Spitzenduell in der Oberliga

Ex-ASVer Schmidtmeier vor Rückkehr: "Gebe meinem Kind ein Taschentuch mit"

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Szene vor elf Jahren: Dirk Schmidtmeier (rechts) trat als Spieler mit dem SCE Heessen gegen den ASV II an.

Wehmütig blickt Dirk Schmidtmeier auf seine Zeit beim ASV Hamm-Westfalen zurück. Am Samstag kehrt er nach Hamm zurück - allerdings als Trainer des Gegners Auf Tabellenplatz zwei.

Hamm – Mit der B-Jugend des ASV Hamm feierte Dirk Schmidtmeier 1989 die Deutsche Meisterschaft. Später, im Seniorenbereich, kam er meist als Kapitän der Ahlener SG in die Steinhalle, um seinem Ex-Klub in der 2. Liga das Leben möglichst schwer zu machen. 

Das wird er auch am Samstag ab 19.30 Uhr wieder versuchen – dieses Mal als Trainer der Sportfreunde Loxten. Im Spitzenspiel zweier Aufstiegsaspiranten der Handball-Oberliga. „Hamm ist für mich der absolute Favorit in diesem Spiel“, vergibt Schmidtmeier die Favoritenrolle gern und heftig an die Gastgeber. 

Sportfreunde nach "angenehmen Auftaktprogramm" ebenfalls verlustpunktfrei

„Die Mannschaft spielt einen super Handball, hat starke individuelle Akteure in ihren Reihen. Um dort zu gewinnen, müssen wir alles und Hamm nicht alles auf die Platte bringen.“ Nur: Verstecken muss sich sein Team sicherlich nicht, ist es doch der Grund dafür, dass der ASV nicht allein und einsam seine Kreise an der Tabellenspitze zieht. Wie die Hammer (16:0 Punkte) ist auch Loxten bisher verlustpunktfrei durch die Liga gegangen, hat bei 14:0 Zählern allerdings ein Spiel weniger absolviert als die Mannschaft von ASV-Coach Christian Feldmann. Und wie beim ASV steht auch in Loxten die Meisterschaft auf der Agenda. 

„Wir dürfen oder können aufsteigen, das ist aber nicht Ziel und Prämisse“, betont der 47-Jährige. „Und wir hatten ein relativ angenehmes Auftaktprogramm, auch wenn unsere Siege sicher keine Eintagsfliegen waren.“ Mit einem deutlichen Erfolg gegen Bergkamen holten sich die Sportfreunde zuletzt noch das nötige Selbstvertrauen und bewiesen, dass die Chemie in der Truppe intakt ist – trotz der merkwürdigen Entscheidung des Vorstands, der Ende Oktober beschloss, den Vertrag mit Schmidtmeier nach Saisonende nicht mehr zu verlängern. 

Schmidtmeier warnt vor "fürchterlichem Druck"

„Das war am Anfang für mich persönlich nicht so einfach, damit klarzukommen. Vor allem so früh in der Saison kam das überraschend“, gibt der Ahlener zu. „Aber das ist Schnee von gestern. Jetzt will ich das Bestmögliche rausziehen. Und die Mannschaft hat mir signalisiert, dass sie alles gibt – auch für mich. Wir haben eine top Stimmung.“ Die könnte mit einem Sieg beim Dauerrivalen noch ein Stück besser werden. 

Die Vorfreude bei „Schmiddi“ ist jedenfalls groß. „Die Halle wird voll, ich werde viele Bekannte treffen“, sagt er. „Ich habe eine super Jugendzeit in Hamm absolviert, habe viele Freunde da.“ Vor allem vor der ersten und zweiten Welle des ASV warnt Schmidtmeier seine Spieler. „Die gehen mit fürchterlichem Druck auf die Abwehr zu, treffen fast immer die richtigen Entscheidungen“, lobt er den Tabellenführer. 

Regelmäßiger Kontakt zu alten Weggefährten

„Und im gebundenen Spiel kann da jeder entscheidende Aktionen machen.“ Die eigenen Stärken mag er naturgemäß nicht näher erläutern: „Ich glaube, Christian Feldmann kennt unsere Stärken und weiß, worauf er aufpassen muss.“ Gegen ASV-Rechtsaußen Lars Gudat hat er selbst noch gespielt, mit Linksaußen Phil Schrage war er schon zweimal gemeinsam auf einer Mannschaftsfahrt. Und zu ASV-Koordinator Christof Reichenberger, mit dem er 1989 den DM-Titel gewann, hat er ohnehin noch regelmäßigen Kontakt.

 Wetten über das Ergebnis am Samstag abgeschlossen hat er mit ihm aber nicht, und auch eine Prognose für das Spiel will er im Vorfeld nicht abgeben. „Wetten tun wir nur, wenn meine Kinder gegen seine spielen“, sagt er lachend. „Dann gebe ich meinem Kind ein Taschentuch mit – wenn seiner verliert, kann er ihm das geben.“

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