Handball

David Spiekermann: Spieler zwischen den Ligen

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David Spiekermann

Erstmals im Rahmen der Saisonvorbereitung tritt Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen zu einem Heimspiel vor Zuschauern an. Würdiger Gegner für die Premiere ist am Mittwoch (19 Uhr/Westpress Arena) Erstligist TBV Lemgo Lippe. Für ASV-Nachwuchsmann David Spiekermann eine weitere Gelegenheit, sich bei seinem Trainer Michael Lerscht anzubieten.

Hamm – Als der deutliche 32:16-Sieg gegen den Longericher SC eingefahren war und die Mannschaft des ASV Hamm-Westfalen sich in der Halle noch dehnte, begann für David Spiekermann bereits die Analyse mit dem Trainer. Michael Lerscht nahm den Rückraumlinken zur Seite und spielte mit ihm noch einmal die vergangenen 60 Minuten durch. Direktes Feedback vom Coach – für Spiekermann eine wichtige Komponente auf seinem Weg zum Handballprofi. „Das hilft, wenn man die Meinung des Trainers noch mal gesagt bekommt, was gut oder nicht so gut war“, sagt der 22-Jährige. „Das versuchst du dann im Training anzupassen, um in den Aktionen besser zu werden. Dann kommt es im Spiel von alleine.“

Von alleine kam beim Rückraumakteur nicht alles. Sein erstes Ziel, das er sich gesetzt hat, als er vor drei Jahren von seinem Heimatverein, dem HSC Haltern-Sythen, in den Oberligakader des ASV Hamm-Westfalen wechselte, hat er dennoch erreicht. Dem Aufstieg mit der ASV-Reserve in der abgelaufenen Saison in die 3. Liga folgte die Teilbeförderung in den Zweitligakader. Als Zwischenspieler, gewissermaßen. Denn geplant war, dass er in dieser Saison sowohl in der 3. Liga als auch für die Erste auflaufen soll. „Ich werde sicher auch mal bei der Zweiten mitspielen, bin im Moment ja so ein bisschen bei beiden Teams dabei und will der Zweiten auch weiter helfen“, sagt Spiekermann. Durch die Verletzungen von Sören Südmeier, Markus Fuchs und Marian Orlowski wurde er allerdings zumindest vorerst kurzerhand zum Vollwert-Mitglied des Zweitligakaders und bekommt derzeit wesentlich mehr Spielzeit, als er sich im Vorfeld der Saison erhofft hat. „Wir sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden“, lobt Lerscht. „Sowohl in Minden als auch gegen Longerich haben wir gesehen, dass er offensiv mit seiner Wurfkraft und defensiv gerade in dieser für ihn etwas ungewohnten Situation als Vorgezogener in der 5:1-Deckung hilft und Spielzeiten generiert, worum es letztlich für ihn geht.“

Konkretes Ziel: Einsatzzeiten bekommen und sich verbessern

Spielzeit gab es auch unter Lerschts Vorgänger Kay Rothenpieler für den heute 22-Jährigen – allerdings nur sporadisch. In Essen, in Coburg, gegen Konstanz – immer Mal ein paar Minuten, die bei dem Nachwuchsmann Lust auf mehr gemacht haben. „Klar ist es einfacher, wenn man häufiger beim Training ist“, sagt Spiekermann. „Früher war ich ja nur einmal in der Woche bei der Ersten. Dann bekommt man nicht ganz so viel Vertrauen.“ Darüber groß nachdenken, was es für ihn bedeutet, dass im Zweitligakader neben ihm mit Marian Orlowski eigentlich nur ein nomineller Rückraumlinker zu finden ist, mag er nicht. „Was das für mich heißt, will ich nicht spekulieren“, sagt der geborene Halterner, der im dritten Jahr an der TU in Dortmund Maschinenbau studiert. „Mein konkretes Ziel ist es, einfach besser zu werden, Einsatzzeiten zu bekommen und meine Rolle in der Mannschaft zu finden.“

Vorfreude auf den Erstligisten

Schon am Mittwoch (19 Uhr, Westpress Arena) hat Spiekermann die nächste Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Dann erwartet der ASV Erstligist TBV Lemgo zu einem weiteren Testspiel – zum ersten Mal während der Vorbereitung mit Zuschauern. „Klar ist das etwas anderes, endlich wieder vor Zuschauern zu spielen“, freut sich der 22-Jährige. „Und sich gegen einen Erstligisten zu messen, macht immer Spaß.“

Die Umstellung von der Ober- zur 2. Liga ist allerdings groß. „In der Bundesliga ist alles härter, schneller. Du hast nicht so viel Zeit, um Entscheidungen zu treffen, musst konsequent im Handeln sein. Außerdem sind da fast alle Spieler Profis – in der Oberliga sind Härte und Athletik nicht so groß.“, sagt Spiekermann, der in einer Handballfamilie groß geworden ist und schon mit drei Jahren seine ersten Gehversuche in der Halle gemacht hat. „Meine Eltern haben Handball gespielt, meine Mutter hat in Haltern die Minis trainiert, mein Opa war auch Trainer. Ich habe zwar bis zur D-Jugend auch Fußball und ein bisschen Tennis gespielt, aber es war eigentlich immer klar, dass ich Handball spielen wollte.“

Und da möglichst hochklassig. Derzeit sieht es ganz gut aus für ihn. „Im Moment fühle ich mich wohl in der Mannschaft, alle nehmen mich gut auf, der Trainer fördert mich, spricht viel mit mir. Ich finde, dass ich auf einem ganz guten Weg bin – auch, wenn sicher noch einige Sachen fehlen.“

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