Fußball

Vereine stoßen an Grenzen: Hammer SpVg bittet um Spenden

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Einnahmen aus einem gut besuchten Derby würden den Oberligisten natürlich helfen, doch daran ist derzeit nicht zu denken.

Abbruch oder Fortsetzung? Weiter ist unklar, wie es für die Amateur-Fußballer weitergeht. Das hat finanzielle Auswirkungen für die Hammer Oberliga-Klubs.

Hamm - Wird die Saison 2019/20 im Amateur-Fußball noch einmal aufgenommen oder abgebrochen? Die Entscheidung steht weiter aus und wird wohl auch nicht in den nächsten Tagen fallen. Doch so lange die heimischen Fußballer nicht wissen, wie es aufgrund der Corona-Krise sportlich weiter geht, müssen sie sich fithalten. Und – was fast noch wichtiger ist – die Vereine müssen die laufenden Verträge mit ihrem kickenden Personal erfüllen – ein Umstand, der den Klubs bei fehlenden Erlösen alles andere als leicht fällt.

„Unsere Mitglieder sind durch unseren Präsidenten Jürgen Graef in einem Brief angeschrieben worden, in dem er zumindest seine Sorgen über die aktuelle Situation des Vereins zum Ausdruck bringt“, sagt Dirk Blumenkemper, Fußball-Abteilungsleiter und Vize-Präsident des Oberligisten Hammer SpVg zu dem Schreiben, in dem der Verein seine Mitglieder um Spenden bittet. „Uns fehlen die Einnahmen durch die Heimspiele, die natürlich im Etat einkalkuliert waren. Denn wir haben mit den Spielern bestehende Verträge, die wir erfüllen.“

Coronavirus in Hamm: Spieler verzichten auf 20 Prozent

Daher haben auch die Verantwortlichen der HSV in den vergangenen Tagen und Wochen die Gespräche mit den Spielern gesucht und darüber beraten, wie es mit der monatlichen Honorierung ihrer derzeit nicht gefragten Ballkünste weitergeht. „In Absprache mit den Vereinsverantwortlichen haben die Jungs zugestimmt, dass sie auf 20 Prozent ihres Geldes verzichten“, sagt Blumenkemper, der auf das Okay der Spieler angewiesen war, da er Kurzarbeit aus rechtlichen Gründen nicht bei seinen Akteuren umsetzen kann: „Das geht nur bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern. Und das sind unsere Spieler nicht.“

Daher sind bei den Verantwortlichen der Hammer SpVg die Hoffnung und der Wunsch groß, dass die Saison möglichst zeitnah aufgenommen wird. „Es wäre wichtig, dass das fix wieder anläuft, damit wir unseren Verpflichtungen weiter nachkommen können“, meint Blumenkemper, der der augenblicklichen Situation letztlich aber doch noch etwas Positives abgewinnen kann: „Wir haben viel Solidarität von unseren Partnern, Vereinsmitgliedern und Spielern erfahren. Man ist durch diese Corona-Geschichte ein Stück weit enger zusammengerückt.“

Rhynern zahlt noch ohne Einschränkungen

Auch der SV Westfalia Rhynern, der zweite Hammer Oberligist, hat unter den Auswirkungen der Corona-Krise und dem still stehenden Spielbetrieb zu leiden. „Aber wir kommen finanziell noch klar. Ich denke, wir werden das ganz gut überstehen“, sagt der Vorsitzende Arnulf Kleine. „Wir haben die letzte Auszahlung noch ohne Einschränkungen geleistet. Und über die weiteren Auszahlungen machen wir uns Gedanken, wenn wir wissen, ob und wie es weiter geht.“

Aktuell haben die Rhyneraner Verantwortlichen mit den Spielern noch nicht darüber gesprochen, wie viel Geld die Akteure noch bis zum ursprünglich angesetzten Saisonende am 30. Juni erhalten werden. „Wenn der Spielbetrieb demnächst wieder aufgenommen werden sollte, kommen wir den abgesprochenen finanziellen Vereinbarungen natürlich nach. Sollte die Saison abgebrochen werden und weder Training noch Spiele stattfinden, die Akteure also keine Verpflichtungen mehr haben, werden wir uns mit ihnen zusammensetzen und uns dann einigen“, stellt Kleine klar. Und will daher einfach abwarten, was in den nächsten Wochen passieren wird.

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