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„Die Mannschaft hat ein super Turnier gespielt“

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Von: Günter Thomas

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Empfang am Frankfurter Römer: Sjoeke Nüsken (rechts) mit Torhüterin Merle Frohms (links) und Lea Schüller. 	Foto: imago
Empfang am Frankfurter Römer: Sjoeke Nüsken (rechts) mit Torhüterin Merle Frohms (links) und Lea Schüller. Foto: imago © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz

Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft der Frauen war die für Bundesligist Eintracht Frankfurt spielende Hammer Nationalspielerin Sjoeke Nüsken von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch überraschend aus dem EM-Kader gestrichen worden. Zum Endspiel in Wembley und den anschließenden Feierlichkeiten war die 21-Jährige aber wieder dabei. Günter Thomas verriet sie, wie sie das Turnier, die 1:2-Niederlage des DFB-Teams nach Verlängerung gegen England und die anschließenden Feierlichkeiten des Teams erlebt hat.

Wie haben Sie den Weg der Mannschaft ins Finale verfolgt – und mit wem?

Ich habe vor dem Fernseher mit einigen Kolleginnen aus meiner Mannschaft zusammen geschaut. Wir haben von zu Hause aus versucht, die Mädels in England bestmöglich anzufeuern.

Sie hatten im Vorfeld ja schon gesagt, dass Sie dem Team den Titel zutrauen – hätten Sie auch damit gerechnet, dass Ihre Kolleginnen so souverän auftreten würden? Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe dafür, dass die Mannschaft so stark aufgetreten ist?

Die Mannschaft hat ein super Turnier gespielt und sich mega gut präsentiert – das spiegelt sich auch in den Einschaltquoten wider. Einer der Gründe für den Erfolg war sicher, dass sie als eine so starke Einheit aufgetreten ist. Man hat auch als Zuschauer gemerkt, dass jede für jede gekämpft hat.

Sie gehörten zu den Spielerinnen, die vom DFB zum Finale ins Stadion eingeladen wurden. Wie haben Sie die Atmosphäre in Wembley empfunden? Mit wem haben Sie zusammengesessen?

Ich habe mich sehr gefreut, dass der DFB uns Spielerinnen aus dem erweiterten Kader eingeladen hat. Die Atmosphäre in Wembley war sehr beeindruckend, es war eine super Stimmung und unglaublich laut. Ich war im Block der Family & Friends und saß in der Nähe der Eltern von Sophia Kleinherne, unserer Eintracht-Fotografin Carlotta Erler und unserer ehemaligen Frankfurter Spielerin Emily Kraft. Zusammen haben wir die Mädels angefeuert.

Wie haben Sie das nicht gegebene Handspiel der Engländerinnen in Halbzeit eins gesehen und eingeschätzt?

Das Handspiel haben wir von der Tribüne aus gar nicht wirklich wahrgenommen, das war von dort aus schwierig zu erkennen.

Waren Sie nach dem Spiel auch in der Kabine?

Nein, nach dem Spiel war ich nicht in der Kabine.

War die Stimmung auf dem anschließenden Bankett noch sehr gedrückt oder hat bei den Spielerinnen schon der Stolz über Platz zwei überwogen? Was hat sie bei dieser Feier besonders beeindruckt?

Die Stimmung bei der Feier danach war eigentlich schon wieder ganz gut. Am Ende überwiegt der Stolz definitiv. Die Mannschaft kann sehr stolz darauf sein, wie sie sich präsentiert hat – ich bin es auf jeden Fall. Besonders beeindruckt bei der Feier hat mich, dass so viele wichtige Menschen da waren und sich die Zeit genommen haben, die Mannschaft zu einem super Turnier zu beglückwünschen.

Wie lange haben Sie noch gefeiert?

Um etwa 3 Uhr nachts habe ich mich von der Feier verabschiedet. Ich habe aber später von den Mädels gehört, dass es für einige noch länger ging.

Sie waren beim Empfang in Frankfurt auch noch dabei: Wie haben Sie den empfunden – vor allem beim Blick auf die Fans am Frankfurter Römer?

Sowohl beim Empfang im Römer als auch auf dem Balkon war ich mit dabei. Es war unglaublich schön zu sehen, wie viele Menschen da waren und wie herzlich die Mädels empfangen wurden. Das zeigt, wie groß die Unterstützung aus Deutschland bei diesem Turnier war. Es war eine schöne Geste des DFB, auch die Spielerinnen aus dem erweiterten Kader sowohl zum Endspiel als auch den Empfang einzuladen.

Welche Auswirkung wird dieser Erfolg ihrer Meinung nach auf den Frauenfußball und die Frauen-Bundesliga in Deutschland haben?

„Hoffentlich kommen ganz viele Zuschauer ins Stadion“

Ich glaube, dass das Turnier eine sehr große Auswirkung auf den Frauenfußball haben wird. Wir hoffen, dass gleich bei unserem Eröffnungsspiel gegen Bayern München im Deutsche Bank Park spüren zu können. Hoffentlich kommen ganz viele Zuschauer ins Stadion, machen ordentlich Stimmung und feiern mit uns einen Sieg.

Wie läuft die Vorbereitung derzeit mit der Eintracht auf die Saison? Haben Sie alle Einheiten der Vorbereitung mitmachen können?

Die Vorbereitung läuft gut, wir hatten bislang drei Testspiele, die wir alle solide und souverän absolviert haben. Ich konnte alle Einheiten mitmachen und fühle mich gut.

Welche Ziele haben Sie sich persönlich für die Zukunft mit der Eintracht und der Nationalmannschaft gesetzt?

Unser erstes Ziel ist es, die erste Qualifikationsrunde zur Champions League zu überstehen und danach den Sprung in die Hauptrunde zu schaffen. Auch in der Liga wollen wir wieder oben mitspielen und die Spitzenplätze angreifen. Bei der Nationalmannschaft erhoffe ich mir, mich in den nächsten Maßnahmen wieder zeigen und mit zur Weltmeisterschaft 2023 fahren zu können.

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