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Corona trifft den ASV: Infektions-Welle sorgt für Zwangspause

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Von: Günter Thomas

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Coronabedingte Zwangspause: ASV-Coach Michael Lerscht ist einer der Infizierten.
Coronabedingte Zwangspause: ASV-Coach Michael Lerscht ist einer der Infizierten. © Günter Thomas

Ende der vergangenen Woche meldete Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen einige Corona-Fälle im Kader des Zweitliga-Teams. Jetzt sind weitere Fälle hinzugekommen.

Hamm - Die für Samstag angesetzte Testbegegnung gegen den TuS Ferndorf wurde abgesagt – mittlerweile hat die aggressiv wütende Omikron-Variante dafür gesorgt, dass der Trainingsbetrieb beim aktuellen Tabellenfünften der Liga empfindlich gestört ist. Die Zahl der Infizierten hat sich über das Wochenende auf acht erhöht – außerdem weilen derzeit Spielmacher Dani Baijens und der nachnominierte Kreisläufer Lars Kooij aus der ASV-Trainingsgruppe mit dem niederländischen Team bei der Europameisterschaft. Torhüter Vladimir Bozic befindet sich nach seiner Muskelverletzung im Aufbautraining. Und der Trainer? Der ist ebenfalls nicht von Covid-19 verschont geblieben. Dass nun auch das zweite und letzte Vorbereitungsspiel der Wintervorbereitung am Freitag bei der HSG Wetzlar auf der Kippe steht, ist da noch das geringste Problem.

„Die Nase ist seit Sonntag ein wenig zu, ich habe leichte Erkältungseffekte. Und so geht es den meisten der Jungs in der Mannschaft auch“, signalisiert Michael Lerscht, die Stärke der Symptome betreffend, zumindest leichte Entwarnung.

Was die Wintervorbereitung der Mannschaft betrifft, ist die Gemengelage allerdings deutlich komplizierter. „Alle Infizierten befinden sich in unterschiedlichen Stadien, weil sie zu verschiedenen Zeitpunkten positiv getestet worden sind“, sagt Lerscht. „Eine echte Vorbereitung ist nicht möglich. Ich bin gespannt, wann wir wieder komplett zusammen kommen können. Wenn wir Pech haben, kommen wir vor dem ersten Meisterschaftsspiel nach der Pause nur auf zwei, drei gemeinsame Einheiten. Einen Trainingsplan kann ich gerade jedenfalls nicht machen.“

Noch intensivere Testung bei den Verbliebenen

Am Montag traf sich nach den zuletzt trainingsfreien Tagen zumindest die aufrechte Schar der Verbliebenen mit den Akteuren aus dem erweiterten Kader wieder in der Halle. „Jens Gawer oder Christof Reichenberger werden dann das Training übernehmen, wobei es da eher darum geht, wieder ein bisschen aufs Tor zu werfen“, sagt ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers, der hofft, dass „wir jetzt von weiteren Infektionen verschont bleiben“. Zu diesem Zweck würden die Spieler noch intensiver als ohnehin getestet.

Eine längere Pause ist angesichts der wartenden Aufgaben nicht möglich. „Wir müssen sehen, dass wir langsam wieder in Wallung kommen“, sagt Lammers. „Bis zum Ligastart gegen Rostock sind es nur noch zwölf Tage. Und ich hoffe, dass dann am Mittwoch die ersten der infizierten Spieler wieder zurückkommen, nachdem sie negativ getestet und von Teamarzt Andreas Kilhey gecheckt worden sind.“

Baijens und Kooij sind weiter bei der EM

Auch aus Sicht von Lerscht läuft dem Team die Zeit davon. Denn sollte dieses ohne eine vernünftige Vorbereitung am 5. Februar in die Restspielzeit starten müssen, wäre der Trainingsrückstand kaum zu kompensieren. Zumal Baijens und Kooij, die bei der EM überraschend die Hauptrunde erreicht haben, nach ihrer Rückkehr ein paar freie Tage zur Regeneration benötigen, ehe sie wieder ins Training einsteigen.

Erschwerend kommt hinzu, dass der ASV mit einer englischen Woche startet: Nach Rostock folgt am Mittwoch (9. Februar) das Nachholspiel bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim und am Samstag drauf die Begegnung beim TSV Bayer Dormagen. Drei Begegnungen, die selbst mit optimaler Vorbereitung schon maximale Herausforderungen darstellen.

Wann kann Lerscht zurückkehren?

Wann der Coach selbst wieder zur Mannschaft stoßen kann, ist offen. „Das wird frühestmöglich am Donnerstag oder Freitag der Fall sein. Du musst ja erstmal 48 Stunden symptomfrei sein, ehe eine Freitestung möglich ist“, sagt Lerscht, der von der „Ansteckungsgewalt“ der Omikron-Variante überwältigt war: „Das ist schon Wahnsinn. Ich sitze ja nicht einmal mit den Spielern in einer Kabine.“

Einziger Lichtblick im ASV-Lager ist die Hoffnung, dass die Mannschaft nach der aktuellen unfreiwilligen „Durchseuchung“ für den Rest der Saison besser gegen weitere Corona-Ausbrüche gefeit ist. „Das“, so Lerscht, „wäre dann – wenn es tatsächlich so ist – der positive Aspekt an dieser Sache.“

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