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Der SK Germania Herringen behält im Hexenkessel die Nerven

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Von: Patrick Droste

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Der SK Germania Herringen hat zum sechste Mal insgesamt und zum vierten Mal in Serie die deutsche Rollhockey-Meisterschaft gewonnen. 
Der SK Germania Herringen hat zum sechste Mal insgesamt und zum vierten Mal in Serie die deutsche Rollhockey-Meisterschaft gewonnen.  © Reiner Mroß/Digitalbild

Der SK Germania Herringen hat zum sechste Mal insgesamt und zum vierten Mal in Serie die deutsche Rollhockey-Meisterschaft gewonnen. Vor prall gefüllten Rängen in der Glückauf-Sporthalle, die Keeper Timo Tegethoff als „Hexenkessel“ bezeichnete, gewann das Team von Trainer Christian Zarod auch das zweite Playoff-Spiel gegen den RSC Cronenberg und feierte ausgelassen den Titelgewinn.

Hamm – Es hatte im ersten Moment etwas von einer Schockstarre. Als das spannende und zwischenzeitliche auch dramatische zweite Playoff-Finale um die deutsche Rollhockey-Meisterschaft abgepfiffen wurde und der Triumph des SK Germania Herringen feststand, schauten sich die Akteure zuerst ein wenig fassungslos an, ehe sie vor dem eigenen Tor recht emotionslos einen Kreis bildeten und kurz zusammen hüpften. „Ich habe das zuerst gar nicht verstanden und realisiert“, sagte Torhüter Timo Tegethoff. Und Kapitän Lucas Karschau fügte hinzu: „Ich habe das im ersten Moment überhaupt nicht mitbekommen.“

Doch als ein paar Augenblicke verstrichen waren, die Herringer die feiernden Zuschauer auf der Tribüne sahen, kannte der ausgelassene Jubel auch bei den Spielern keine Grenzen. Nach dem 6:5-Sieg nach Penaltyschießen beim RSC Cronenberg setzten sich die Germanen am Samstag in heimischer Halle mit 6:4 (3:2) durch, bespritzten sich gegenseitig mit Sekt sowie Bier und lagen sich immer wieder in den Armen. „Aufgrund der schwierigen Saison mit Corona-Fällen in der Mannschaft, unregelmäßigem Training und der Tatsache, dass die Leistungsdichte in der Bundesliga so eng geworden ist, war das die mit Abstand schwerste Saison und daher ein absolut besonderer Titel“, erklärte Trainer Christian Zarod, während der dreifache Torschütze Robin Schulz betonte: „Dadurch, dass es letztes Jahr keine Saison und keinen Meister gab, war nach der langen Wartezeit der Druck einfach größer. Daher löst dieser Titel nach so langer Zeit schon besondere Gefühle aus.“

Dass die Partie einen so dramatischen Verlauf nahm und die zahlreichen Fans beider Teams eine Achterbahnfahrt der Gefühle erleben würden, war nach 20 Minuten überhaupt nicht absehbar. Nach Toren des überragenden Schulz (2., 20.) und Christoph Rindfleisch führte die Herringer mit 3:0 und schienen sehr zur Freude ihrer Anhänger – unterstützt von den Fans der Hammer Eisbären – leicht und locker der Meisterschaft entgegenzusteuern. Doch Aaron Börkei (21.) und Jordi Molet (22.) verkürzten noch vor der Pause auf 3:2. Und als nach dem Wechsel Thomas Köhler zum 3:3 ausglich, meldete sich der große Anhang der nie aufsteckenenden Gäste wieder lautstark zu Wort. „Das hat so viel Spaß gemacht“, meinte Keeper Tegethoff später. „Und das nicht nur, weil wir am Ende gewonnen haben, sondern weil die Fans die Halle in einen Hexenkessel verwandelt haben. Das war schon sehr geil.“

Am Ende waren es aber Fans aus Herringen, die überglücklich jubeln durften. Denn jeweils in Überzahl nach Hinausstellungen gegen die Cronenberger schossen Schulz (33.), Rinfleisch (39.) und Lucas Karschau (44.), der in der zweiten Halbzeit das SGK-Team vorbildlicht anführte, die Germanen mit 6:3 in Front und damit zum Titelgewinn. Dass der RSC in der letzten Minute durch Tom Drübert noch zum 6:4 traf, interessierte dabei niemanden mehr. „Ich denke, wir hatten diese enge Situation nach dem 3:3 schon öfter als die Cronenberger, die unruhig wurden und uns viele Räume gelassen haben, die wir gut ausgenutzt haben“, meinte Rindfleisch – und bekam von Schulz Zustimmung: „wir waren auch nach dem Ausgleich der Cronenberger fokussiert und haben unseren Stiefel heruntergesielt. Wobei uns mein Treffer zum 4:3 sicherlich auch ein bisschen geholfen hat.“

Und so ging am Ende die Schlusssirene im lauten Geschrei der Herringer Fans unter – wobei die SKG-Spieler ihre um ein paar Augenblicke verzögerte Meisterfeier dann ebenfalls überglücklich feierten. Letztlich gewann sie an diesem Tag sogar noch einen neuen Fan dazu. Denn Oberbürgermeister Marc Herter war das erste Mal bei einem Rollhockeyspiele zugegen und zeigte sich nach dem Abpfiff sehr angetan. „Das ist ja ein ungemein schnelles Spiel mit richtig viel Tempo. Ich bin begeistert“, sagte er und kann sich vorstellen, dass dies nicht sein letzter Besuch gewesen war: „Wenn meine Beisein ein gutes Omen war, komme ich gerne wieder.“

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