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Hammer Oberligisten hoffen auf viele Heimspiele

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Von: Patrick Droste

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Gegen die Topteams musste Rhynern – hier Sezer Toy (links) im Spiel beim ASC 09 Dortmund – bislang meist auswärts antreten. Jetzt hofft die Westfalia in der Aufstiegsrunde auf viele Heimspiele.
Gegen die Topteams musste Rhynern – hier Sezer Toy (links) im Spiel beim ASC 09 Dortmund – bislang meist auswärts antreten. Jetzt hofft die Westfalia in der Aufstiegsrunde auf viele Heimspiele. © Droste

Auf den ersten Blick schien der ursprüngliche Plan viel Sinn zu machen: Wer in der Hinserie bei Gegner X ein Heimspiel hatte, tritt in der Auf- oder Abstiegsrunde bei dem gleichen Kontrahenten auswärts an. Ob aber diese Regelung in der Fußball-Oberliga weiterhin Bestand haben wird, soll sich in der kommenden Woche entscheiden. Allerdings erscheinen auch die Alternativen nicht gleichermaßen gerecht für alle Teams zu sein.

Hamm - Die ersten kritischen Stimmen hatten sich bereits im vergangenen Jahr gemeldet, als der Fußball- und Leichtathletik-Verband den Modus für die aktuelle Saison vorgestellt hatte. Der Plan sah vor, dass kein Team zweimal zuhause oder zweimal auswärts gegen den gleichen Gegner antreten soll. Doch immer mehr Kritiker merken an, dass dies sportlich zwar eine gerechte Lösung ist, den Vereinen aber finanzielle Probleme bereiten kann. Denn im Extremfall hat ein Klub vielleicht gegen die neun oder zehn Teams, die mit ihm in der Auf- oder Abstiegsrunde sind, in der Hinrunde bereits alle Partien zuhause bestritten, hätte demnach demnächst kein einziges Spiel mehr vor den eigenen Fans auszutragen. „Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) tagt in der kommenden Woche und wird sich dann ausführlich mit der Thematik beschäftigen“, erklärt Christian Schubert von der Stabsstelle Kommunikation des FLVW auf WA-Anfrage vielsagend.

Rhynern mit sieben und die HSV mit sechs Heimspielen?

Für den SV Westfalia Rhynern wäre die im vergangenen Jahr getroffene Regelung von großem, für die Hammer SpVg zumindest immerhin noch von kleinem Vorteil. Denn nach dem derzeitigen Stand hätte die Elf vom Papenloh in der Aufstiegsrunde sieben Heim- und lediglich zwei Auswärtspartien. Nur gegen den SV Schermbeck und den FC Eintracht Rheine hat die Mannschaft von Trainer Michael Kaminski zuhause gespielt, alle anderen Partien – beim 1. FC Kaan-Marienborn, bei der U23 des SC Paderborn 07, SG Wattenscheid 09, beim ASC 09 Dortmund, FC Gütersloh, TuS Erndtebrück und bei den Sportfreunden Siegen – hat sie in der Fremde absolviert. Dadurch hatten die Rhyneraner bisher einen größeren finanziellen Aufwand zu betreiben, da die drei Partien Richtung Siegerland zu den weitesten gehören und gleichzeitig auch Einnahmen der lukrativen Heimpartien gegen die Spitzenteams wegfielen. Und die Punkteausbeute hätte auch eine andere sein können, wenn die Westfalia gegen die Topteams am heimischen Papenloh hätte antreten können. „Wir haben schon einige Reisekosten gehabt, die wir nicht gerne noch einmal tragen möchten“, sagt Andreas Kersting, der Sportliche Leiter der Rhyneraner. Und der Westfalia-Vorsitzende Arnulf Kleine merkt an: „Ich denke, dass wir, wenn wir mehr Heimspiele gegen die Spitzenteams haben würden, mit einer anderen Punkteausbeute in die Aufstiegsrunde gehen könnten.“

Die Hammer SpVg hat gegen die Teams, die aktuell mit ihr die Abstiegsrunde bestreiten müssten, sechsmal auswärts und viermal zuhause gespielt und könnte demnach in der nächsten Serie, in der es um wichtige Punkte gegen den Abstieg geht, zwei Heimpartien mehr absolvieren. „Das wäre natürlich gut für uns. Ich würde mich freuen, wenn wir zweimal mehr zuhause spielen könnten, da wir in dieser Saison sehr heimstark sein“, sagt HSV-Trainer Steven Degelmann. Und Holger Wortmann, der Sportliche Leiter der Hammer, stellt klar: „Das ist nun mal die Regelung, die vor der Saison getroffen und die von allen abgenickt wurde. Daher gehe ich nicht davon aus, dass da etwas geändert wird, sondern eher davon, dass das so durchgezogen wird, zumal es auch wichtig ist, dass da Ruhe reinkommt.“

Kritiker sprechen von ungerechter Aufteilung

Doch ob es tatsächlich zu diesem Modus kommen wird, wird sich zeigen. Die Kritiker der bisher besprochenen Regelung fügen an, dass die Aufteilung der Heim- und Auswärtsbegegnungen über die gesamte Saison dann nicht gerecht verteilt wäre. Rhynern hätte, wenn es in der Aufstiegsrunde sieben Partien am Papenloh austragen würde, insgesamt 17 Partien zuhause und nur zwölf in der Fremde bestritten, die HSV 16 in heimischen Gefilden und 14 auswärts. „Ich denke, den einen Verein betrifft es mehr, den anderen weniger. Wir nehmen das letztlich so hin. Und egal, welche Regelung es am Ende geben wird, dies soll kein Alibi für uns sein“, sagt Degelmann, während es Kersting nicht verstehen kann, warum es nicht vor der Saison bereits eine festgezurrte Regelung gegeben hat und ein Schlüssel für die beiden Anschlussrunden festgelegt worden ist. „Da hätten man doch schon einen entsprechenden Spielplan erstellen können, in dem zum Beispiel am ersten Spieltag der Erste gegen den Neunten, der Fünfte gegen den Achten oder so spielt. Dann weiß man genau Bescheid und hätte sich darauf einstellen können“, sagt Rhynerns Sportlicher Leiter. Und Degelmann meint: „Uns würde es helfen, wenn wir früh wüssten, wann angesichts von elf Teams in der Abstiegsrunde unser spielfreies Wochenende ist. Und ob wir Pfingsten, wo bei uns das große internationale Pfingstturnier stattfindet, am letzten Spieltag zuhause antreten müssen oder nicht.“

Manche Klubs fürchten finanzielle Verluste

Die Kritiker der bisherigen Regelung hoffen, dass die Heim- und Auswärtspartien erneut aufgeteilt werden, so dass jedes Team gleichermaßen oft zuhause und in der Fremde anzutreten hat. Dadurch könnte ihrer Meinung nach jedes Teams mit festen Einnahmen planen und über die Saison gesehen auf die gleiche Anzahl von Heim- und Auswärtsspielen kommen. Allerdings müsste dann ein Team eventuell zweimal bei der gleichen Mannschaft antreten, die vielleicht bekanntermaßen als heimstark gilt. „Klar haben wir mit unseren Siegen in Erndtebrück, Siegen, Paderborn und beim ASC gezeigt, was auswärts möglich ist. Aber wir wollen die Traditionsvereine auch gerne zuhause haben und möchten gerne dafür belohnt werden, dass wir in der Hinrunde gegen die immer bei denen antreten mussten“, betont Kaminski.

Letztlich gilt es dann aber auch noch abzuklären, wie die Aufteilung zwischen den Heim- und Auswärtsspielen in der Aufstiegsrunde erfolgt. Denn hier hat bei zehn Teams, die sich für diese Runde qualifiziert haben, jede Mannschaft neun Partien zu bestreiten. Vielleicht werden dann die fünf bestplatzierten Teams für ihre guten Leistungen der Vorrunde belohnt, indem diese Mannschaften fünfmal zuhause antreten dürfen und nur viermal reisen müssen.

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