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Der Frust wird immer größer bei den Hammer Eisbären

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Von: Peter Schwennecker

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Zwei Tore von Chris Schutz (links) reichten den Eisbären nicht zum Heimerfolg gegen Hamburg.
Zwei Tore von Chris Schutz (links) reichten den Eisbären nicht zum Heimerfolg gegen Hamburg. © Robert Szkudlarek

Eigentlich könnte Jeff Job, Trainer der Hammer Eisbären, fast nach jeder Partie seiner Mannschaft in der Eishockey-Oberliga Nord eine Aufzeichnung mit einer Dauerschleife abspielen, wenn er nach den Gründen für die Niederlage gefragt wird.

Hamm - Am Sonntagabend gab es mit dem 3:6 (1:2, 2:2, 0:2) gegen die Hamburg Crocodiles die sechste in Folge. Und wieder waren die mangelnde Chancenverwertung und katastrophale Fehler im Defensivverhalten die Ursachen dafür, dass das Team und die Fans nun schon seit gut einem Monat auf ein Erfolgserlebnis warten.

Umso mehr brennt derzeit die Frage auf den Nägeln, wie der Hammer Coach die Schwächen der Truppe bis zum Beginn der Abstiegsrunde im Frühjahr, wenn es um den Klassenerhalt geht, abstellen will. Das sei, so die Meinung des Kanadiers, nur im individuellen Bereich möglich. „Wir haben einfach zu viele Spieler in der Mannschaft, die noch nicht lange auf Oberliga-Niveau gespielt haben“, betonte Job. „Jeder muss weiter selbst hart an sich arbeiten und versuchen, die Defizite abzustellen“, meinte der Coach. „Auch gegen Hamburg hatten wir unsere Chancen, haben aber auf Grund von Abwehrschwächen wieder keine Punkte geholt.“ Wobei Job ausdrücklich betonte, dass er in seine Kritik nicht nur die Verteidiger, sondern auch die Stürmer mit einbezog. „Die Verteidigung fängt schon vorn direkt nach dem Scheibenverlust an.“

Fans zeigen hohes Maß an Leidensfähigkeit

Immerhin 455 zahlende Zuschauer kamen noch am Sonntag in die Eishalle am Maxipark, um die Mannschaft zu unterstützen. Und die zeichnen sich inzwischen durch ein hohes Maß an Leidensfähigkeit aus. Und nicht nur auf den Rängen wird der Frust immer größer. „Natürlich ist Frust da“, gestand nach der Niederlage gegen die Crocodiles Schlussmann Marvin Nickel ein, der schon seit einigen Wochen die am Sprunggelenk verletzte Nummer eins, Daniel Filimonow, vertritt. „Die Moral der Truppe ist aber intakt“, beteuerte der Goalie. Doch auch Nickel meinte: „Es wird einfach einmal Zeit, dass wir für unsere Arbeit einmal belohnt werden.“

Was Einstellung und Einsatz anging, konnte man den Eisbären auch gegen den Tabellensechsten aus dem Norden keinen Vorwurf machen. Von Beginn an versuchten die Hammer, das hohe Tempo des Favoriten mitzugehen, besaßen nach vier Minuten sogar die erste große Chance durch Kevin Trapp, der plötzlich frei vor dem Tor stand, im Abschluss aber an Schlussmann Nils Kapteinat scheiterte. Als dann sechs Minuten vor dem Ende des ersten Drittels Adam Domogalla sich einen bösen Check gegen Michel Limböck leistete und gleich für fünf Minuten auf die Strafbank musste, nutzten die Eisbären die Überzahl schnell zum 1:0 (16.) durch Trapp. Aber danach kassierten Michal Spacek und Fabian Calovi zwei kleine Strafen. Die Chance auf eine lange Überzahl war dahin. Und in dem Moment, als auf dem Eis wieder personeller Gleichstand herrschte, gelang Reed Harrison der Ausgleich (19.). Nur wenig später schockte Thomas Gauch die Hammer mit dem 1:2 (20.).

Die Gastgeber kamen im Mittelabschnitt noch einmal zurück. Chris Schutz gelangen innerhalb von nur eineinhalb Minuten zwei Treffer in Überzahl (33. und 34.) zum 3:2. Was für prächtige Stimmung auf den Rängen sorgte, die sich aber schnell in Entsetzen verwandelte. Denn Sam Verelst (36.) und Norman Martens acht Sekunden vor der Drittelsirene drehten die Partie erneut zu Gunsten der Gäste. Als Sam Verelst in der 53. Minute das Ergebnis auf 3:5 stellte, war die Partie gelaufen. Coach Job nahm zwar eine Minute vor Schluss Torhüter Nickel für einen weiteren Feldspieler vom Eis, doch dass nutzten die Hamburger durch ein Empty-Net-Goal von Adam Domogalla zum 3:6-Endstand.

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