Fußball-Oberliga

Darum darf Felix Frank bei seiner Rückkehr zur HSV nicht spielen

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Seitenwechsler: Felix Frank (rechts) spielte bis zum Winter für die HSV. Bei seiner Rückkehr mit Rheine darf er nicht auflaufen. Leon Tia dagegen, hier noch im Trikot von des FC Eintracht, spielt dagegen mittlerweile im zweiten Jahr für die Hammer.

Zweieinhalb Jahre lang schnürte Felix Frank die Fußballschuhe für den Oberligisten Hammer SpVg, ehe es ihn zum Ligakonkurrenten FC Eintracht Rheine zog. Am Sonntag kehrt der Defensivallrounder zurück - aber ohne Einsatz.

Hamm – Als Frank in der Winterpause von der 24nexx- in die OBI-Arena wechselt, hat das keinerlei sportliche Gründe, ist die aktuelle Ausgangslage beider Teams doch identisch: Abstiegskampf in der Oberliga Westfalen. 

Mit 22 Zählern liegt Frank mit seinem Team auf Rang 15 nur knapp über dem Strich, allerdings auch in Schlagdistanz zur HSV, die zuletzt mit zwei Niederlagen gegen die Kellerkinder der Liga ordentlich Lehrgeld zahlte. „Es waren rein private Gründe“, betont Frank, wenngleich äußerst erfreuliche: „Ich bin vor kurzem Vater geworden.“

Der Defensivallrounder ist ehrlich, gibt offen zu, dass er gerne bei der HSV geblieben wäre: „Ich hatte dort einen festen Job beim Hauptsponsor, konnte anschließend ein paar Meter weiter das Training besuchen.“ Über eine Stunde Fahrtzeit nahm Frank morgens und abends bis zum Jahreswechsel dafür in Kauf. Zeit, die er jetzt lieber mit seiner Familie in seiner Heimat in Ibbenbüren verbringt.

Seit seinem Wechsel zur Saison 2016/17 vom heutigen Regionalligisten SV Rödinghausen zur HSV absolvierte Frank 39 Oberliga-Partien für die Rothosen, allein in der laufenden Spielzeit streifte er sich 13 Mal das Trikot über. Es schwingt viel Melancholie mit, wenn er von seiner Vergangenheit in Hamm berichtet: „Wir hatten viele Höhen und Tiefen. Ich erinnere mich an meine erste Saison, in der wir sehr lange ganz oben mitgespielt hatten. Wir waren die Gejagten“, genießt der 27-Jährige beinahe die damalige Rolle. „Zum Ende hin hatten uns leider die englischen Wochen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Intensität war einfach zu hoch.“ 

Die HSV noch ganz genau im Blick

Im Folgejahr greifen Frank und seine HSV erneut den Aufstieg an: „Unter Trainer Sven Hozjak hatte der Kader noch mehr Qualität. Leider hat es erneut nicht gereicht.“

Dass er den aktuellen Werdegang seines alten Arbeitgebers regelmäßig verfolgt, stellt Frank eindrucksvoll unter Beweis: Die Ergebnisse jeglicher Vorbereitungs- und Ligaspiele des Jahres rattert er herunter, eine Einschätzung zum Endergebnis inklusive. Immer wieder huscht ihm das Pronomen ‘wir’ über die Lippen, obwohl er knapp 90 Kilometer entfernt nun gegen das runde Leder tritt. Frank hängt nach wie vor an dem Hammer Fußballverein.

Umso bitterer, dass er am Sonntag zum Zusehen verdammt ist: „Ich habe bei der Unterzeichnung in Rheine eine Klausel in meinen Vertrag verankert bekommen. Die besagt, dass ich in der Rückserie nicht gegen die HSV auf dem Feld stehen darf“, bedauert Frank.

Die Vereinbarung akzeptiert

Begeisterung über diese Notwendigkeit ist in der Stimme des neuen Rheine-Zehners nicht zu erkennen, Verständnis bringt er dennoch auf: „Die HSV hatte zu Saisonbeginn langfristig mit mir geplant. Deshalb akzeptiere ich diese Vereinbarung zwischen beiden Vereinen.“

Die Rückkehr ins Hammer Stadion wird sich Frank aber nicht nehmen lassen: „Natürlich werde ich trotzdem anreisen und mein Team an der Seitenlinie unterstützen“, sagt er. Auch, um bekannte Gesichter wieder zu sehen: „Ich befinde mich nach wie vor im Kontakt mit einigen. Mit Aldin Kljajic tausche ich mich regelmäßig aus.“ Thema ist das anstehende Spiel am Sonntag weniger, provozierende Whatsapp-Nachrichten blieben bislang aus: „Wenn wir telefonieren, geht es eher um private Dinge. Der Fußball gerät öfters in den Hintergrund“, schmunzelt Frank.

Spätestens am Sonntagabend werden die Akteure das eine oder andere Wort wechseln über den Keller-Kracher, den Frank kaum einzuschätzen vermag: „Es geht für beide Teams um einen sehr wichtigen Sieg. Deshalb gehe ich davon aus, dass es erst einmal um eine stabile Defensive auf beiden Seiten gehen wird. Keiner will ein frühes Tor kassieren.“ 

"Ein sehr verbissener Coach"

Um die Stärken der Hammer SpVg und Trainer René Lewejohann weiß Frank nur zu gut, erlebte er seine Ansprachen zum Ende des vergangenen Jahres doch noch persönlich: „Lewejohann ist ein sehr verbissener Coach, der sowohl offensiv als defensiv sehr viel Wert auf ausschlaggebende Kleinigkeiten legt. Er ist ein richtiger Motivator. Sie werden uns bereits früh in der eigenen Hälfte pressen“, sagt Frank, der dennoch die Schwächen im Spiel des Tabellen-13. ausmacht: „Ob die das Pressen lange durchhalten, steht auf einem anderen Blatt. Sie sind uns zwar spielerisch überlegen, dennoch fehlt ihnen vorne im Angriffsdrittel die Durchschlagskraft. In der Hinsicht werden wir mit unseren super Stürmern dagegen halten.“

Ein freundschaftliches Unentschieden würde Frank wohl unterschreiben, geht es für seine Eintracht im letzten Abschnitt der Saison doch „einzig und allein um den Klassenerhalt. Im kommenden Sommer wird ein Umbruch stattfinden. Tobias Wehmschulte vom Westfalenligisten SuS Neuenkirchen wird das Traineramt übernehmen.“

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