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Der Bezirksliga 7 droht ein stressiges Saisonfinale

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Von: Rainer Gudra

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Mit Blick auf die zahlreichen Ausfälle gibt sich Heessens Spielertrainer Rouven Meschede (rechts) gelassen.
Mit Blick auf die zahlreichen Ausfälle gibt sich Heessens Spielertrainer Rouven Meschede (rechts) gelassen. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Nachdem in der Fußball-Bezirksliga (7) der SuS Cappel am vergangenen Freitag drei Coronafälle gemeldet hatte und die für Sonntag angesetzte Begegnung mit RW Westönnen – wie drei weitere – abgesagt werden musste, erwartet Staffelleiter Herbert Nüsken in Anbetracht der Häufung von Nachholspielen ein stressiges Saisonfinale.

Hamm - „Wenn es so weitergeht, dann kommen wir nicht durch“, sagte er. Die Trainer der drei Hammer Mannschaften in dieser Liga und auch Thomas Berndsen vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) sind da allerdings wesentlich gelassener.

Ihm falle es schwer, Ausweichtermine unter der Woche zu finden, sagt der Liga-Verantwortliche aus Hamm. Nüsken: „Ich sehe die Felle schwimmen. Eventuell muss ich sogar einen Antrag beim Verband stellen, dass die Saison verlängert wird. Ich bin nur am kämpfen, dass ich Termine für die Vereine finde.“ Berndsen, Abteilungsleiter Amateurfußball im FLVW, zieht dazu einen Vergleich: „Im vergangenen Jahr hatten wir lange Schnee und Glatteis. Wir dürften bei den Spielausfällen bisher eine ähnliche Quote haben wie 2021.“ Und so gelte: „Mit dem Thema müssen wir uns jetzt nicht großartig auseinandersetzen. Es ist bisher nicht viel passiert.“ Eile sei daher nicht geboten, auch wenn am 30. Juni definitiv die Saison abgeschlossen sein muss und nach dem letzten Spieltag am Pfingstmontag, 6. Juni, wegen diverser Entscheidungsspiele wenig Luft sein wird. „Bis zum 30. Juni ist prinzipiell alles möglich. Aber das wird weder in dieser noch in der nächsten Woche Thema im Ausschuss sein“, sagt Berndsen.

Meschede: „Immer ruhig bleiben“

Beim SVE Heessen, dessen Spiele gegen TuS SG Oestinghausen und BW Sünninghausen nachgeholt werden müssen, sagt Spielertrainer Rouven Meschede: „Immer ruhig bleiben. Wenn ich auf die Tabelle sehe, dann haben bis auf Cappel alle Mannschaften mindestens schon 18 Spiele absolviert. Da spielt man halt mal unter der Woche und verzichtet auf ein Training.“

So sieht das auch Robin Grosch, der mit der Reserve der Hammer Spielvereinigung nach einer Corona-Zwangspause am Montag erstmals wieder für ein Training auf dem Platz stand. „Klar fallen im Moment in dieser Liga vergleichsweise viele Spiele aus, aber so ist das eben.“ Auch die abgesagten Partien seiner Elf werden unter der Woche nachgeholt: gegen Spitzenreiter SV Westfalia Soest am Mittwoch, 23. März, und beim SC Sönnern am Donnerstag, 7. April.

Fehlendes Fluchtlicht kann zum Problem werden

„Wir können nicht jedes Wochenende vier oder fünf Spiele ausfallen lassen. Denn einige Vereine haben kein Flutlicht“, sagt Nüsken zu Begegnungen unter der Woche. „Aber selbst wer nur einen Rasenplatz hat, muss ja Flutlicht haben, damit er darauf trainieren kann“, entgegnet Marco Liedtke, Trainer des TuS Germania Lohauserholz, der mit 20 das Maximum an Spielen absolviert hat. „Ich denke, dass sich die Ausfälle über Englische Wochen gut abfedern lassen.“

„Wenn man sieht, wie die Zahlen wieder steigen...“, ist Nüsken wenig zuversichtlich. „Ich übernehme keine Verantwortung, sage ab, wenn die Vereine Erkrankte melden“, ergänzt er. „Das Wetter wird besser, es wird wärmer, die Lage entspannt sich“, glaubt Meschede trotz der aktuell steigenden Inzidenzen.

Sollte die Saison tatsächlich nicht beendet werden können, gewertet wird sie. Paragraf 41 der Spielordnung besagt: „Sind aber mindestens 50 Prozent der Spiele (...) durchgeführt, so entscheidet der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Meister, Auf- und Absteiger.“ Das größere Problem, glaubt Robin Grosch, habe der Verband durch die Verlegung des Saisonstarts um zwei Wochen vom 15. auf den 29. August vergangenen Jahres geschaffen: „Deshalb finden jetzt Spieltage am Gründonnerstag und Ostermontag statt. Für alle, die Familie haben, wird es da sehr schwierig mit dem geplanten Urlaub.“

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