Fußball

Wer der neue Dreh- und Angelpunkt der HSV werden soll

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Fühlt sich als Hammer: David Loheider ist stolz, wieder das HSV-Trikot zu tragen.

Nach einem einjährigen Intermezzo beim SC Wiedenbrück ist David Loheider zur Hammer SpVg zurückgekehrt. Wie wichtig er für das Offfensivspiel des Fußball-Oberligsten ist, hat er bereits bei seinem ersten Einsatz am vergangenen Sonntag beim 4:3-Sieg gegen die SpVg Schonnebeck in Essen gezeigt.

Hamm – Es war so, als wäre er nie weg gewesen. Wie selbstverständlich suchten ihn seine Teamkollegen von der ersten Minute als Anspielstation, passten ihm immer die Bälle zu und setzten darauf, dass er die passenden Lösungen parat hatte. Und die hatte er. David Loheider, in diesem Sommer vom Regionalliga-Absteiger SC Wiedenbrück zur Hammer SpVg zurückgekommen, behauptete beim 4:3-Testspielsieg in gekonnter Manier den Ball, schirmte ihn clever vor dem Gegenüber ab und bediente immer wieder mit feinen Pässen seine Mitspieler.

Drei Tore in Schonnebeck vorbereitet

Zwar schoss der 28-Jährige kein Tor, bereitete aber gleich drei vor und war an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. „Das ist mein Spiel. Ich mache die Bälle vorne fest, leite sie weiter und kreiere dadurch neue Situationen“, erläutert der frühere U17-Nationalspieler, der am Sonntag im zweiten Durchgang sogar die Kapitänsbinde tragen durfte.

Das Jahr in Ostwestfalen war zuvor alles andere als rund für ihn verlaufen. Während der Vorbereitung hatte er sich eine Knieprellung zugezogen und hatte drei Wochen pausieren müssen. „Dadurch bin ich der Musik die ganze Hinrunde lang hinterher gelaufen“, sagt er. „Es hat dort einfach nicht so gepasst, wie ich es mir erhofft hatte.“ In der zweiten Halbserie kam er zwar vermehrt zum Einsatz, aber meist nur für 15 oder 20 Minuten. „Ich muss mich wohlfühlen, um meine Leistung abzurufen. Und in Hamm fühle ich mich wohl. 

Derzeit auf Wohnungssuhe

Als dann der Anruf von Lewe (Anm. der Redaktion: René Lewejohann, Trainer der HSV) kam und er mir sagte, dass er mich zurück nach Hause holen will, da fiel es mir leicht, ja zu sagen. Denn ich arbeite in Hamm bei der Firma aktiv personal-service und fühle mich als Hammer. Und ich bin stolz, das HSV-Trikot zu tragen.“ Seine Wohnung in Wiedenbrück hat er mittlerweile gekündigt und befindet sich in Erkenschwick, wo seine Mutter und auch seine vierjährige Tochter leben, auf Wohnungssuche. „Ich will die Wege kurz halten“, erklärt er.

Nicht so kurz halten will er dagegen sein Engagement bei der HSV. Zwar hat er nur einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben. Doch er kann sich durchaus vorstellen, länger im Hammer Osten zu bleiben. „So wie ich vorher das Vertrauen von Sven Hozjak gespürt habe, empfinde ich es jetzt bei Lewe genauso“, erklärt er. Seinen aktuellen Coach kennt er bereits seit über zehn Jahren. Als Loheider für die B-Junioren des FC Schalke 04 auf Torejagd ging, lief Lewejohann für die U23 der Königsblauen auf. „Als er sich bei mir gemeldet hat, habe ich sofort gespürt, dass er mich unbedingt will“, sagt der 1,89 m große Angreifer, der sich sehr auf seine neue Rolle freut. Er soll nicht nur das Angriffsspiel der HSV beleben, sondern auch die vielen jungen Akteure um ihn herum führen: „Ich bin 28 Jahre alt, da bin ich für einen Fußballer ja ein alter Hase. Ich habe viel Erfahrung und schon viel erlebt. Ich will den Nachwuchsleuten helfen, ihnen Tipps geben und sie unterstützen.“

Schnell 40 Punkte einfahren

Und natürlich will er dabei helfen, dass die Hammer eine ruhigere Saison erleben als die vergangene, als sie den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag durch den Sieg beim FC Gütersloh perfekt machten. „Nach dem letzten Jahr wäre es vermessen, wenn wir sagen, dass wir oben angreifen wollen. Unser Ziel ist es, möglichst schnell 40 Punkte zu haben“, meint Loheider. „Wir haben in der Mannschaft einen großen Umbruch. Da müssen wir schauen, wie sich das findet. Aber mit Lewe haben wir den richtigen Trainer, der die passenden Worte findet und uns gut führen wird.“

Jetzt aber ist im Hammer Osten genauso wie bei allen anderen ambitionierten Fußball-Vereinen harte Arbeit angesagt. Denn die HSV will optimal vorbereitet in die neue Saison gehen. Für Loheider ist die Zeit bis zum Saisonstart aber nicht unbedingt eine Qual, sondern ein wichtiger Teil der gesamten Spielzeit. „Die Maloche am Anfang gehört dazu. Und wenn ich dann zu 100 Prozent fit bin, kann ich den Jungs sicherlich noch mehr helfen als am Sonntag in Schonnebeck.“

Lewejohann jedenfalls ist froh, dass er neben seinen vielen jungen Neuverpflichtungen mit Loheider einen gestandenen Akteur in seinen Reihen hat. „Wir hatten Bock auf ihn, und er wollte zu uns“, sagt der Coach. „Lo soll vorne der Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels sein. In Schonnebeck war das schon recht ordentlich. Er war immer anspielbereit, und endlich haben wir einen, der die Bälle festmacht.“

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