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Corona-Verdacht bremst HSV aus: Spiel um Platz drei in Hilbeck abgesagt

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Von: Rainer Gudra

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Im Halbfinale in Hilbeck hatte die HSV am Freitag gegen Türkspor Dortmund (Spielszene) verloren.
Im Halbfinale in Hilbeck hatte die HSV am Freitag gegen Türkspor Dortmund (Spielszene) verloren. © Heinke, Sebastian

Die Hammer SpVg hat das für Sonntag angesetzte „kleine Finale“ im Turnier des SV Hilbeck gegen den Stadtrivalen SG Bockum-Hövel absagen müssen.

Hamm - „Wir hatten zwei Corona-Verdachtsfälle am Samstagabend in unserer Mannschaft“, berichtete der Sportliche Leiter Holger Wortmann aus dem Lager des Fußball-Westfalenligisten. „Für uns war die Absage letztlich alternativlos“, sagt Wortmann, „wir haben da eine Fürsorgepflicht. Einerseits möchte ich nächste Woche nicht 25 Coronafälle im Kader haben, andererseits müssen wir auch an die Bockum-Höveler denken, an den Schiedsrichter oder andere Besucher.“

„Nicht seriös“, einfach anzutreten

Auch könne er nicht riskieren, „dass sich Spieler bei der Hitze übermäßig anstrengen, während sie das Virus unwissentlich in sich tragen.“ Es sei einfach nicht seriös, dann anzutreten, wenn man nicht wisse, wie sich die Lage entwickeln würde. „Spieler aus der U21 mit reinzunehmen, ist auch keine Alternative gewesen, nachher haben wir zwei Mannschaften, die betroffen sind“, meinte Wortmann.

Lange gemeinsam in der Kabine gesessen

Seine Vorsicht ergibt sich vor allem daraus, „dass die Spieler am Freitag nach dem mit 0:4 verlorenen Halbfinale gegen Türkspor Dortmund noch lange gemeinsam in der Kabine gesessen haben.“ Alle mussten sich testen lassen. „Ich habe am späten Samstag noch Dieter Bethlehem per Whatsapp über unser Problem und die Absage informiert“, berichtet Wortmann. Er selbst habe am Freitag keinen engen Kontakt zur Mannschaft gehabt und war gestern auch beim Finale in Hilbeck, um in Gesprächen mögliche Missverständnisse auszuräumen.

Denn die HSV hatte bereits beim Spiel gegen Türkspor über große personelle Probleme geklagt. Gut ein Dutzend Spieler aus dem Westfalenliga-Kader standen Trainer Heiko Hofmann nicht zur Verfügung. „Wäre es ein einfaches Testspiel und kein Turnier, hätte ich wohl abgesagt. So müssen wir noch einmal alle Kräfte mobilisieren“, hatte Hofmann nach der 0:4-Niederlage gegen den Westfalenligisten aus der Parallelstaffel 2 gesagt.

Eine Woche Trainingspause bei HSV

Auf die Saisonvorbereitung haben die Corona-Verdachtsfälle zunächst keine Auswirkung. „Man hätte auch sagen können: Einen besseren Zeitpunkt hätten wir uns dafür nicht aussuchen können, denn die Jungs sehen sich die ganze nächste Woche nicht.“ Denn nach drei Wochen harter Vorbereitung hatte Trainer Hofmann eine einwöchige Pause bis zum kommenden Wochenende sowieso eingeplant, „damit alle noch einmal den Kopf frei kriegen und wir im organisatorischen Bereich vielleicht noch ein paar Sachen regeln können“.

Schon am Wochenende darauf, am Samstag, 30. Juli, steht für die HSV im Kreispokal das erste Pflichtspiel der Saison beim Türkischen SC Kamen auf dem Programm (17 Uhr, Schulzentrum). Ein gutes Gefühl hat Holger Wortmann nicht: „Ich bin mir sicher, dass das mit dem Virus in den nächsten Wochen und Monaten schlimmer wird.“

Woller: Entscheidung ist nachvollziehbar

Marc Woller, Trainer der SG Bockum-Hövel, fand die Entscheidung der HSV-Verantwortlichen absolut nachvollziehbar. Seine Mannschaft habe stattdessen am Sonntag unter der Leitung von Oliver Müsse trainiert, einige spielten in der Reserve, die den Test beim SuS Scheidingen II mit 11:1 für sich entschied.

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