Radsport

Corona bringt den Weltrekordversuch von Marius Prünte ins Stocken

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Der Hammer Radsportler Marius Prünte hat damit zu kämpfen, dass er derzeit kaum Partner für seinen Weltrekordversuch findet.

Corona bringt den Weltrekordversuch von Marius Prünte ins Stocken - aber Aufgeben ist für den Hammer Radrennfahrer Marius Prünte keine Option. 

Hamm – Er hat Großes vor. Im kommenden Jahr will Marius Prünte der schnellste Radrennfahrer der Welt werden und auf einem Spezialrad die Marke von über 300 Stundenkilometer knacken (der WA berichtete). Doch jetzt sind die Pläne des 30 Jahre alten Radrennfahrers, der am Langewanneweg ein Fahrrad-Geschäft besitzt, wegen der Corona-Pandemie gehörig ins Stocken geraten. „Es ist augenblicklich enorm schwer, Sponsoren für dieses Projekt zu finden. Dadurch ist die Bewerbungsphase ins Stagnieren gekommen“, sagt Prünte, fügt aber gleichzeitig hinzu: „Ich halte an dem Weltrekordversuch weiter fest.“ 

Der Radfreak hat in den vergangenen Wochen fast jede freie Minute genutzt und zahlreiche Firmen sowie Unternehmen angeschrieben, um diese als Partner für die Erfüllung seines Kindheitstraumes, der schnellste Radfahrer der Welt zu sein, zu akquirieren. Doch er erhält fast ausnahmslos Absagen. „Ich kann die Firmen natürlich verstehen. Der Wirtschaft geht es derzeit nun mal nicht gut, die machen nicht viel Umsatz. Da kommen die nicht gerade auf die Idee, den Prünte zu sponsern. Fast alle sind in Kurzarbeit oder haben Sorgen wegen der Spätfolgen wegen Corona und wollen kein Geld ausgeben. Ich bekomme zu hören, dass ich vor dem Ende der Pandemie mit so einer Anfrage nicht ankommen muss“, berichtet Prünte von seinen erfolglosen Versuchen, Mitstreiter und Geldgeber für sein Projekt, das den Namen „WORLDRECORD.300+“ trägt, zu finden. 

Dabei hat er es nach einer langwierigen Knieverletzung geschafft, wieder in Form zu kommen. Er hat die Corona-Zeit genutzt, um viel auf seinem Rad unterwegs zu sein und hat kräftig in die Pedalen getreten. „Ich merke, dass ich wieder richtig fit werde. Bei einer Untersuchung wurde mir das bestätigt, da waren meine Werte echt gut“, sagt der als Brandmeister arbeitende Prünte. 

Um seine Form noch weiter zu verbessern, benötigt er nun aber Radrennen, um die für den Rekordversuch passende Tempohärte zu erlangen. Doch Wettkämpfe sind derzeit nicht in Sicht. Auch diesbezüglich muss er genauso wie in Sachen Sponsorensuche auf das Prinzip Hoffnung setzen und die Daumen drücken, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie möglichst schnell überstanden sind. „Mein Ziel ist es weiterhin, im nächsten Jahr den Weltrekord nach Hamm zu holen. Ich lasse mich da nicht unterkriegen“, sagt er. Derzeit hat die Amerikanerin Denise Mueller-Korenek mit 296 km/h die Bestmarke inne, Prünte will der erste Mensch sein, der im Windschatten eines Sportwagens oder Dragsters über 300 km/h schnell sein wird. „Das habe ich im Visier.“ 

Wenn er die nötigen Partner gefunden hätte, hätte er nicht nur mehr Planungssicherheit, sondern könnte dann auch schon die nächsten Schritte in Angriff nehmen. So kümmert er sich derzeit weiterhin darum, das Projekt auf ein solides Fundament zu stellen, erstellt unter anderem eine professionelle Homepage für sein Unterfangen. Und er kümmert sich um den Linienbus, den er vor einigen Monaten erworben hat. Den Innenausbau des Gefährts, das er für Werbezwecke nutzen will, hat er abgeschlossen, jetzt behebt er in Zusammenarbeit mit einer Firma die technischen Mängel, damit der Bus durch den TÜV kommt. „Das ist natürlich auch alles wichtig. Aber ich wäre gerne schon weiter. Und vor allem würde ich gegenüber den Partnern auch Wort halten. Denn denen habe ich gesagt, dass ich den Weltrekord im nächsten Jahr angreife, und dazu möchte ich eigentlich auch stehen“, betont Prünte. 

Dass er sein Projekt im schlimmsten Fall um ein Jahr verschieben muss, damit hat er sich noch nicht beschäftigt. Er geht weiter davon aus, im kommenden Jahr entweder in der Wüste des US-amerikanischen Staates Utah oder auf einem Flugplatzgelände in Europa den seit 2018 bestehenden Weltrekord zu überbieten: „Ich bin keineswegs gefrustet. Und Aufgeben ist keine Option.“

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