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Bockum-Hövel hofft nun auf IG-Patzer

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Von: Patrick Droste

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Leon Müsse nimmt gegen die IG Bönen Maß: Der Offensivspieler läuft auch in der kommenden Saison für Bockum-Hövel auf.
Leon Müsse nimmt gegen die IG Bönen Maß: Der Offensivspieler läuft auch in der kommenden Saison für Bockum-Hövel auf. © Liesegang

Bei der SG Bockum-Hövel läuft es derzeit wieder rund. Erst der überzeugende Einzug ins Kreispokal-Finale, am Sonntag der Sieg im Topspiel der Landesliga gegen Spitzenreiter IG Bönen, und jetzt hat auch noch mit Leon Müsse ein weiterer wichtiger Spieler seinen Kontrakt beim Tabellenzweiten um ein Jahr verlängert.

Hamm - Es schwingt schon eine Menge Stolz mit, wenn David Schmidt über das berichtet, was er und seine Schützlinge in den vergangenen zwei Wochen erreicht haben. „Im Kreispokal 6:0 gegen SuS Kaiserau und 3:0 gegen die Hammer SpVg, in der Meisterschaft nach 0:2 noch 3:2 in Herbern gewonnen und dann am Sonntag das 2:1 gegen Spitzenreiter IG Bönen – das war alles andere als Kanonenfutter, und trotzdem haben wir das Maximale rausgeholt“, schwärmt der Spielertrainer des Fußball-Landesligisten SG Bockum-Hövel über die Auftritte seiner Mannschaft in der jüngsten Vergangenheit.

Falls Bönen patzt, will die SG da sein

Und dennoch weiß Schmidt nur zu gut, dass es am Ende der Saison wohl kaum die Belohnung in Form des Aufstiegs für seine Mannschaft geben wird. Denn die IG hat sechs Punkte Vorsprung und eine Partie weniger absolviert als der Verfolger aus dem Adolf-Brühl-Stadion. „Klar ist im Fußball alles möglich. Und einige Zuschauer fangen bei uns schon an zu träumen“, sagt der SG-Coach. „Und so lange rechnerisch alles möglich ist, werden wir auch alles dafür tun und wollen da sein, wenn Bönen patzen sollte. Aber letztlich müssen wir uns eingestehen, dass uns die Hände gebunden sind.“

Aber auch wenn die Bockum-Höveler am Ende mit der undankbaren Vize-Meisterschaft vorliebnehmen und zusehen müssen, wie die Bönener den Sprung in die Westfalenliga feiern werden, in den Augen von Schmidt ist es schon jetzt eine „überragende Saison, die wir spielen“. Der Start im vergangenen Sommer war noch etwas holprig verlaufen, weil sich die Mannschaft erst finden musste und einige Akteure damit klarkommen mussten, dass sie auch mal auf der Ersatzbank sitzen. „Das war für einige Jungs, die woanders immer Stamm spielen würden, schon ungewohnt. Aber irgendwann hat es Klick gemacht, als alle gemerkt haben, dass man Erfolge nur dann feiern kann, wenn man zusammen hält und sich in den Dienst der Mannschaft stellt“, erklärt Schmidt.

Ärgerlicher Jahresauftakt

Im Laufe der Saison kämpfte sich die SG immer weiter nach oben – umso ärgerlicher war der Start in das neue Jahr, als Bockum-Hövel durch die 0:3-Niederlage in Heiden und durch das 1:1 gegen Altenberge fünf Punkte liegen ließ und zusehen musste, wie sich der Vorsprung der IG vergrößerte. „In Heiden hat bei uns alles gefehlt, wobei das sicherlich auch den personellen Ausfällen geschuldet war. Aber da haben wir einfach nichts zu melden gehabt. Gegen Altenberge gab es dann zumindest schon wieder gute Ansätze“, so der Coach, der aber spätestens seit dem Sieg über IG Bönen am Sonntag weiß, dass seine Mannschaft wieder in Topform ist.

Denn die SG war dem Tabellenführer nicht nur kämpferisch, sondern vor allem in der ersten Halbzeit spielerisch überlegen. Hinzu kam, dass sich die Gastgeber durch die immer mehr aufkommende Hektik und Unruhe auf und neben dem Platz nie aus dem Rhythmus bringen ließen. „Es gab viele Beschimpfungen von außen. Aber trotz aller Widerstände sind wir ruhig geblieben, haben das alles akzeptiert und haben einfach unser Spiel durchgezogen“ bestätigt Schmidt. „Und so wie wir da insgesamt aufgetreten sind, habe ich das von meiner Mannschaft in dieser Form noch nicht gesehen.“

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Letztlich bleibt der SG nichts anderes übrig, als in dieser Saison auf das Prinzip Hoffnung zu setzen und gleichzeitig den Blick schon auf das kommende Jahr zu werfen. „Klar weiß man nie, wer von oben runter und von unten hochkommt. Aber wenn wir sagen, wir wollen uns weiter verbessern, dann kann es ja als derzeit Zweiter für uns nur um Platz eins gehen“, macht Schmidt unmissverständlich klar. Daher laufen rund um das Adolf-Brühl-Stadion bereits die Vorbereitungen auf die kommende Saison auf Hochtouren. „Der Großteil der Mannschaft bleibt zusammen“, verrät der 32-Jährige.

Mit Torjäger Mergim Deljiu, den beiden Torhütern Simon Mühlbrandt und Tobias Krakor sowie den Stammspielern Jonas Westmeyer, Maik Rieping, Jannick Kastner und Jan Katzer plus Neuzugang Marcel Scholtysik vom SV Herbern haben bereits acht Akteure für die kommende Sielzeit zugesagt. Jetzt hat auch Leon Müsse, der im vergangenen Jahr vom Oberligisten SV Westfalia Rhynern nach Bockum-Hövel gewechselt war, sein Okay gegeben. „Ich fühle mich bei der SG super wohl, bin vom Verein, vom Trainerteam und von der Mannschaft toll aufgenommen worden, bekomme meine Einsätze und habe auch eine Position, wo ich das Team ein bisschen führen kann“, erklärt der 23-Jährige. Und Schmidt fügt hinzu: „Leon hatte letztes Jahr ein bisschen Pech mit Verletzungen und sich selbst ein bisschen zu viel unter Druck gesetzt. Aber er hat sich toll gemacht, hat einen großen Anteil an unseren guten Ergebnissen, hat aber sicherlich auch noch Luft nach oben.“

Nächsten Schritt machen

Das will der Coach dann in Zukunft aus seinem Angreifer herauskitzeln, damit die SG im kommenden Jahr dann vielleicht selbst auf Platz eins stehen kann. „Wir sind als Team gut zusammen gewachsen, und jeder kämpft für jeden. Gerade die letzten zwei Wochen haben sich super angefühlt. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so einen Schub nach vorne bekommen“, hofft auch Müsse, dass er mit der SG Bockum-Hövel im nächsten Jahr den nächsten Schritt machen kann.

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