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Das Chaos ist perfekt: Auf Hammer Plätzen gilt für Spieler am Wochenende doch 2G

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Von: Patrick Droste, Benedikt Ophaus

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Es sind einmal mehr aufregende Tage, die hinter den Vereinen und Amateursportlern liegen. Und die Irritationen um 2G- und 3G-plus-Regelungen in Zeiten stetig steigender Corona-Fallzahlen sind noch nicht vorbei. 

Hamm - Der Landessportbund und der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hatten am Donnerstag nach Rücksprache mit der Landesregierung die ursprünglichen Vorgaben des Gesundheitsministeriums aktualisiert und ungeimpften Aktiven eine Teilnahme per PCR-Test in Aussicht gestellt (3G-plus). Das Problem: Den Kommunen lag die aktualisierte Coronaschutzverordnung aus Düsseldorf am Freitag noch nicht vor. Und so betonte Hamms Stadtsprecher Tom Herberg: „Wir halten uns an die Verordnung des Landes. Die sieht vor, dass auf Sportplätzen 2G gilt. Eine Freitestung per PCR ist da nur für den Profisport vorgesehen.“

Das Chaos ist also perfekt: Während einige Klubs bei Auswärtsspielen auf ungeimpfte und PCR-getestete Spieler zurückgreifen können (das aber im Einzelfall abklären müssen), ist deren Mitwirken auf dem Hammer Stadtgebiet untersagt. Zumindest Stand jetzt. Herberg wollte nicht ausschließen, dass die aktualisierte Version noch bis Sonntag im Rathaus eintrifft. Die Stadt sei sich aufgrund der Entwicklungen der Irritationen bewusst.

Erst 2G, dann 3G-plus

Am Dienstag und Mittwoch war schließlich beschlossen worden, dass im Amateurbereich die 2G-Regel konsequent durchgesetzt wird, was bedeutet, dass ungeimpfte Zuschauer genauso wie ungeimpfte Sportler ausgeschlossen werden. Am Donnerstag folgte dann – zumindest für die Sportler – die Rolle rückwärts, als bekannt gegeben wurde, dass Ungeimpfte mit einem PCR-Test doch ihrem Hobby nachgehen können. Für Übungsleiter soll sogar ein negativer Antigen-Schnelltest reichen. „Das Hin und Her ist für die Trainer und die Spieler alles andere als einfach. Alles ist irgendwie schwammig, fast täglich werden die Vorgaben geändert. Keiner weiß genau, was Sache ist. Die Politik macht es einem nicht leicht“, sagt ein gefrusteter Michael Kaminski. Der Coach des Oberligisten SV Westfalia Rhynern muss im Heimspiel am Sonntag gegen den RSV Meinerzhagen wegen der 2G-Regel auf zwei Akteure verzichten. Und daran wird sich auch nichts ändern, wenn der Stadt bis zum Anpfiff noch die aktualisierte Version vorliegen würde. „Wir spielen mit den Jungs, die diese Woche trainiert haben“, stellt Kaminski fest.

Anders stellt sich die Situation bei der Hammer SpVg dar, die nicht in Hamm, sondern in Wattenscheid spielen wird. Trainer Steven Degelmann hatte am Dienstag, nachdem erste Anzeichen durchgesickert waren, dass nur noch geimpfte Spieler auflaufen und an den Trainingseinheiten teilnehmen dürfen, seine personellen Planungen für die Partie am Sonntag zuerst einmal über den Haufen werfen müssen. Denn er hätte auf drei Akteure verzichten müssen. „Wir haben oft genug mit den betroffenen Jungs, die sich nicht impfen lassen wollten, gesprochen und ihnen gesagt, dass sie sich dadurch den Fußball nehmen. Aber letztlich kann man niemanden zwingen“, stellt der Coach der HSV klar .

Erleichterung bei Trio der Hammer SpVg

Umso größer war die Erleichterung bei allen Beteiligten, als am Donnerstag erklärt wurde, dass es ein aktueller PCR-Test ermöglicht, doch Fußball zu spielen. „Das ist für uns natürlich gut. Wir haben nicht die personellen Möglichkeiten, können nicht rotieren und mal eben drei wichtige Spieler ersetzen“, meint Degelmann. „Daher möchte ich es nicht ausschließen, dass die drei Jungs, die bei uns noch nicht geimpft sind und jetzt mit einem PCR-Test spielen können, in Wattenscheid auflaufen werden. Denn für uns geht es um wichtige Punkte.“

Jetzt muss die Hammer SpVg nur hoffen, dass die Stadt Bochum weiter den PCR-Test für das Mitwirken auf dem Fußballfeld anerkennt. Allerdings kostet jeder PCR-Test rund 60 Euro. Bei drei Trainingseinheiten und einem Spiel am Wochenende kommt da eine große Summe zusammen. „Für die Übergangszeit kann man da vielleicht eine gemeinsame Lösung mit den Spielern finden. Aber wenn die sich auf lange Sicht nicht impfen lassen wollen, dann ist das eine ordentliche Stange Geld, die man aufbringen muss“, sagt Degelmann.

Kastner kann sowieso nicht spielen

Beim Landesliga-Schlusslicht TuS Wiescherhöfen ist vor dem Kellerduell gegen die SG Borken ein Spieler ungeimpft. „Wenn er mit einem negativen PCR-Test spielen kann, dann werden wir ihn einsetzen – wir brauchen in unserer Situation jeden Mann“, sagt Thorsten Heinze. Die Kosten dafür übernehme der Verein aber wohl nicht, meint der TuS-Trainer.

Bei der SG Bockum-Hövel ist Jannick Kastner als einziger Akteur noch nicht geimpft. Doch der Angreifer muss am Sonntag wegen eines Hexenschusses passen und kann daher eh nicht beim Spitzenspiel in Ahaus mitwirken – egal, ob es in Ahaus möglich ist, als Ungeimpfter mit einem negativen PCR-Test aufzulaufen. „Wir werden uns in den kommenden Tagen beraten, wie wir mit dem Thema umgehen und wie wir das zusammen stemmen“, sagt Trainer David Schmidt.

Heessen setzt auf PCR-Tests

Bezirksligist SVE Heessen müsste bei einer 2G-Regel am Sonntag in Ostinghausen neben Spielertrainer Rouven Meschede auf vier weitere Akteure verzichten, die nicht oder noch nicht vollständig durchgeimpft sind. „Natürlich ist das Freitesten bei uns auch ein Thema, da sprechen wir bei uns im Verein jetzt drüber“, sagte Meschede am Freitagvormittag. Das Ergebnis am Abend: Das Quintett wird sich PCR-Tests unterziehen und soll bei negativen Ergebnissen in Bad Sassendorf zur Verfügung stehen. Falls es die Kommune des Gastgebers ermöglicht und für Amateursportler bereits die 3G-plus-Regel anwendet.

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