SKG Herringen wählt in Liceo die Sicherheitstaktik

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Teambesprechung

LA CORUNA - Es wird anders. Ein komplett anderes Spiel, als sie es gewohnt sind. Während die Akteure des SK Germania Herringen in der Rollhockey-Bundesliga in jeder Partie das agierende Team sind und den Rhythmus fast nach Belieben bestimmen, muss die Mannschaft am Samstagabend (19 Uhr) im Auftaktspiel der European League im spanischen La Coruna beim HC Liceo eine eher ungewohnte Rolle einnehmen.

„Ganz klar, Liceo wird das Spiel machen. Wir werden daher auf eine andere Taktik setzen und eine Sicherheitsvariante wählen”, sagt Trainer Hans-Werner „Alfredo” Meier. „Ansonsten würden wir hier ins offene Messer laufen und mit fliegenden Fahnen untergehen.”

Auch wenn der HC Liceo nicht so einen klangvollen Namen hat wie der FC Barcelona, auf den der SK Germania vor einem Jahr zum Auftakt traf, so muss sich das Team aus Galizien von den sportlichen Erfolgen her kaum hinter den Katalanen verstecken. Denn der 1972 gegründete Club, der seine Heimspiele in der über 5000 Zuschauer fassenden Arena „Pazo dos Deportes” direkt am Meer austrägt, hat bereits sieben spanische Meistertitel eingefahren und sechsmal die European League gewonnen. „Das wird eine sehr harte Aufgabe für uns”, befürchtet Kapitän Lucas Karschau. „Liceo wird ein überaus schnelles Spiel aufziehen. Das heißt, dass wir in der Abwehr sehr gut stehen müssen.”

Aus diesem Grund wird Meier sein Team quasi mit einem Libero agieren lassen. Vorne werden zwei Stürmer versuchen, den Spielaufbau der Spanier zu stören. Dahinter wird ein dritter Akteur im Halbfeld die Räume eng machen. Und der vierte Feldspieler soll konsequent hinten bleiben. „Das Umschaltspiel bei den Spaniern ist sehr schnell. Wenn wir da in der Defensive keinen haben, dann würde unser Torwart unter Dauerbeschuss stehen”, sagt Meier, der daher für den beruflich verhinderten Kevin Karschau auf Stefan Gürtler als vierten Feldspieler setzt. Beton anrühen und ausschließlich auf die Defensive setzen, das will der SKG-Trainer aber auch nicht: „Wir werden uns auf keinen Fall nur hinten reinstellen. Vielmehr wollen wir versuchen, ein bisschen mitzuspielen. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl, dass die Jungs das deichseln werden.”

Das große Problem der Herringer wird allerdings sein, dass sie ohne Kevin Karschau und den verletzten Rückkehrer Philipp Michler kaum Wechselmöglichkeiten haben. Mit Janis Reinert, Justin Klein und Dominik Brandt sitzen zwar drei Akteure auf der Ersatzbank. Doch Brandt hat nach seinen fast zwei Jahren in Calenberg noch einen großen konditionellen Rückstand, Reinert aufgrund zahlreicher Verletzungen keinen Spielrhythmus, so dass wohl Klein als erster Mann zum Einsatz kommen wird, wenn einer der Stammakteure eine Verschnaufpause benötigt. „Justin werde ich einfach reinschmeißen. Er soll sich freischwimmen und in die Sache ganz unbefangen reingehen. Wir sind hier krasser Außenseiter, haben nichts zu verlieren”, betont der Coach, fügt dann aber hinzu: „Das wird für die Stammvier ein knochenharter Job. Denn wir wollen uns hier nicht abschlachten lassen.” An einen Sieg denkt im Herringer Lager sowie niemand. Vielmehr geht es darum, sich gut aus der Affäre zu ziehen und weitere internationale Erfahrung zu sammeln.

„Man darf nicht vergessen, dass hier Profis gegen Amateure spielen”, erklärt Meier. „Wir sind krasser Außenseiter und wollen das Ergebnis im einstelligen Bereich halten”. - –pad–

Eine Live-Übetragung des Spiels ist auf der Webseite www.cerh.eu zu sehen.

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