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Coronavirus in Hamm: So versorgen die Hammer Reitvereine die Pferde

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Auch zu Zeiten des Coronavirus und der dringenden Empfehlung, zuhause zu bleiben, müssen die Pferdebesitzer ihre Tiere versorgen.

Auch die Pferde müssen versorgt werden. So gehen die Hammer Reitvereine mit der Coronavirus-Pandemie um

Hamm - „Stay at home”, „Home-Office” oder Ausgangssperre – das sind momentan die wichtigen Empfehlungen und Vorschriften, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Doch für die Besitzer von Pferden und die Verantwortlichen der Hammer Reitervereine ist es nur bedingt möglich, diesen Aufforderungen Folge zu leisten. Sie müssen sich um ihre Pferde kümmern, sie versorgen und natürlich auch bewegen. „Die können ja nicht acht Wochen lang nur im Stall stehen”, sagt Helga Plümper, die 1. Vorsitzende des Reitervereins Pelkum. Und Nicole Matyssek, gleichzeitig Vorsitzende und Betreiberin des Märkischen Reitervereins am Kanal, fügt hinzu: „Wir haben es stundenweise über den Tag verteilt, dass die Einsteller die eigenen Pferde sowie wir die sechs Schulpferde, die wir haben, sehen, füttern, säubern und auch bewegen.”

Bis auf das Verpflegen der Pferde ist das Vereinsleben aber ansonsten auf den Reitanlagen komplett zum Erliegen gekommen, da unter die Verordnung der Bundesregierung, dass alle Sporteinrichtungen geschlossen sind, auch die Reitanlagen fallen. Entsprechend haben die Vereine Maßnahmen ergriffen.

So dürfen die Vereine keinen Unterricht mehr erteilen. „Der Reitunterricht mit unseren Schulpferden, der Voltigierunterricht und der private Pferdeunterricht finden derzeit nicht statt“, sagt Volker Ehrenberg vom RV Heessen. Dies hat zur Folge, dass den Vereinen wichtige Einnahmequellen wegfallen und ihnen große finanzielle Probleme bevorstehen. „Wir haben sechs Schulpferde zu versorgen. Das kostet Geld, aber es kommt derzeit kein Geld herein“, sagt Matyssek, die die Sorgen als MRV-Vereinsvorsitzende und Betreiberin gleich doppelt schwer treffen. „Das macht mir persönlich schon Angst.“

Den Vereinen fehlen aber nicht nur die Einnahmen durch den ausfallenden Unterricht, sondern sie dürfen auf absehbare Zeit auch keine Turniere ausrichten, die sowohl Geld in die Kassen spülen als auch meist für die Anmeldung neuer Mitglieder sorgen. „Wir wollten im Mai und Juni zwei große Turniere bei uns ausrichten“, sagt Elmar Siepmann, Reitlehrer beim RV Rhynern. „Wir müssen mal sehen, was passiert. Aber wenn die nicht stattfinden, ist das für uns sportlich und finanziell ein Verlust.“

So bleibt den Reitervereinen nichts anderes übrig, als zu hoffen – und eben die Pferde zu versorgen. Auf die Weiden dürfen die Pferde nämlich noch nicht. Da das Gras zu nass ist, würden die Tiere Koliken bekommen. So werden beim RV Pelkum die Schulpferde derzeit durch die Voltigierlehrer gesäubert, verpflegt und auf den Außenplätzen sowie in der Reithalle bewegt. „Aber es dürfen nie mehr als fünf Leute gleichzeitig auf der Anlage sein“, betont Plümper.

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