Fußballkreis Unna-Hamm

Corona-Aus: Keine Hallenfußball-Turniere im Winter - Auch "Rehbein" hat Zwangspause

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Volle Ränge und Budenzauber wird es in diesem Winter in Hamm nicht geben. Auch das Anton-Rehbein-Gedächtnisturnier in Heessen – hier im Dezember 2019 mit Uentrop gegen die Hammer SpVg – hat Zwangspause.

Bereits 42 Mal lockte das Anton-Rehbein-Gedächtnisturnier des SVE Heessen stets zwischen Weihnachten und Neujahr die Fußballfans in die Sachsenhalle – in diesem Winter bleiben die Türen für die 43. Auflage geschlossen.

Hamm – Denn für die Saison 2020/2021 werden im Fußballkreis Unna-Hamm wegen der Corona-Situation grundsätzlich keine Hallenturniere genehmigt. Das teilte der Kreisvorsitzende Michael Allery in der neuesten Ausgabe der „amtlichen Mitteilungen“ für den westfälischen Verband mit. Nicht nur der SVE Heessen ist von dieser Entscheidung hart getroffen. Auch der TuS Germania Lohauserholz, die SG Bockum-Hövel und der BV Hamm09 haben in der Winterpause größere Seniorenturniere zur Teildeckung ihres Jahresetats auf die Beine gestellt. 

„Wir haben schon damit gerechnet und darüber nachgedacht, dass es nichts werden würde“, sagt Konstantin Rühl, Geschäftsführer des SVE Heessen. Und das aus zweierlei Gründen: Zuvorderst durch Corona, aber auch durch den Wasserschaden, der in diesem Sommer nach einem starken Gewitter in der Sachsenhalle entstanden ist. „Da waren wir uns absolut nicht sicher, ob die Halle bis dahin wieder zu nutzen ist“, sagt Rühl, „deshalb hatten wir schon mehrere Vorstandssitzungen, um Alternativen zu finden, vielleicht auch in eine andere Halle zu wechseln.“ Inzwischen ist wohl klar: Die Halle muss nicht saniert werden.

"Verband hat richtig entschieden"

 „Letztlich hat der Verband richtig entschieden“, meint Rühl. „Und im Endeffekt hat uns der Verband eine sehr schwierige Entscheidung abgenommen“, sagt der 1. Vorsitzende des SVE, Markus Röser. Wie ein Anton-Rehbein-Turnier unter den derzeitigen Bedingungen ausgesehen hätte? Sportlich wohl nicht so attraktiv wegen der deutlichen Mehrbelastung durch größere Ligen und den späteren Saisonstart. Rühl: „Wir hätten in Kürze auch Kontakt zu den überkreislich spielenden Vereinen wie Wiescherhöfen, HSV, Rhynern oder Bockum-Hövel aufgenommen, um abzuklären, wie überhaupt eine Turnierteilnahme für sie hätte aussehen können. Denn am 20. Dezember das letzte Spiel in der Liga zu machen und am 26. bei uns anzutreten – da wäre die Belastung wohl zu hoch gewesen.“ Zumal die zweite Serie für die Oberligisten bereits wieder am 31. Januar und für die Landesligisten am 14. Februar beginnen soll. 

Wirtschaftlicher Schaden ist beträchtlich

Der wirtschaftliche Schaden sei schon beträchtlich, sagt Rühl, denn zu den Turniertagen war die Halle stets gut besetzt, weil attraktiv mit ausnahmslos Hammer Mannschaften besetzt. Das Finale 2019 zwischen Westfalia Rhynern und der Hammer SpVg (6:3) sahen 750 Zuschauer – ausverkauft. Und schon am ersten Vorrundentag waren die Ränge mit 400 Besuchern gut gefüllt. Zudem werden auch ein Altherrenturnier und mehrere Jugendvergleiche durchgeführt, die für gute Umsätze sorgen. 

Wie der SVE Heessen das finanzielle Loch wieder aufzufüllen vermag, bleibt offen. „Wir hätten so oder so einen Schaden gehabt, denn ein Turnier unter Auflagen wäre ja deutlich unattraktiver gewesen“, sagt der SVE-Geschäftsführer. Schließlich wäre der klassische „Rehbein-Modus“ kaum umsetzbar gewesen. An einem Turniertag mit zehn Teams in zwei Gruppen wären mit Spielern und Betreuern schon etwa 120 Personen in der Halle gewesen. Entsprechend gering wäre die Zahl der Zuschauer ausgefallen, die dann noch ins Hygienekonzept gepasst hätten.

Absage für Turnierorganisator "bitter"

 „Wir alle sind uns vorher schon einig gewesen, dass wir Stimmung in der Halle brauchen. Das ist der Reiz des Turniers. Von daher können wir uns nun auf das Jahr 2021 konzentrieren und dürfen hoffentlich ein tolles Rehbein-Turnier veranstalten“, blickt Röser in die Zukunft. Sehr bitter sei die Absage, findet Christoph Kruckenbaum, federführend bei der Organisation des Turniers, doch „mit jeder erneuten Sitzung, in der es auf der Tagesordnung Rehbein hieß, wurde eine Austragung auch ohne den Verbandsbeschluss immer unrealistischer.“

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