Handball

Coronavirus: ASV-Chef Franz Dressel sieht "Bereitschaft zur Solidarität"

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ASV-Geschäftsführer Franz Dressel

Wie geht es weiter in den Handball-Bundesligen? Das Coronavirus beschäftigt die Verantwortlichen der Klubs. Auch ASV-Geschäftsführer Franz Dressel.

Hamm - Am vergangenen Freitag hatten sich die Verantwortlichen der Handball Bundesliga (HBL) noch Gedanken darüber gemacht, aufgrund der Corona-Krise Ligaspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen – vier Tage später laufen die Drähte im HBL-Vorstand heiß. Priorität in den Gesprächen genießt dabei längst nicht mehr der eigentliche Spielbetrieb. Mittlerweile geht es schlicht um die nackte Existenz der Vereine in den Profiligen.

„Wir arbeiten mit Volldampf, haben mehrere Telefonkonferenzen am Tag“, sagt Franz Dressel, der neben seiner Funktion als Geschäftsführer des Handall-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen auch das Amt des Vizepräsidenten 2. Liga bei der HBL bekleidet. „Die Sache ist dramatisch. Für mich ist klar erkennbar, dass wir nicht über ein Problem reden, das sich bis zum 30. Juni erstreckt, sondern über eins, das uns am 30. Juni 2022 noch beschäftigen wird.“

Bis zum 23. April hat die HBL den Spielbetrieb der 2. Liga zunächst ausgesetzt. Das Szenario, dass das Coronavirus die Welt wesentlich länger im Würgegriff halten wird, zeichnet sich immer deutlicher ab. „Aktuell wird kein Verein Spielerverträge unterschreiben, Sponsoren werden erst zu einem späteren Zeitpunkt Gespräche aufnehmen“, ist sich Dressel sicher. „Ich glaube nicht, dass im Moment bei unseren Partnern die Türen dafür offen stehen, um über Sponsorenverträge zu reden.“

Kurzarbeitergeld ist ein Thema

So geht es bei den Gesprächen im HBL-Vorstand derzeit eher darum, ob die Politik den Klubs finanziell helfen kann. „Alle Vereine der ersten und zweiten Liga sind berechtigt, Kurzarbeitergeld zu beantragen. Das könnte für ein paar Monate helfen. Der Ruf nach Hilfe vom Staat ist einheitlich laut geworden“, sagte etwa HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Und Dressel ergänzt: „Wichtig ist, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen. Dazu gehört auch, dass wir prüfen, ob etwa die Jahresbeiträge zur Berufsgenossenschaft vielleicht gestundet werden können, um möglichst alle Vereine vor der drohenden Insolvenz zu bewahren und ihnen die Basis zu geben, auch im nächsten Jahr am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Bereitschaft zur Solidarität ist jedenfalls vorhanden.“

Ob die Liga ihre Saison tatsächlich noch beenden wird, wagt derzeit niemand zu prognostizieren. Fünf Spieltage gilt es nachzuholen, sollte ab dem 24. April wieder gespielt werden. Angesichts des eng gestrickten Terminkalenders eine ambitionierte Aufgabe. „Wir werden vom 30. Mai zurück eine unverbindliche Planung machen, um zu sehen, wann wir spätestens wieder anfangen müssten“, rechnet Dressel vor. „Dabei ist aber noch gar nicht geklärt, ob etwa auch die Hallen zur Verfügung stehen.“ Er selbst empfindet es daher als „schwer vorstellbar, dass wir bis zum 30. Juni nochmal einen Ball in die Hand nehmen“.

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