1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Den Spitzenreiter lange geärgert

Erstellt:

Von: Peter Schwennecker

Kommentare

Der 19-jährige Schlussmann Sebastian Wieber musste gegen die Scorpions 63 Schüsse auf sein Tor hinnehmen, nur vier davon landeten im Netz.
Der 19-jährige Schlussmann Sebastian Wieber musste gegen die Scorpions 63 Schüsse auf sein Tor hinnehmen, nur vier davon landeten im Netz. © bruse

Das Ergebnis war am Ende deutlich, doch die Hammer Eisbären wurden am Freitagabend nach der 0:4 (0:0, 0:2, 0:2)-Niederlage gegen die Hannover Scorpions von den 526 Zuschauern in der Eishalle am Maximilianpark mit viel Beifall verabschiedet. Immerhin 32 Minuten hielten sie die Partie gegen den souveränen Spitzenreiter der Eishockey-Oberliga Nord torlos, mussten am Ende aber dann doch die große Überlegenheit der Niedersachsen anerkennen.

Hamm – „Ich kann meiner Mannschaft nicht den geringsten Vorwurf machen“, meinte Interimstrainer Ibrahim Weißleder, der nach zwei Siegen in Krefeld und Essen erstmals mit seinem Team verlor. „Die Jungs haben mit sehr viel Herz gespielt, alles aus sich herausgeholt“, lobte der Coach die Einstellung der Eisbären. Besonders hob er die Leistung des erst 19-jährigen Schlussmanns Sebastian Wieber hervor, der zum fünften Mal in dieser Saison für Daniel Filimonow zwischen die Pfosten durfte. „Das war brutal, was Sebastian heute halten musste“, betonte Weißleder. Die Scorpions gaben in den 60 Minuten 63 Schüsse auf seinen Kasten ab, nur vier musste der junge Goalie passieren lassen. Bei allen Gegentreffern war Wieber machtlos.

Schlussmann Wieber überragt

Allein im ersten Drittel wurde Wieber von den Beginn an dominierenden Hannoveranern zu 28 Paraden gezwungen. Doch die verzweifelten fast schon an den aufopferungsvoll verteidigenden Eisbären. Immer wieder konnten die Hammer die Scorpions beim Abschluss entscheidend stören. Und wenn das einmal nicht gelang, war der Schlussmann reaktionsschnell zur Stelle. Auf der Gegenseite gab es nur wenig Entlastung, dennoch durften die Eisbären zwischendurch zumindest kleine Nadelstiche setzen. Und wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn Artur Tegkaev nach einer Viertelstunde die Riesenmöglichkeit nach einem genauen Pass von Kyle Brothers zum 1:0 genutzt hätte. So ging es mit 0:0 in die erste Pause, wobei die Hammer von den Zuschauern beim Kabinengang mit stehenden Ovationen bedacht wurden.

Kleine Fehler eiskalt bestraft

Angesichts der Dominanz des Spitzenreiters schien es dennoch nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Hannover den Hammer Riegel knacken würde. Immerhin bis zur 32. Minute hielten die Eisbären das Remis, ehe Marcus Götz aus kurzer Distanz zum 0:1 traf. Nur sechs Minuten später ließ Robin Thomson das 0:2 folgen. Damit war die Partie entschieden. Im letzten Drittel trafen dann noch Andre Reiss (50.) und Ralf Rinke (56.).

„Kleine Fehler werden von solch einem Spitzenteam sofort bestraft“, meinte Weißleder. Schon am Sonntag besteht für die Eisbären gegen Erfurt (18.30 Uhr) im nächsten Heimspiel die Chance, wieder zu punkten. „Das Spiel gegen die Scorpions hat aber viele Körner gekostet, weil wir Vollgas gegeben haben“, betonte Weißleder, der auf Verstärkung aus Kassel hofft.

Auch interessant

Kommentare