Handball

Demonstration des ASV in Pforzheim

Bis hier und nicht weiter: Gegen Markus Fuchs und Jan Brosch gab es für Pforzheims Lennart Cotic kein Durchkommen.
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Bis hier und nicht weiter: Gegen Markus Fuchs und Jan Brosch gab es für Pforzheims Lennart Cotic kein Durchkommen.

Der ASV Hamm-Westfalen zieht mit einem 36:26 (18:9)-Erfolg beim Drittligisten TGS Pforzheim in die zweite DHB-Pokalrunde ein und legt dabei einen fulminanten Start hin.

Pforzheim - Wenige Minuten vor Spielbeginn war die Welt der TGS Pforzheim noch in Ordnung: Die Offiziellen des Handball-Drittligisten rechneten sich eine reelle Chance in der Partie der ersten Runde des DHB-Pokals gegen den ASV Hamm-Westfalen aus. Lange offen halten wollte das Team von Trainer Tobias Müller die Partie zumindest, den Zweitligisten durch eine gute Deckungsarbeit zu Fehlern zwingen. Doch nach 17 Minuten blieb so manchem der 414 Pforzheimer Fans in der Bertha-Benz-Halle der Mund vor Staunen offen stehen: 0:10 stand es zu diesem Zeitpunkt – beim Boxen wäre wohl längst der technische K.o. diagnostiziert worden. Am Ende fiel der Sieg der Gäste mit 36:26 (18:9) für den Drittligisten noch glimpflich aus. Weil er sich nicht aufgab und vor allem ab Mitte des ersten Durchgangs bewies, dass er durchaus die Qualität besitzt, auch klassenhöhere Teams zu ärgern.

Gutes Offensivspiel des ASV

Den Sieg der Hammer konnten die Gastgeber aber nicht mehr gefährden, wie ASV-Coach Michael Lerscht zufrieden feststellte. „Es war schön zu sehen, wie flexibel wir verteidigt haben. Das Offensivspiel war sehr gut. In den letzten 40 Minuten hätten wir allerdings noch konsequenter sein müssen“, sagte er und wollte auf den perfekten Traumstart gar nicht näher eingehen. „Wir haben vorher ja nicht darüber nachgedacht, einen 10:0-Lauf hinzulegen, sondern darüber, wie wir das Spiel in Summe klar gestalten. Denn dass wir der Favorit waren, ist ja klar.“

Für die größte Freude sorgte bei den Gästen die Tatsache, dass Spielmacher Sören Südmeier erstmals seit dem 21. November des vergangenen Jahres und einer langen Leidenszeit nach einer Knieverletzung wieder auf der Platte stand. „In allererster Linie freue ich mich für Südi“, sagte Lerscht. „Er hat neun Monate Leidenszeit gehabt, Rückschläge hinnehmen müssen und unglaublich viel dafür getan, dass er wieder auf der Platte stehen kann – er wird uns sicher helfen.“

Baijens und Bozic setzen zu Beginn die Akzente

Begonnen hatten die Hammer aber mit Neuzugang Dani Baijens auf Rückraum Mitte. Und mit Rechtsaußen Tim Wieling sowie Torhüter Vladimir Bozic standen zwei weitere Neuzugänge zum Start auf der Platte. Während Wieling auf Außen nicht viele Möglichkeiten erhielt, um sich auszuzeichnen, setzten Baijens und Bozic der Partie gleich ihren Stempel auf. Der Niederländer führte umsichtig Regie, und Bozic brachte den Drittligisten in der Startphase zur Verzweiflung. Mit insgesamt sieben Paraden setzte er in der ersten Halbzeit die Akzente und hielt dabei in den unwirklich anmutenden ersten 17 Minuten sogar zwei Siebenmeter. Der TGS war der Zahn gezogen, bevor die Spieler überhaupt richtig warm waren.

Viele erfolgreiche Gegenstöße

Was Lerscht in dieser Phase besonders gefiel: Seine Mannschaft war trotz langer Anfahrt von Beginn an hellwach. Die Deckung um den Stamm-Innenblock mit Markus Fuchs/Jan Brosch stand besser als während der gesamten Vorbereitung, und entsprechend gut lief das Spiel über die erste und zweite Welle. „Wir wollen in der Umschaltgeschwindigkeit besser werden“, war der Coach zufrieden. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass da viel Potenzial ist.“ Nur zwei der ersten zehn Treffer fielen aus dem Positionsspiel heraus – alle anderen setzten die Gäste aus der Gegenstoßbewegung. Dazu kam ein wenig Wurfpech der Pforzheimer, die gleich dreimal in der Anfangsphase am Pfosten scheiterten.

Die hohe Führung gab Lerscht die Möglichkeit, viel durchzuwechseln. Zwar kam der Gastgeber nach dem ersten eigenen Treffer besser in die Partie – aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt ging es eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung. Die gelang zumindest: Nach dem 9:18-Zwischenstand zur Pause gewann die TGS den zweiten Durchgang mit 18:17 – die Hammer konnten es verschmerzen.

TGS Pforzheim: Guthknecht, Binder, Ullrich – Kautz, Taafel (7), James, Kikillus (4/4), Soos (1), Sruk (5), Blum (2), Gerdon (4), Seifried, Choechtim, Salzseeler (1), Herrmann (1), Cotic (1)
ASV Hamm-Westfalen: Bozic (1. bis 30./7 Paraden/davon 2 Siebenmeter), Storbeck (31. bis 60./2) – Kooij (2), Genz (5), Huesmann (7/4), Brosch (1), Fuchs (1), Riemann (1), Engelhardt (4), Südmeier (3), Pretzewofsky (1), Orlowski, Baijens (4), Mikita (2), von Boenigk (4), Wieling (1)
Schiedsrichter: Heinz-Hebisch/Lenhard
Zuschauer: 414
Zeitstrafen: – / 6 Minuten (Mikita 4, Genz)

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