Spielfrei für den ASV Hamm-Westfalen: Absage aus Hamburg

Michael Lerscht und Jakob Schwabe vom ASV Hamm-Westfalen.
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Spielfrei: ASV-Coach Michael Lerscht und Kapitän Jakob Schwabe brauchen am Samstag nicht nach Hamburg zu reisen.

Hamm – Jetzt hat es auch den ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga erwischt. Die Partie des fünften Spieltags am Samstag beim HSV Hamburg wurde von Spielleiter Andreas Wäschenbach auf Antrag der Hamburger und nach vorheriger Absprache mit den Vereinen abgesetzt und auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Der Grund: HSV-Geschäftsführer Sebastian Frecke sah sich gezwungen, den Antrag bei der Handball Bundesliga (HBL) zu stellen, weil das Team von Trainer Torsten Jansen keine spielfähige Mannschaft stellen kann.

So weit die Fakten. Die Berichterstattung in Hamburger Medien sorgte allerdings dafür, dass der Adrenalinspiegel bei ASV-Geschäftsführer Franz Dressel schlagartig in die Höhe schnellte. „Die Liga und der Gegner lehnen den Antrag ab“ ist dort zu lesen, was Dressel aus der Fassung brachte: „Ich habe mich fürchterlich darüber geärgert“, sagte er. „Denn wir werden so dargestellt, als wenn wir uns geweigert hätten, einer Verlegung der Partie zuzustimmen. Dem ist allerdings überhaupt nicht so. Ich habe am Donnerstag um 21 Uhr noch einen Anruf von Toto Jansen erhalten, der mir die Situation geschildert hat. Danach habe ich einer Verlegung sofort zugestimmt.“

Eine Version, die der Weltmeister von 2007 zu 100 Prozent bestätigt. „Ich habe das nicht gelesen und habe das auch ganz anders wahrgenommen“, sagte Jansen. „Ich habe mich bei Franz Dressel noch bedankt dafür, dass die Sache von ihm überaus kooperativ und fair behandelt wurde. Daher kann ich das nur dementieren.“

Die Situation im eigenen Kader schildert der HSV-Trainer allerdings als dramatisch. Mit den Spielern Dominik Axmann, Philipp Bauer, Thies Bergemann, Marcel Kokoszka, Tobias Schimmelbauer, Leif Tissier, Lukas Ossenkopp, Dominik Vogt, Niklas Weller, Finn Wullenweber – und A-Jugend-Aushilfe Thore Feit fallen zahlreiche Akteure verletzungsbedingt oder aufgrund von Coronai-Infektionen und Quarantänemaßnahmen aus. „Wir haben am Donnerstag noch einen 17-Jährigen zum Arzt geschickt, der im Training aufs Knie gefallen ist“, schildert Jansen, der am Samstag gerade einmal sieben spielfähige Akteure einschließlich Torhüter zur Verfügung gehabt hätte. „Ich habe sogar selbst im Training wieder mitgemacht, für den Fall, dass wir spielen müssen. Wenn das passiert wäre, hätten wir noch einen Torwart für Rückraum Mitte einwechseln können.“

Aufgrund der Corona-Quarantäne einiger Akteure im HSV-Kader hatte der ASV bereits vor Wochenfrist unbürokratisch einer Verlegung der Partie um einen Tag vom angesetzten Termin am Freitag auf den Samstag (18 Uhr) zugestimmt. Genutzt hat die 24-stündige Verschiebung den Hansestädtern nichts. Denn einige Spieler sind laut HSV-Informationen auch am Samstag noch nicht wieder vollständig genesen.

Dafür lief die Saison bei den Hamburgern bislang sehr gut – obwohl das Team jetzt schon zum zweiten Mal von Quarantänemaßnahmen getroffen wurde. Mit einer Rumpftruppe setzte sich der HSV bereits am Sonntag knapp mit 28:27 beim TV Großwallstadt durch. Am zweiten Spieltag wurde die HSG Konstanz deutlich in die Schranken gewiesen (32:23) und eine Woche später siegte das Team auch beim EHV Aue (35:32). „Ob man nach drei Spielen schon von einer Tendenz sprechen kann, halte ich für schwierig“, gibt sich Jansen zurückhaltend. „Das ist wohl eher eine Momentaufnahme. Jetzt müssen wir erstmal gucken, wie ein Großteil der Mannschaft zurück kommt.“

Durch die jetzt folgende Länderspielpause haben sowohl die Hamburger als auch der ASV eine weitere Woche Zeit, um sich auf den nächsten Spieltag vorzubereiten. Wann die Partie gegeneinander nachgeholt werden wird, steht indes noch in den Sternen. „Unsere einzige Bedingung war es, dass wir bei einer Neuansetzung der Partie sehr stark mit einbezogen werden“, betont Dressel. „Denn ich möchte natürlich nicht, dass wir durch die Ansetzung einen Nachteil haben.“

Auch einer weiteren Spielverlegung hat der ASV bereits zugestimmt. Die Partie bei der SG BBM Bietigheim wurde von Freitag, 27. November, um einen Tag auf den Samstag (18.30 Uhr) verschoben. „Bietigheim hatte angefragt, weil sie die Begegnung aus der großen Halle in die deutlich kleinere am Viadukt verlegen wollten. Damit haben wir uns ebenfalls einverstanden erklärt“, so Dressel.

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