Fußball

Empfehlung des Verbands-Fußball-Ausschusses: Jubel bei der Hammer SpVg

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Der Saison-Abbruch bei den Amateur-Fußballern dürfte besiegelt sein. Geht es nach dem Verbands-Ausschuss, wird die Saison ohne Absteiger gewertet. Das sorgt für Jubel in Hamm.

Hamm - Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat in einer am Donnerstagmittag veröffentlichten Pressemitteilung erklärt, dass er am 5. Mai eine Empfehlung zur Saisonwertung an das Präsidium und die Ständige Konferenz aussprechen wird. 

Der VFA spricht sich für eine Wertung der Saison mit Aufsteigern und ohne Absteiger aus. Und hat dafür wohl mittlerweile auch Rechtssicherheit. Denn das vom FLVW in Auftrag gegebene externe Rechtsgutachten unterstützt die Empfehlung des Ausschusses. Heißt: Der Verband sieht sich gegenüber möglichen Klagen von Klubs oder Sponsoren gewappnet.

Coronavirus in Hamm: Überwältigende Mehrheit für Saison-Abbruch

Zuvor hatte das Gremium mit allen überkreislich spielenden Vereinen Videokonferenzen durchgeführt. Die überwältigende Mehrheit hatte sich dabei ebenfalls für einen Saison-Abbruch ausgesprochen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Die weiterhin geltende Kontaktsperre und die anhaltende Schließung von Sportstätten machen auch ein Mannschaftstraining unmöglich.

„Die zuständigen Rechts-Experten haben ganz klar formuliert, dass ein Saison-Abbruch – auch bei höherer Gewalt wie der Corona-Pandemie – nicht zum Nachteil der Vereine gewertet werden soll“, wird FLVW-Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders zitiert. Eine komplette Annullierung der Saison 2019/20 sei keine Option mehr für den Verband. Der VFA werde deswegen eine Wertung der Spielzeit mit Aufsteigern vornehmen. Wie diese final aussehen wird, steht aktuell noch nicht fest.

Zwei Modelle stehen wohl noch zur Auswahl

„Wir werden uns alle Ligen genau anschauen und natürlich versuchen, die Empfehlungsgrundlage so fair wie möglich für die potenziellen Aufstiegskandidaten zu gestalten. Aufgrund einiger besonderer Situationen in einzelnen Staffeln wird es leider Härtefälle und Vereine geben, denen wir nicht gerecht werden können“, kündigt der VFA-Vorsitzende Reinhold Spohn an.

Zur Auswahl stehen wohl noch zwei Modelle. Zum einem die Wertung der Tabelle nach Abschluss der Hinrunde. Zum anderen die Wertung der aktuellen Tabelle, dann aber wohl mit Hilfe einer Quotienten-Regelung (Norweger-Modell), wie sie auch im Handball angewendet worden ist. So wird sichergestellt, dass Teams, die weniger Spiele absolviert haben, nicht benachteiligt werden.

Was passiert mit der SG Bockum-Hövel?

Von Bedeutung ist die Entscheidung, welche Wertung herangezogen wird, für Bezirksligist SG Bockum-Hövel. Zur Winterpause hatte die Mannschaft von Trainer David Schmidt die Tabelle nämlich noch angeführt. Mittlerweile liegt aber der SV Drensteinfurt vorne - und würde bei einer Wertung des aktuellen Klassements den Sprung in die Landesliga schaffen.

Fest steht hingegen bereits, dass der VFA für die kommende Saison die Bezirksliga-Staffeln von derzeit zwölf auf 14 erhöhen wird. Zudem soll es eine weitere Landesliga-Staffel geben (bislang vier). Damit wolle der Verband zu große Staffeln und längere Fahrtwege für die Vereine vermeiden. Die endgültigen Staffelanzahlen und die dazugehörigen Einteilungen könne der Verband jedoch erst dann bestimmen, wenn der VFA das Datum für einen neuen Saisonstart kennt.

Der SVE Heessen wird Bezirksligist

Einen zusätzlichen Aufstiegsplatz in die Bezirksliga erhalten die Kreise, die über einen „halben Aufsteiger“ (X,5) verfügen - zum Beispiel der Kreis Unna/Hamm (1,5) oder der Kreis Dortmund (2,5). „Bislang war es so, dass Relegationsspiele zwischen Mannschaften aus Kreisen mit ‚halbem Aufstiegsrecht‘ stattgefunden haben. Diese Relegationsspiele können nicht ausgetragen werden, so dass der halbe in einen direkten Aufstiegsplatz umgewandelt wird“, erläutert Spohn. 

Das bedeutet für den SVE Heessen, souveräner Spitzenreiter der Kreisliga A (1), dass er den Aufstieg in die Bezirksliga bereits sicher hat.

Doppelter Klassenerhalt für die Hammer SpVg

Und auch im Lager der Hammer SpVg dürfte Freude vorherrschen. Denn obwohl beide Seniorenteams - die Oberliga- und die Bezirksliga-Mannschaft - keinen einzigen Sieg eingefahren haben und abgeschlagene Schlusslichter ihrer Klassen sind, müssen sie nicht absteigen und können auch kommende Saison in der Oberliga und Bezirksliga antreten.

Aber auch der Landesliga-Schlusslicht TuS Wiescherhöfen, der sich jüngst von Trainer Sebastian Wessel getrennt hat, darf sich freuen: Er hat ebenfalls den Klassenerhalt sicher.

Die Überlegungen des Ausschusses betreffen die Meisterschaftsspiele der Männer und Frauen von der Ober- bis Kreisliga. Der Verbands-Jugend-Ausschuss (VJA) berate derzeit aber ebenfalls über die Wertung der Saison.

Weitere Gremien müssen noch zustimmen

Über die Empfehlung des VFA wird das Präsidium am Dienstag, 5. Mai, beraten. Am Montag, 11. Mai, tauschen sich die Mitglieder der Ständigen Konferenz – die sich aus den 29 Kreisvorsitzenden und den acht Präsidiumsmitgliedern zusammensetzt – über die Empfehlung aus. Anschließend wird diese auf einem Außerordentlichen Verbandstag zur finalen Abstimmung gestellt.

Aufgrund von Fristeinhaltungen wird dieser im Juni stattfinden. Die Zustimmung der weiteren Gremien sollte als Formsache gelten - schließlich waren sämtliche Klubs und Kreisvorstände bereits in den Entscheidungsprozess eingebunden.

„Wir sind uns alle einig und plädieren für ein Saisonende, was dann spätestens auch im Juni formell und rechtskräftig beschlossen werden soll. Für die Wertung der Spielzeit – wie immer sie dann final aussehen wird – hoffe ich ebenfalls auf das Verständnis der Vereine – hierfür bedanke ich mich noch einmal ausdrücklich“, so FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski.

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