SG Handball Hamm

Vor dem Saisonstart: Coach Reichenberger im Interview

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Christof Reichenberger, Trainer der SG Handball Hamm II, freut sich darauf, dass er mit seinem Team am Sonntag in den Meisterschafts-Modus wechseln darf.

HAMM - Für die SG Handball Hamm II startet am Sonntag beim TuS Möllbergen (17.30 Uhr/Sporthalle Porta Süd) der Oberliga-Betrieb. Vor dem Auftakt sprach Marcel Guboff mit Trainer Christof Reichenberger über die Vorbereitung, die Arbeit mit jungen Spielern und die Ziele für die neue Saison.

Herr Reichenberger, schaut man auf die Ergebnisse, verlief die Vorbereitung recht positiv. Wie sieht das spielerische Fazit aus?

Christof Reichenberger: Die Ergebnisse waren in der Tat okay, aber darauf dürfen wir jetzt auch nicht mehr achten. Jetzt wechseln wir in den Meisterschafts-Modus.

Wo sehen Sie denn die Stärken Ihrer Truppe?

SG Handball Hamm II:

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Reichenberger: Ganz klar in der Abwehr. Da haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wir haben eine körperlich große Truppe mit Tobi Weßeling, Jan Brosch, Dominik Weigel, Nils Korte oder Marius Schrage. Das sind allesamt Leute, mit denen man eine ordentliche 6:0-Deckung präsentieren kann. Im Innenblock machen vor allem Brosch, Weigel und Weßeling ihre Sache schon jetzt richtig gut. Man hat gesehen, dass wir auf diese Weise viele Bälle erobern können, um direkt in die erste Welle zu gehen. Dazu haben wir flotte Außen, um die Konter zu fahren. Die musst du erst einmal aufhalten.

Auch wenn man nicht gerne über Schwächen spricht: Wo sehen Sie noch Luft nach oben?

Reichenberger: Im Angriff, insbesondere aus dem gebundenen Spiel heraus. Da brauchen wir sicherlich noch Zeit, bis das eine Rädchen ins andere greift. Es gibt noch viele Schwächen, aber viele sind auch individueller Natur. Daran werden wir mit jedem Einzelnen arbeiten. In jeder Person steckt noch eine Menge Potenzial. Perfekt ist keiner, sonst würden ja alle höher spielen als Oberliga.

Ihre Mannschaft ist recht jung. Könnte das zum Problem werden, um in der Liga zu bestehen?

Reichenberger: Als Problem sehe ich das nicht, ganz im Gegenteil. Unser Ziel ist es ja, die Jungen nach vorne zu bringen, damit sie den Sprung nach oben schaffen.

Wie machen sich die Jungen bislang?

Reichenberger: Sie sind durchweg ehrgeizig – ob es ein Eike Jungemann ist, ein Maurice Behrens oder aber auch die, die schon vorher bei uns im Team waren, wie Phil Schrage. Dadurch ist jeder Einzelne gezwungen, noch mehr Ehrgeiz zu entwickeln. Die Motivation ist klar gestiegen. Das kann uns nur helfen.

Der Kader ist allerdings recht dünn besetzt.

Reichenberger: Grundsätzlich ja. Jan Brosch und Fabian Huesmann sind mit ihrem Doppelspielrecht oft im Zweitliga-Team von Kay Rothenpieler zum Einsatz gekommen und fehlten uns dann hin und wieder in der Vorbereitung. Aber das ist normal, wenn du als Unterbau arbeitest. So muss halt jeder aus dem Stamm mehr Verantwortung übernehmen. Nicht nur die Älteren wie Tobi Weßeling, Gregor Stefek oder auch Sören Feldmann, sondern auch ein Marius Schrage. Auch wenn er erst 24 ist, hat er schon einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel. Andersherum sehe ich keine Gefahr, weil wir das Konstrukt so strukturiert haben, dass jede Mannschaft ein Auffangbecken hat. So habe ich auch immer einen Blick auf die A-Jugend und die Landesliga-Truppe – denn auch sie gehören zu diesem Konstrukt.

Wie genau sind denn die Rollen von Fabian Huesmann und Jan Brosch definiert? Beide sind auch Bestandteil des Zweitliga-Teams.

Reichenberger: Jan hat sich in den letzten Wochen so überragend entwickelt, dass Kay nicht auf ihn verzichten möchte. Fabian profitiert sicher auch ein wenig von der Verletzung von Joscha Ritterbach. Aber das ist ja der Austausch, den wir brauchen und wollen. Wenn oben alle dabei sind, ist es so, dass beide fester Bestandteil des Oberliga-Kaders sind. Jan ist bei uns Kapitän. Ihn wollen wir so weit bringen, dass er mit seinen noch 22 Jahren das Wort führt und als Bindeglied fungiert.

Ist die Mannschaft gerüstet für den Saisonauftakt?

Reichenberger: Die Jungs sind froh, dass die Vorbereitung zu Ende ist. Sie brennen und wollen der Oberliga beweisen, dass der Abstieg vor zwei Jahren mit der HSE ein Versehen war. Viele aus dem damaligen Team sind ja immer noch bei uns.

Es geht für Sie los in Möllbergen, dann kommt Spenge. Wie stufen Sie das Auftaktprogramm ein?

Reichenberger: Das lässt sich noch nicht einschätzen. Die Oberliga ist deutlich ausgeglichener als in den Jahren zuvor. Es wird sicher fünf, sechs Mannschaften geben, die um die Meisterschaft spielen – und genauso viele werden gegen den Abstieg kämpfen.

Wer zählt denn zu Ihren Favoriten?

Reichenberger: Menden ist sicher nicht zu unterschätzen – ebenso wenig Hagen II, das ein Großteil seiner Regionalliga-Truppe auflaufen lässt. Auch LIT gehört für mich zum Favoritenkreis, aber da kann man fast durch die halbe Liga gehen.

Welche Platzierung strebt denn die SG an?

Reichenberger: In erster Linie wollen wir nicht absteigen. Das Hauptziel ist, die jungen Spieler weiterzubringen. Wenn wir gut arbeiten, kommt der Erfolg von selbst. Aber das wollen wir nicht an einem Tabellenrang festmachen.

Das Oberliga-Team der neuen Spielgemeinschaft dient nun als Unterbau der Zweitliga-Mannschaft. Inwiefern hat sich Ihre Trainingsarbeit verändert?

Reichenberger: Natürlich liegt der Augenmerk auf der Bundesliga. Wir haben dieses Becken, um Leute nach oben abgeben zu können. Wir gucken dann gemeinsam von Woche zu Woche, wer wo spielt. Durch den Unterbau hast du aber auch mehr Möglichkeiten, strebsame Spieler nach oben und faule nach unten zu schicken. Wir haben versucht, einige Konzeptionen gleich zu trainieren und mit dem selben Namen zu versehen. Wir haben im Verein einen roten Faden entwickelt. So ist jeder in jeder Mannschaft einsetzbar. Wir müssen uns dabei immer nach oben orientieren, aber das ist kein Problem.

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