Nicht mit von der Partie waren als einziger Regionalligist die Ratinger Ice Aliens. „Wir haben an der Runde nicht teilgenommen, da wir den sportlichten Wert mit Spielen gegen drei aus elf Gegnern nicht gesehen haben. Außerdem war die finanzielle Mehrbelastung aufgrund des geringen Zuschauerinteresses ausschlaggebend für die Absage“, begründet Rainer Merkelbach die Nichtteilnahme. „Diese Entscheidung bereuen wir nicht“.

Der geringe Besuch der Anhänger ist auch den Verantwortlichen der anderen Vereine ein Dorn im Auge. „Das hat uns etwas enttäuscht. Gästefans aus Belgien oder den Niederlanden konnten wir leider fast keine begrüßen“, analysiert Uwe Johann, Vorsitzender beim Herforder EV. Trotzdem wirbt Johann für einen gemeinsamen Wettbewerb: „Man sollte der Zusammenarbeit mehr Zeit geben. Die Teams sind sportlich auf Augenhöhe. Als separater Wettbewerb hat der Cup keine Zukunft, eine gemeinsame Liga wäre für alle eine gute Lösung.“ Wie es in der kommenden Saison weitergeht, wird sich laut Koch frühestens am 8. Februar entscheiden: „Es ist eine Arbeitstagung angedacht, bei der wir uns mit den anderen Vereinen an einen Tisch setzen. Vielleicht gibt es dann erste Tendenzen.“

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