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Der neue SKG-Trainer geht mit großen Zielen in die Saison

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Von: Günter Thomas

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Will als Spielertrainer mit dem SK Germania Titel sammeln: Stefan Gürtler.
Will als Spielertrainer mit dem SK Germania Titel sammeln: Stefan Gürtler. © Bennemann

Mit ambitionierten Zielen geht der neue Trainer des SK Germania Herringen in die Bundesliga-Saison. Pokalsieg und Deutsche Meisterschaft sollen wiederholt werden.

Hamm – Neuer Trainer, alte Ziele: Wenn der SK Germania Herringen am Samstag mit der Partie bei der IGR Remscheid in die Saison der Rollhockey-Bundesliga startet (16 Uhr), unterscheiden sich die Visionen des neuen Spielertrainers, Stefan Gürtler, nicht groß von denen seines Vorgängers Christian Zarod. „Ich habe die gleichen Ziele, wie wir sie in den anderen Jahren auch hatten, will Meister und Pokalsieger werden, ganz klar“, sagt Gürtler, der zudem mit dem Team auch international wieder antreten wird. „In der Euroleague wollen wir die Gruppenphase überstehen.“

Dass der Weg dahin mit einigen Hindernissen gespickt ist, weiß Gürtler, für den das Traineramt Neuland ist. „Wie Zarotti (Anm.: Sein Vorgänger Zarod) es aufgebaut hat, war natürlich genial, da werde ich jetzt nicht kommen und meinen Stiefel durchziehen“, betont der 37-Jährige, der vor drei Jahren eigentlich seine Karriere beendet hatte, nur, um sich dann überreden zu lassen, einen noch intensiveren Job beim SK Germania anzunehmen. „Ich bin jetzt 32 Jahre dabei. Da will man die nicht hängen lassen. Darum habe ich gesagt, gut dann helfe ich noch einmal für eine Saison, ein Jahr als Spielertrainer. Danach ist Feierabend, dann versuche ich noch, ein bisschen zum Training zu gehen und kümmere mich um meine Kinder.“

Traineraufgaben auf mehrere Schultern verteilt

Ohnehin wird es so sein, dass die Traineraufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden müssen. Schon am Samstag in Remscheid wird Gürtler voraussichtlich fehlen, weil er sich um die Kinder Emelie (4) und Maximilian (2) kümmern muss – was durchaus auch an anderen Spieltagen noch passieren kann. „Das ist so abgesprochen“, versichert der Neu-Trainer. „Und wenn ich nicht da bin, wird mich Co-Trainer Daniel Lapcevic an der Bande vertreten. Und Michael Schartner, der uns zwar als Torwart verlassen hat, hat zugesagt, dass er in diesen Fällen als Co-Trainer zur Verfügung steht.“

Unabhängig davon soll Lapcevic, der auch die U17 des Vereins trainiert, das Coaching übernehmen, wenn Gürtler auf der Spielfläche ist. „Wenn ich spiele, bin ich voll darauf konzentriert“, sagt Gürtler. „Das habe ich beim Supercup gemerkt, als ich die ersten zehn Minuten gespielt habe. Wenn du dann vom Feld kommst, musst du sofort als Trainer da sein, wenn die Tür zugeht. Aber ich musste erst mal Luft holen. Da muss ich mich mit Daniel absprechen, dass er dann solange übernimmt.“

Denn spielen will und muss Gürtler in seiner letzten Saison noch – wenn auch dosiert. „Gegen die Topmannschaften brauche ich gar nicht mehr aufzulaufen“, schätzt er. „Aber hin und wieder ein paar Minuten, damit die anderen Luft holen können, geht schon – mehr kriege ich dann konditionell sowieso nicht hin. Hinten reicht die Erfahrung, da kann ich ein bisschen mit dem Körper arbeiten, aber sobald es ins Laufduell geht, komme ich nicht mehr mit.“

Kevin Karschau fehlt auf unbestimmte Zeit

Schon im Supercup fehlten am Wochenende mit Liam Hages und Kevin Karschau zwei wichtige Spieler, von denen Gürtler vorerst auch nur Hages wieder einplanen kann, der jetzt ins Training eingestiegen ist. Karschau wird aus privaten Gründen noch auf unbestimmte Zeit fehlen.

So ist der Kader weiter relativ eng bemessen. Mit Timo Tegethoff und Sercan Polat stehen zwei Torhüter zur Verfügung, dazu neben Kapitän Lucas Karschau noch Christoph Rindfleisch, Robin Schulz, Liam Hages, Justin Klein, Niklas Nohlen und Philipp Michler, der zur neuen Saison nach seinem Calenberg-Intermezzo zu den Germanen zurückgekehrt ist.

Dass das Ziel Meisterschaft auch mit dünner Personaldecke zu erreichen ist, steht für Gürtler fest – obwohl die Konkurrenz nicht schläft und vor allem die RESG Walsum noch einmal personell mit einigen hochklassigen Spielern nachgerüstet hat. „Klar ist das eine super Mannschaft“, sagt der neue SKG-Coach, was die 3:5-Niederlage der Herringer gegen Walsum im Supercup-Halbfinale am Samstag belegt. „Die haben das clever gemacht, aber wenn wir komplett sind, wieder voll trainieren, eingespielt sind, sehe ich da auch keine Gefahr.“

Neben Walsum schätzt Gürtler, der seit seinem fünften Lebensjahr Rollhockey spielt, mit dem RSC Cronenberg und der IGR Remscheid die üblichen Verdächtigen als stärkste Konkurrenz im Meisterschaftsrennen ein, von denen „jede Mannschaft Pokal und Meisterschaft gewinnen kann“.

Im eigenen Team sei es für ihn das Wichtigste, „dass wir den Spaß nicht verlieren, zusammen bleiben“ – dafür gelte es alle bei Laune zu halten und allen Spielzeit zu geben. „Du hast halt nicht viele Möglichkeiten. Vier, fünf Leute, die spielen, da kannst du nichts dran schrauben“, sagt Gürtler. „Aber gegen schwächere Mannschaften müssen ja nicht immer die stärksten Vier anfangen. Ich denke, alle haben da Verständnis, wenn das mal anders ist. Darüber habe ich mit allen gesprochen, die stehen hinter mir.“

Von langjähriger Erfahrung profitieren

In seiner Trainingsarbeit will er von seiner langjährigen Erfahrung profitieren. „Ich habe viele Trainer durchlebt. Von jedem nimmt man was mit“, sagt er. „Und Lucas oder Liam bringen Übungen vom Nationalteam mit. Wir gestalten das Training seit Jahren zusammen. Für mich ist es zudem wichtig, dass wir im Training viel spielen – da powert man sich aus.“

Eine Saison lang will Gürtler jetzt durchziehen. Danach ist Schluss. „Der Verein hat jetzt ein Jahr Zeit, um einen Nachfolger zu suchen. Wenn die Saison vorbei ist, bin ich dann mindestens die nächsten vier, fünf Jahre raus. Dann will ich für meine Kinder da sein und mit denen zum Sport fahren.“

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