Basketball

Dieser HammStars-Basketballer ist bald Nationalspieler

Jascal Knörig (Zweiter von links) spielt für die HammStars in der 2. Regionalliga mit Hörgerät – und bald auch für die Nationalmannschaft der Gehörlosen.
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Jascal Knörig (Zweiter von links) spielt für die HammStars in der 2. Regionalliga mit Hörgerät – und bald auch für die Nationalmannschaft der Gehörlosen.

Nach dem für das deutsche U 18-Team nominierten Erik Brummert gibt es bald einen weiteren Nationalspieler in den Reihen der Basketballer der TuS 59 HammStars.

Hamm - Eigengewächs Jascal Knörig, der im Sommer aus der Jugendabteilung in das Aufgebot von Headcoach Ivan Rosic für die 2. Regionalliga aufgerückt ist, gehört künftig zum Kader der Nationalmannschaft der Gehörlosen.

„Für ihn ist das eine super Erfahrung und ein tolles Erlebnis“, freut sich Rosic für seinen Youngster, der mit dem Nationalteam an Turnieren im Ausland teilnehmen könnte. „Das wird auch uns etwas bringen, weil er nach solchen Ereignissen mit mehr Erfahrung zurückkommen wird“, betont der Trainer, der auch den Kontakt zur Gehörlosen-Auswahl hergestellt hat.

Hörgerät seit dem dritten Lebensjahr

Dass bei Knörig die Hörfähigkeit eingeschränkt ist, fiel schon auf, als er noch ein Kleinkind war. „Ich habe anfangs nicht alles mitbekommen. Meine Eltern dachten, ich sei eben ein unruhiges Kind, das nicht hören möchte. Als das mit drei Jahren immer noch so war, haben sie mich testen lassen. Es stellte sich heraus, dass ich nicht so gut verstehe. Im Laufe meines Lebens ist es auch noch nicht schlechter geworden“, erzählt der 18-Jährige, der im Alter von drei Jahren Hörgeräte erhielt. Auch sein Bruder ist schwerhörig, beinahe taub. Die Ärzte vermuten, so Knörig, dass das verantwortliche Gen, das nicht funktioniert, bei den Frauen der Familie liegt.

Wenn er seine Hilfsmittel herausnimmt, ist Knörig fast taub. Um sie im Training und bei den Spielen zu schützen, trägt er währenddessen meist ein Stirnband. „Bald bekomme ich aber ein neues Gerät, das ein bisschen freundlicher gegenüber Schweiß ist. Ab und zu hatte ich Ausfälle, dann soll das aber nicht mehr vorkommen“, erläutert der Nachwuchsakteur, der sich durch seine verminderte Hörfähigkeit bei der Ausübung seines Sports ansonsten nicht besonders eingeschränkt fühlt. Und auch die Kommunikation mit dem Team und dem Trainer klappt bestens. „Er hat ja die Geräte“, sagt Rosic – und fügt lachend hinzu: „Ich bin sowieso immer laut, deswegen ist das kein Problem.“ Tatsächlich nimmt Knörig dank der Hörhilfen die Äußerungen seiner Gesprächspartner aber auch dann gut wahr, wenn sie sich in normaler Lautstärke mitteilen.

EM- und WM-Teilnahmen sind möglich

Wann der Hammer erstmals für das Nationalteam der Gehörlosen auflaufen wird, steht noch nicht fest. Er hofft aber, in der im Umbruch befindlichen Mannschaft dazuzulernen. „Die meisten Spieler kommen aus einer ähnlichen Liga wie unserer“, betont Knörig: „Ich hoffe, dass das Niveau hoch ist.“ Sowohl EM- als auch WM-Teilnahmen sind denkbar.

Zum Basketball war er erst mit 13 Jahren gekommen, nachdem er zuvor beim 1. FC Pelkum und SVF Herringen Fußball gespielt und sich als Leichtathlet versucht hatte. Beides gefiel ihm aber nicht. „Meine Mutter hat aber gesagt, so geht das nicht, du musst irgendeine Sportart machen“, schmunzelt der 18-Jährige. 

Er schaute daraufhin beim American Football und beim Handball vorbei. Glücklich wurde er aber erst, als er sich den Basketballern – damals noch im SSV Hamm – anschloss. Unter dem Korb als Center fühlt sich der 2,05-m-Hüne nun passend aufgehoben. „Wenn ich die Gegenspieler auf mich ziehe, versuche ich jemanden zu finden, der gegebenenfalls einen Dreier schießen kann“, beschreibt Knörig seine offensiven Abläufe. „Meine größte Stärke ist aber die Verteidigung, weil ich körperliche Masse mitbringe, die ich dort einsetze“, ergänzt er. Davon wird künftig auch das Gehörlosen-Team profitieren.

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