Coronavirus

Hammer Klubs kämpfen ums Überleben - senden aber wenig Hilferufe

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Covid-19 hat den Sport in Hamm vorerst komplett stillgelegt, doch hinter den Kulissen kämpfen derzeit die Vereinsvertreter so mancher Klubs um das Überleben.

Hamm - Wie Angelika Schulze, Vorsitzende des Stadtsportbundes Hamm, bestätigt, hat es bisher aber recht wenig Hilferufe aus der heimischen Sportszene gegeben.

Dabei handelt es sich in erster Linie um Fußball-Klubs, die sich zum Teil in einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb befinden, oder um Reitervereine, die momentan keinen Reitunterricht geben können, deren Pferde aber natürlich weiter versorgt werden müssen.

Die Geschäftsstelle des Stadtsportbundes ist derzeit zumindest eingeschränkt besetzt, um die Vereinsvertreter auch in Sachen Fördermittel beraten zu können. Der Stadtsportbund hat die Vereine bereits darüber informiert, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um diese schwere Zeit auch finanziell überbrücken zu können. Das Land Nordrhein-Westfalen hat erst vor einigen Tagen einen Topf in Höhe von zehn Millionen Euro für den Sport bereit gestellt. Den können Vereine anzapfen, die derzeit empfindliche Einnahme-Ausfälle durch die Absagen von Veranstaltungen wie Kanu-Regatten oder verschiedene Turniere zu beklagen haben. „Die Fachverbände haben ja inzwischen alle Veranstaltungen bis Ende Juni untersagt“, erklärt Schulze. „Und es gibt Vereine, die mit den Einnahmen im Rahmen einer größeren Veranstaltung einen großen Teil ihres Jahresetats abdecken“, weiß die SSB-Vorsitzende um diese Sorgen und Nöte. „Den meisten Funktionären sind die Antragsformulare schon bekannt“, erklärt Schulze. „Dennoch sind wir natürlich dazu bereit, bei entsprechenden Rückfragen zu helfen.“

Coronavirus in Hamm: Einige Vereine haben bereits Mittel erhalten

Einige Hammer Klubs haben die erste Not schon aus dem Topf für kleine und mittelständische Unternehmen lindern können. „Die Vereine, die sich in einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb befinden, können ebenfalls die 9 000 bis 15 000 Euro an öffentlichen Mitteln beantragen“, bestätigt Schulz. „Einige haben das auch schnell gemacht und den Betrag bereits erhalten.“

Was die lokale Sportförderung in Hamm angeht, ist, so die SSB-Vorsitzende, vorerst nicht mit Einschränkungen zu rechnen. „Sobald wir das Geld von der Sparkasse erhalten haben, werden wir den Betrag für die Jugendförderung an die heimischen Vereine überweisen“, versichert Schulze. Aus einem Teil des großen Topfes wurden zudem in der Vergangenheit Instandhaltungsmaßnahmen an den von den Vereinen gepachteten Sportstätten mitfinanziert. Diese Gelder wurden immer durch den Beschluss aller Hammer Vereinsvertreter in der Jahreshauptversammlung des Stadtsportbundes bewilligt, die in diesem Jahr auf Grund der Corona-Pandemie noch nicht stattfinden konnte.

„Wir dürfen das nicht alleine entscheiden“, bittet Schulze um Verständnis, dass diese Auszahlung erst nach der Jahreshauptversammlung erfolgen kann. Ansonsten bewundert die Stadtsportbund-Vorsitzende vor allem den Ideenreichtum einiger Übungsleiter in den Vereinen, mit dem sie ihre Mitglieder bei Laune halten. „Da gibt es WhatsApp-Gruppen und sehr interessante Videos mit Anleitungen für den Sport daheim“, erklärt Schulze, die darauf hofft, dass die Hammer Vereine diese schwere Zeit meistern können. Der kleine Dorfverein, der in erster Linie von den Mitgliedsbeiträgen lebt, wird es dabei leichter haben als die größeren Klubs, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führen oder sich auch über ein Kurssystem finanzieren. Die Fördermittel helfen, die Not zumindest etwas zu lindern.

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