Eishockey

"In guten wie in schlechten Zeiten": Solidaritäts-Aktion der Eisbären-Fans

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Liebevoll verziert: Der Eingang der Helinet-Eissportarena.

Die blauen Daumen schnellten im sozialen Netzwerk Facebook regelrecht nach oben, nachdem die Hammer Eisbären mit einem Fotobeitrag das Engagement ihrer Anhänger gewürdigt hatten.

Hamm - „Fans, wir lieben Euch!“ hieß es in der Bildbeschreibung. Und auch Werner Nimmert, Vorsitzender der Eis eG, räumt ein: „So eine Geste tut uns richtig gut.“ Der Grund für gerührte Mienen unter den Verantwortlichen des Eishockey-Regionalligisten war eine gelungene Überraschungsaktion der Fans.

Vier fleißige Eisbären-Unterstützer hatten am Abend zuvor den Eingang der Helinet-Eissportarena mit bunten Plakaten und motivierenden Botschaften geschmückt. „In guten wie in schlechten Zeiten“, spielt eine Aufschrift auf die anhaltende Coronavirus-Krise an, welche die nahe Zukunft des Eishockeyklubs in unbehagliche Ungewissheit einhüllt. „In dieser angespannten Situation wollen wir ein Zeichen setzen. Wir möchten unserer Mannschaft zeigen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten ist“, erklärt Sascha Schulte, der gemeinsam mit seiner Frau Christina sowie Sebastian Möller und Thomas Esau für die bunte Ummantelung der Eingangstüren sorgte.

Symbolischer Startschuss

Hinter den Schildern steckt jedoch mehr als nur eine spontane Idee gepaart mit Fleißarbeit. „Wir haben uns schon länger mit der Frage auseinandergesetzt, wie wir den Verein in dieser prekären Lage unterstützen können“, berichtet Schulte. Die Aktion sei nun der symbolische Startschuss für eine Reihe an Maßnahmen, die die Fans zu ergreifen versuchen, um die Zukunft ihres Vereins zu sichern.

Die einfachste Lösung, um zum Fortbestand der Eisbären beizutragen, versteckt sich jedoch in der Gesellschaftsform der Eissporthalle, welche den Klub trägt. „Die Eis eG ist eine Genossenschaft. Je mehr Anteilseigner wir haben, desto sicherer wird die Eishalle“, stellt Werner Nimmert klar und verweist auf die Vorteile: „Das Prinzip ist demokratisch. Jedes Mitglied kann sich aktiv einbringen und hat bei den Jahreshauptversammlungen eine Stimme.“ Außerdem schütze die Genossenschaft vor einer Insolvenz. „Als GmbH wären wir jetzt schon verschuldet.“

Coronavirus in Hamm: Nimmert ruft zur Unterstützung auf

Trotzdem ist es nicht so, dass sich die Verantwortlichen entspannt zurücklehnen können. „Eigentlich sollten es 2000 Anteile sein, wir stehen momentan aber erst bei 1500“, gewährt Nimmert einen Einblick und ruft zur Unterstützung auf. „Ohne Genossenschaft gibt es keine Eishalle.“ Schon 2015, als der Stadtrat den Eisbären ihren Rettungsplan genehmigte, stand fest: Wenn die Genossenschaft scheitert, wird die Arena dichtgemacht. Ein Szenario, welches die Eisbären um jeden Preis vermeiden wollen. Deshalb hoffen die Verantwortlichen auf monetäre Beihilfe. „Bloßes Schulterklopfen bringt uns nichts“, sagt Nimmert forsch.

Es liegt auf der Hand, dass der Eis-eG-Vorsitzende Gesten wie jene von Sascha Schulte in seiner Aussage ausklammert. Schließlich stärken sie den Zusammenhalt und bringen zudem Aufmerksamkeit. „Wir haben beobachtet, wie eine ganze Reihe an Autofahrern zum Eingang vorgedrungen ist, um zu schauen, was es mit den bunten Plakaten auf sich hat“, schildert Schulte. Seine womöglich schönste Beobachtung: Eine Mutter, die ihrem Sohn Wort für Wort den Inhalt auf den Schildern vorzulesen hatte. Vielleicht ein künftiger Anwärter auf den Eisbären-Nachwuchs.

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