Coronavirus in Hamm

Das sind die Corona-Folgen für den ASV und das Oberliga-Derby

Vor zwei Jahren verfolgten noch weit über 1000 Zuschauer im Hammer Osten das Oberliga-Duell. Nächste Woche dürfen nur 150 Fans das Derby zwischen der Hammer SpVg und Westfalia Rhynern sehen.
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Vor zwei Jahren verfolgten noch weit über 1000 Zuschauer im Hammer Osten das Oberliga-Duell. Nächste Woche dürfen nur 150 Fans das Derby zwischen der Hammer SpVg und Westfalia Rhynern sehen.

Die dramatische Corona-Entwicklung der vergangenen Tage in Hamm hat auch bittere Konsequenzen für den Sport.

Hamm - Das Testspiel des ASV Hamm-Westfallen am Freitag gegen den VfL Eintracht Hagen und vor allem das erste Saisonspiel in der 2. Handball-Bundesliga am 2. Oktober gegen den TV Emsdetten in der Westpress-Arena werden ohne Zuschauer stattfinden müssen. „Wir werden uns dieser Verordnung beugen müssen. Das ist nicht schön, aber wir werden damit professionell umgehen“, sagt ASV-Geschäftsführer Franz Dressel.

Bei allen weiteren Sportveranstaltungen dürfen aufgrund der Tatsache, dass 87,1 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Hamm gezählt wurden, ab sofort nur noch maximal 150 Zuschauer zugelassen werden. Dies bedeutet, dass das Derby in der Fußball-Oberliga am 1. Oktober zwischen der Hammer SpVg und dem SV Westfalia Rhynern in der 24nexx-Arena lediglich von einer Mini-Kulisse verfolgt werden darf.

Der ASV hatte auf fast 1000 Zuschauer gehofft

Der ASV Hamm-Westfalen hatte – nachdem die Corona-Schutzverordnung in der vergangenen Woche noch gelockert worden war – für das erste Heimspiel der neuen Spielzeit ganz anders geplant. Fast 1000 Zuschauer sollten die Partie gegen den TV Emsdetten verfolgen. Das wäre nach den Vorgaben der vergangenen Woche möglich gewesen, ein entsprechendes Hygiene-Konzept hatten die Verantwortlichen ausgearbeitet. „Darauf hatten wir uns eingestellt. Aber das ist jetzt nicht mehr möglich“, sagt Dressel. Die Vorgabe, dass nun überhaupt keine Zuschauer zugelassen werden, ist durch die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vorgegeben, die bei einem RKI-Wert von über 35 Geisterspiele für Bundesligisten vorschreibt.

Für den ASV bedeutet dies einen großen finanziellen Schaden. Allerdings kann der Zweitligist das Duell mit den Münsterländern auch nicht verschieben und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Wert wieder gesunken ist, vor Zuschauern austragen. „Ich habe bereits mit den Verantwortlichen der Handball-Bundesliga telefoniert. Aber dass keine Zuschauer erlaubt sind, ist kein Grund für eine Verlegung. Das wäre anders, wenn das Gesundheitsamt in Hamm Kontaktsport verbieten würde“, sagt Dressel und fügt hinzu: „Der Spielplan ist sowieso schon sehr eng gestrickt.“

Der ASV sucht Kontakt zur Stadt

Der ASV-Geschäftsführer hofft nun, dass dies eine einmalige Sache bleibt. Denn sollten die Hammer auch danach aufgrund eines zu hohen RKI-Wertes ihre Heimspiele ohne Fans austragen müssen, wäre dies nicht zu stemmen. „Wenn wir bis zum Jahresende mit der Zahl von knapp unter 1000 Zuschauern bei unseren Heimspielen arbeiten können, dann würden wir klar kommen“, sagt Dressel, der in den nächsten Tagen mit der Stadt Hamm Kontakt aufnehmen und abklären will, wie der ASV an der in Aussicht gestellten Vergütung durch den Wegfall der Zuschauereinnahmen partizipieren kann.

Maskenpflicht auf den Sportplätzen und in den Hallen

Auch für die Hammer Fußballvereine wird es bis zum 6. Oktober einige Änderungen geben. Zum einen gilt ab sofort bei allen Sportveranstaltungen eine umfassende Maskenpflicht – drinnen und draußen. Die einzige Ausnahmen gibt es am Sitzplatz, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten wird. Zudem dürfen nur 150 Zuschauer die Spiele verfolgen. Dies ist besonders bitter für die Hammer SpVg, die am 1. Oktober Heimrecht im prestigeträchtigen Derby gegen den SV Westfalia Rhynern genießt – ein Spiel, das zuletzt immer eine vierstellige Zuschauerzahl angelockt hat. „In der vergangenen Woche waren wir noch Himmelhoch jauchzend, jetzt sind wir zu Tode betrübt, um das mal etwas übertrieben auszudrücken“, sagt Dirk Blumenkemper, Fußball-Abteilungsleiter und Vize-Präsident der HSV.

Denn es gibt für die beiden Hammer Oberliga-Vereine keine Partie, die auch nur annähernd so viele Fans anlockt wie dieses Ortsduell. „Wir hatten uns darauf gefreut, rund 1000 Zuschauer zu diesem Spiel zu begrüßen, die uns eine gute Einnahme beschert hätten. Davon müssen wir uns jetzt schweren Herzens verabschieden“, erklärt Blumenkemper. „Das ist für uns eine finanzielle Katastrophe. Das ist das einzige Spiel der Saison, mit dem man Geld verdienen kann. Das ist nicht ganz unwichtig für uns.“

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