Leichtathletik

Hammer Leichtathletin Linn Kleine: Keine Angst vor Zombies

Linn Kleine von der LG Olympia Dortmund
+
Linn Kleine.

Passend zu Halloween hatte Linn Kleine die richtige Empfehlung für ihre Fans parat: „Run, because Zombies will eat the untrained first!“, postete die Hammer Langstreckenläuferin auf ihrem Instagram-Account („Lauf, weil Zombies die Untrainierten zuerst fressen werden“). Eine Empfehlung, an die sich die 19-Jährige während des gerade eingeläuteten zweiten Lockdowns im Land halten wird – auch wenn ihr der Corona-Horror mittlerweile das gesamte Laufjahr verhagelt hat.

Hamm – „Ich habe gerade einen Dreh ,mit der ZDF-Sendung ‘Volle Kanne‘“, meldet sich Kleine am Morgen und muss das geplante Gespräch um ein paar Stunden verschieben. Auch in Corona-Zeiten hat die erfolgreiche Hammerin gut zu tun. Denn nicht nur aufgrund der Pandemie ändert sich derzeit viel im Leben der Nachwuchsathletin. Kleine hat am Montag auch mit dem Studium der Psycholgie an der Ruhruniversität in Bochum begonnen. Deswegen auch der ZDF-Dreh: „Da sollte gezeigt werden, wie das mit Corona zum Semesterstart ist – es ging rein ums Studium und nicht um den Sport. Die haben mich morgens in der Wohnung besucht, geguckt, wie es ist, Online-Veranstaltungen zu haben. Dann waren wir am Campus, haben gezeigt, dass alles leer ist“, sagt sie. Der Tag mit dem Fernsehen im Nacken war kein Problem. Schließlich hat sie so etwas ja schon einmal mitgemacht. „Und der Vorteil ist, dass ich mich jetzt besser auf dem Campus zurecht finde, vorher war ich ja erst einmal da. Und ich durfte den Rektor kennenlernen.“

Der Sport kommt trotz Studium nicht zu kurz bei der Hammerin, die weiter in Dortmund wohnen wird. „Der Aufwand vom Training her ist im Moment genau der gleiche wie in einer normalen Saison“, versichert die für die LG Olympia Dortmund startende Leichtathletin. „Es bedarf halt mehr Organisation. Wir müssen sehen, dass nicht zu viele Athleten bei den Trainingseinheiten sind, führen Teilnehmerlisten für die Körnig-Halle, müssen Maske tragen.“ Dass sie während des zweiten Lockdowns fast uneingeschränkt am Dortmunder Bundesstützpunkt trainieren darf, verdankt Kleine der Tatsache, dass sie im kommenden Jahr wieder im deutschen Bundeskader stehen wird. Die Nachricht kam am Montag, gefeiert wird auch – der Sekt bleibt allerdings zu. Sie trinkt keinen Alkohol. „Aber feiern und genießen werde ich das schon“, versichert sie. „Das ist ja keine Selbstverständlichkeit, weil ich die Kadernorm ja 2019 gelaufen bin.“

In diesem musste sie lange zurückstecken. Verletzungsbedingt. Erst seit kurzem ist Kleine wieder komplett genesen von einem Ermüdungsbruch im Becken, mit dem sie seit Mitte des Jahres zu kämpfen hatte. „Aber jetzt habe ich gar keine Schmerzen mehr und kann trainieren – wenn auch ohne wirkliches Ziel, weil ja alle Wettkämpfe abgesagt sind.“

WM in Kenia fand nicht statt

Aufgrund der ungewissen Zukunft halten sich die Verbände mit der Vergabe von Welt- oder Europameisterschaften zurück. Was Kleine auch in Ordnung findet. Selbst die Enttäuschung darüber, dass die Junioren-WM in Kenia – ihr Jahreshöhepunkt – in diesem Jahr abgesagt worden ist, hat sie gut verdaut, weil „eine Teilnahme für mich aufgrund der Verletzung eh eng geworden wäre. Und dass Wettkämpfe abgesagt werden, wird bestimmt noch bis Mitte nächsten Jahres weitergehen. Auf ein großes Ziel kann ich daher gar nicht hintrainieren.“

Im Moment befindet sie sich im Aufbautraining. Lange Läufe, viele Wiederholungen, größere Belastungsumfänge. „Mir fällt das nicht schwer, weil ich denke, dass Wettkämpfe kommen werden, wann auch immer“, sagt sie. „Und zum Studium ist es ein perfekter Ausgleich.“

Von der deutschen Sporthilfe erhält die deutsche U20-Hallenmeisterin und EM-Vierte über 3 000 Meter (2018) die Basisförderung. „Da geht es lediglich darum, dass wir versichert sind“, sagt sie. „Das sind nur Kleinigkeiten, aber ich habe nicht den Anspruch, nach so einem schlechten Jahr groß gefördert zu werden. Das verdiene ich mir lieber.“ Klingt so, als müssten sich die Zombies ihre Opfer woanders suchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare