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Das große Kribbeln beim ASV Hamm-Westfalen vor dem Heim-Finale

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Von: Günter Thomas

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Bereit, um Handball-Geschichte zu schreiben: Ein Sieg über Großwallstadt bedeutet für die Spieler des ASV Hamm-Westfalen den Aufstieg.
Bereit, um Handball-Geschichte zu schreiben: Ein Sieg über Großwallstadt bedeutet für die Spieler des ASV Hamm-Westfalen den Aufstieg. © Bruse

Zwei Matchbälle zum Erstliga-Aufstieg hat sich Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen erarbeitet. Gleich den ersten will das Team im Heimspiel-Finale gegen den TV Großwallstadt am Freitag (19.15 Uhr/Westpress Arena) nutzen.

Hamm – Das Warten aufs Christkind dürfte für die Spieler des ASV Hamm-Westfalen in ihrer Kindheit nicht spannender gewesen sein. Einziger Unterschied: Für die Bescherung müssen sie dieses Mal selbst sorgen. Im Heim-Finale der Saison erwartet der Tabellenzweite der 2. Handball-Bundesliga den TV Großwallstadt und kann am Freitag vor ausverkauftem Haus den zweiten Aufstieg nach 2010 bereits am vorletzten Spieltag perfekt machen. Wir berichten hier Freitagabend im Live-Ticker.

„Keine Frage, das fühlt sich genau so an“, gibt ASV-Coach Michael Lerscht zu. „Das brauchen wir nicht künstlich wegzureden. Spätestens dann, wenn wir uns aufwärmen und nochmal 1000 Leute mehr in der Halle sind als gegen Eisenach, wird es kribbeln. Aber das soll man mitnehmen und genießen.“

Der gelungene Spagat zwischen Euphorie und kühlem Kopf dürfte der Schlüssel zum Sieg für die Hausherren werden. Denn auch für die Gäste wird die Partie in Hamm nicht zur Kaffeefahrt, braucht der TVG doch aus den verbleibenden zwei Begegnungen der Serie im Kampf um den Klassenerhalt noch jeden Punkt, um auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen zu können. Um diesen Spagat zu schaffen, hat Lerscht versucht, „die Vorbereitung nach dem freien Sonntag trotzdem wie immer“ durchzuziehen.

Nachdem der HSC Coburg mit seinem 31:28-Erfolg über ASV-Konkurrent HSG Nordhorn-Lingen im Nachholspiel am Dienstagabend die Schleife um das Geschenk für die Hammer Spieler gebunden hatte, bemerkte Lerscht am Mittwoch „noch einmal eine andere Stimmung im Training, nachdem wir wussten, jetzt können wir es machen. Aber diesen letzten Schritt müssen wir uns ja immer noch verdienen – Großwallstadt wird uns sicher nichts schenken.“

Hinspiel endete vor drei Wochen 27:27

Das Hinspiel beim TVG liegt erst drei Wochen zurück, der Punktverlust beim 27:27-Unentschieden, als die Gastgeber durch Pierre Busch per Siebenmeter in letzter Sekunde trafen, ist daher bei den Hammern noch in guter Erinnerung. „Das Spiel war bei mir in der Vorbereitung noch sehr präsent“, sagt Lerscht. „Einzelne Sequenzen hatte ich noch gut im Kopf. Mit Bandlow, Stark oder Bauer verfügt der TVG über viel Geschwindigkeit, auch in der Kreiskooperation sind sie stark. Das Spiel wird für uns ein Balanceakt zwischen Wurfverteidigung und Räume eng halten. Offensiv orientieren wir uns mehr an uns selbst, wollen unseren Plan durchsetzen.“

Besondere Brisanz birgt die Personalie Savvas Savvas. Der Grieche ist wichtigster Akteur im Großwallstadt-Kader, erzielte die zweitmeisten Treffer der Liga (241) – und wechselt in der kommenden Saison nach Hamm. Spielt Savvas stark, könnte er selbst dabei helfen, seinen Traum von der Rückkehr in die 1. Liga platzen zu lassen. Spielt er schlecht, droht seinem aktuellen Klub der Abstieg. „Ich bin normalerweise mit den Neuzugängen im regelmäßigen Austausch – mit ihm in dieser Woche aber nicht“, sagt Lerscht, der aber keinen Zweifel daran aufkommen lässt, dass der Grieche gegen den ASV auflaufen und versuchen wird, seine beste Leistung abzurufen. „Er ist Profi, ist ein bedeutender Bestandteil der Gruppe beim TVG. Und mit dem hat er noch zwei wichtige Aufgaben zu bewältigen. Alles andere ist erst nach dem Spiel Thema.“

Seine Mannschaft und das Publikum – das einmal mehr dazu aufgerufen ist, die Mannschaft ganz in Rot gekleidet als „Rote Wand“ zu unterstützen – schwört Lerscht auf eine umkämpfte Begegnung von der ersten bis zur letzten Minute ein. „Alle erwarten dieses Handballfest“, sagt der Coach, der Stand jetzt den selben Kader wie zuletzt in Emsdetten ins Rennen schicken kann. „Aber wir haben 60 Minuten zu gehen – es kann zäh werden, wir müssen als Mannschaft geduldig sein.“ Wie beim Warten aufs Christkind eben.

Internet

Wir berichten ab 19 Uhr auf www.wa.de im Live-Ticker mit aktuellen Fotos vom Matchball-Spiel des ASV.

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