Handball

Franz Dressel mit eindringlichem Appell

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Den Gehaltsverzicht von Spielern und Mitarbeitern sieht ASV-Geschäftsführer Franz Dressel als positives Zeichen und als Ansporn zugleich.

Hamm – Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Mit einem Offenen Brief hat sich Franz Dressel, Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, an Fans, Sponsoren und Geschäftspartner seines Vereins gewandt, um über die dramatischen Ausmaße der Corona-Pandemie auf den Handball-Sport und speziell den ASV hinzuweisen.

„Jeder weiß, dass die Corona-Pandemie unser Leben (...) erheblich beeinträchtigt. Es wurden zu Recht Schutzmaßnahmen angeordnet, die die Ansteckungsgefahr und soziale Kontakte verringern sollen“, heißt es in dem Brief, der an Medien, Geschäftspartner und Fans versendet wurde. „Das Präsidium der Handball Bundesliga (HBL) hat den Spielbetrieb der 1. und 2. Handball-Bundesliga zunächst bis zum 23. April unterbrochen. Ich halte es dennoch für nicht wahrscheinlich, dass vor Juni wieder Spiele stattfinden werden. Wir haben allerdings die Hoffnung, dass Nachholspiele im Juni stattfinden können.“

"Uns fehlen fest kalkulierte Einnahmen"

Durch die allgemein stark angespannte wirtschaftliche Lage geraten auch die Klubs in eine Existenz bedrohende finanzielle Schieflage. „Alle Vereine sowie viele kleine, mittlere aber auch größere Unternehmen treffen die Corona-Folgen in erheblichem Ausmaß. Uns fehlen fest kalkulierte Einnahmen der noch ausstehenden fünf fast ausverkauften Heimspiele, bei laufenden Kosten, die unsererseits zu erfüllen sind“, schreibt Dressel weiter und verweist darauf, dass kein Verein, auch nicht der ASV, ohne Unterstützung von außen in dieser Situation bestehen könne.

Mitarbeiter und Spieler verzichten auf Gehalt

"Um das Aushängeschild der Stadt Hamm nicht zu verlieren“, sei der ASV auf Solidarität des Umfelds angewiesen. Den ersten Schritt dazu haben die Spieler des Profi-Kaders und Mitarbeiter des Klubs laut Dressel jetzt getan. „Heute haben unsere Mannschaft und unsere Mitarbeiter in der Geschäftsstelle ein erstes Zeichen gesetzt und dem Verein durch teilweisen Gehaltsverzicht Unterstützung zugesagt“, bestätigt Dressel, der mit der Unterschrift der Spieler in der kommenden Woche rechnet. „Das ist für uns, Geschäftsführung, Management und Wirtschaftsrat, die wir uns Tag für Tag größtenteils ehrenamtlich um unseren Verein kümmern, ein Ansporn für die vorausliegende Arbeit, aber auch ein positives Zeichen zugleich.“

Antrag auf Kurzarbeitergeld

Wie hoch die finanziellen Einbußen sein werden, sei noch nicht endgültig geklärt, erklärte Dressel im WA-Gespräch. Innerhalb der beiden Bundesligen wird aber von etwa 25 Prozent gesprochen, wobei die Zahlen von Verein zu Verein differieren können. Um der drohenden Insolvenz zu entgehen, hat der Tabellenfünfte zudem wie die anderen Klubs der Liga einen Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt.

Abschließend verspricht der ASV-Macher: „In den nächsten Wochen werden wir hoffentlich wissen, wo uns die Folgen der Corona-Pandemie hinführen wird und ihnen über die Entwicklung des ASV Hamm-Westfalen in allen Bereichen transparent berichten.“

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