Fußball

Corona und Fußball - Wiescherhöfen-II-Trainer sagt: „Die Austragung von Spielen ist derzeit unnötig“

Jan-Christoph Behnke, Spielertrainer des TuS Wiescherhöfen II
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Jan-Christoph Behnke, Spielertrainer des TuS Wiescherhöfen II

Die zweite Mannschaft des TuS Wiescherhöfen hat ihre bisherigen vier Spiele der jungen Saison in der Fußball-Kreisliga A verloren. Doch nicht nur das: Nach einem positiven Corona-Test bei einem der Spieler des Tabellenvorletzten befindet sich das Team auch noch in Quarantäne. 

Hamm - Spielertrainer Jan-Christoph Behnke bezieht im Interview Stellung zur aktuellen Situation.

Herr Behnke, wie bewerten Sie die sportliche Situation bis zur Quarantäne? Es wurden immerhin schon zwei Spiele gegen die direkten Konkurrenten aus Lohauserholz und Stockum verloren.
Die sportliche Situation ist natürlich nicht zufriedenstellend. Die 1:2-Niederlage gegen Bönen war in ihrer Entstehung bitter, das Spiel danach gegen Hölzken II nicht erklärbar und letztlich gehen die verlorenen Spiele gegen den TSC und Stockum in Ordnung. Es reicht einfach nicht, phasenweise gut im Spiel zu sein. Da fehlt bei uns der Wille, die Spiele auch mal durchzuziehen. Zudem haben wir viel Qualität verloren.
Jetzt befinden Sie und Ihre Mannschaft sich in Quarantäne. Beschreiben Sie mal, wie eine derartige Situation abgewickelt wird.
Zunächst hat uns die Mitteilung eiskalt am 27. September nach dem Spiel gegen den SV Stockum erwischt. Über unseren Torwart sowie Vorstandsmitglied Tobias Harbach wurden wir darüber informiert, dass der TSC Hamm in der Partie am 20. September zwei Spieler aufgestellt hatte, die anschließend ein positives Corona-Testergebnis aufwiesen. Anschließend hat sich die Maschinerie in Gang gesetzt, nach und nach wurden Spieler, Betreuer und weitere Beteiligte, die am Spiel gegen den TSC teilgenommen haben, durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gesetzt. Es hat allerdings bis Dienstag gedauert, bis alle Beteiligten eine Benachrichtigung bekommen haben. Zuvor gab es aber schon die klare Empfehlung, Kontakte zu vermeiden. Die verordnete Quarantäne galt zunächst bis zum 4. Oktober. Doch während der Testung wurde leider auch einer unserer Spieler positiv getestet, sodass das Gesundheitsamt die häusliche Absonderung bis zum 11. Oktober verlängert hat.
Welche persönlichen Dinge müssen durch solch eine Entwicklung eingebüßt werden?
Die Aussicht auf 14 Tage Quarantäne mag für den einen oder anderen zunächst verlockend klingen. Wenn die persönliche Entscheidung rauszugehen aber untersagt wird, ist das eine andere Sache, als wenn man freiwillig zu Hause bleibt. Da kann einem mal die Decke auf den Kopf fallen. Zumindest kann auch digital mal gemeinsam ein Bierchen getrunken werden und der notwendige Abstand wird auch eingehalten. Dadurch, dass ich täglich angerufen werde, weiß das Gesundheitsamt höchstwahrscheinlich besser als meine eigene Familie darüber Bescheid, wie es mir gesundheitlich geht. Wenn man persönlich den ganzen Quarantäne-Prozess betrachtet und die Prozedur selbst mitgemacht hat, kann man darauf jedoch sehr gut verzichten.
Nun gab es diese Situation schon bei einigen Mannschaften in der Kreisliga A, aber auch in höheren Ligen. Wie sehen Sie den aktuellen Zusammenhang zwischen der Corona-Lage und dem Amateurfußball?
Gerade im Rückblick auf die vergangenen Wochen muss ich sagen, dass ich persönlich die Austragung von Fußballspielen derzeit für eher bedenklich und auch unnötig halte. Es reichen ja schon Verdachtsfälle, damit die Spiele abgesagt werden. Es werden dabei einfach viel zu viele Personen involviert, wenn es nur einen positiven Fall in einer Mannschaft oder dem weiteren Umfeld gibt. Persönlich bin ich nicht bereit, aufgrund meines Hobbys eine weitere Quarantäne oder schlimmer sogar eine Infektion in Kauf zu nehmen, wenngleich der Fußball einen großen Stellenwert für mich besitzt. Allerdings verzichte ich gerne erstmal einmal auf den Fußball, wenn ich dadurch das Gesundheitsrisiko für mein familiäres sowie privates Umfeld etwas minimieren kann. Auch aus der Sicht der Spieler vermute ich, dass sämtliche Arbeitgeber zurecht kein Verständnis dafür aufbringen, wenn die Leute sich in ihrer Freizeit diesem Risiko aussetzen.

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