Fußball

Daniel Decker-Törö - der umstrittene Schiedsrichter steht vor der Rückkehr

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Daniel Decker-Törö kehrt mit Beginn des Ligabetriebs auf die Plätze zurück.

Ende Oktober 2019 hatte der Schiedsrichter-Ausschuss Unna-Hamm entschieden, den umstrittenen Unparteiischen Daniel Decker-Törö (VfK Nordbögge) bis zum 30. Juni 2020 nicht mehr einzusetzen. Jetzt winkt das Comeback.

Hamm - „Er hat von uns noch kein Spiel wieder bekommen“, sagte der zuständige Kreisschiedsrichterobmann Torsten Perschke (Hamm) auf WA-Anfrage, aber auch: „Sobald der normale Spielbetrieb anfängt, wird er dabei sein.“ Dann dürfte der Unparteiische zunächst wieder unter Beobachtung stehen. „Ich weiß nicht, ob wir das dann von der Kapazität schaffen, wahrscheinlich aber ja“, sagt Perschke.

Dass Decker-Törö nach dem 30. Juni noch keine Einsätze bei Test- oder Pokalspielen hatte, hänge auch damit zusammen, dass die im vergangenen Herbst verordneten Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen nicht abgeschlossen sind.

Die Maßnahmen für Decker-Törö

„Das ist corona-bedingt, da wir noch keine Schulungen wieder durchgeführt haben. Alles weitere hängt nun durchaus auch von ihm selbst ab“, sagte Perschke. Der Schiedsrichter-Ausschuss des Fußballkreises hatte vorgesehen, dass Decker-Törö in der Zeit seines Ausschlusses selbst als Schiri-Beobachter tätig werden und eine Patenschaft für einen Jungschiedsrichter übernehmen sollte. Schulungen und Einsätze im Kreissportgericht waren weitere Maßnahmen.

Der Kreisschiedsrichterausschuss hatte gegen Decker-Törö im vergangenen Oktober quasi eine Schutzsperre verhängt, nachdem er vor allem in den sozialen Medien heftig unter Beschuss geraten war. In der Zeit davor war es immer wieder zu Zwischenfällen gekommen, die begleitet waren von Protesten zahlreicher Vereine aus dem Kreisgebiet – zum Schluss vom SuS Oberaden.

Beim Spiel des SuS Oberaden eskalierte es

Beim Punktspiel in der Kreisliga B zwischen RW Unna II und der SuS-Reserve hatte Decker-Törö in der regulären Spielzeit zwei Oberadener mit Rot vom Platz geschickt und je einen Akteur beider Mannschaften mit Gelb-Rot. Das Geschehen eskalierte in der vierten Minute der Nachspielzeit, nachdem Decker-Törö beim Spielstand von 4:3 für Oberaden den Gastgebern einen Elfmeter zugesprochen und dem Verursacher Rot gezeigt hatte. RWU traf zum 4:4, Decker-Törö pfiff noch einmal an – und brach dann die Partie sogar ab, nachdem er zwei weitere Oberadener mit Rot und Gelb-Rot vom Platz geschickt hatte.

Es war bei weitem nicht das erste Spiel, in dem der Unparteiische im Blickpunkt stand. So verließen im Mai 2018 die Kicker des SV Langschede in Weddinghofen Mitte der zweiten Halbzeit den Platz, weil sie sich von Decker-Törö extrem benachteiligt fühlten. Und auch das war unter dessen Spielleitung kein Einzelfall.

Schon 2010 stand Decker-Törö im Fokus

Kritik am Unparteiischen, der seit gut zwei Jahrzehnten pfeift, gab es auch lange zuvor immer wieder. So im November 2010. Nachdem Decker-Törö bereits sechs Spielern des FC Overberge in Bönen die Rote Karte gezeigt hatte, holte dessen damaliger Trainer Daniel Frieg die restlichen Spieler vom Feld. Schon damals sah sich Perschke als KSA-Vorsitzender zum Handeln gezwungen. Allerdings hatte Decker-Törö da noch selbst entscheiden dürfen, ob er „nach den jüngsten Vorfällen erst einmal pausieren möchte.“

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