Christopher Hafer wird U21-Europameister im Faustball

Hammer holt WM-Titel vor über tausend Fans

Große Party mit den Fans: Deutschlands U21 wird Europameister und mittendrin mit der Nummer vier der Hammer Christopher Hafer.
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Große Party mit den Fans: Deutschlands U21 wird Europameister und mittendrin mit der Nummer vier der Hammer Christopher Hafer.

„Unfassbar!“ Auch mit ein paar Tagen Abstand fehlen Christopher Hafer noch die Worte für das Erlebnis, auf das er und der deutsche Faustball in Grieskrichen zurückblicken. Im Oberösterreichischen fanden gleich vier internationale Meisterschaften statt – und die deutschen Teams gewannen alle. Mit dabei waren Christopher Hafer als Spieler der U21, Heike Hafer und Hartmut Maus als Trainer der U18-Mädchen sowie rund 8000 Faustball-Fans an vier Tagen.

Grieskirchen – Schon die Kulisse bescherte Christopher Hafer, der für den Hammer SC in der Verbandsliga spielt, eine Gänsehaut. „Nach zwei Jahren Pause war das ein Mega-Event unter freien Himmel. Die Stimmung war total ausgelassen“, meinte der Hammer. Dazu passten aus deutscher Sicht die Ergebnisse. Für Hafer und die U21 stand die Europameisterschaft an. Im kleinen Rahmen, nur mit den Gegnern Österreich und der Schweiz. Gespielt wurde zunächst eine Vorrunde, in der sich Deutschland 3:0 gegen die Eidgenossen und knapp mit 3:2 gegen den Gastgeber durchsetzte.

Tags darauf ging es gegen Österreich um Gold. Hafer und Co. waren favorisiert, „aber Österreich hat es uns verdammt schwer gemacht mit den Fans im Rücken“, meinte der Hammer. Mit einem 11:6, 12:10 und 11:9 verteidigte sein Team den Titel, wehrte dabei bei Temperaturen von fast 40 Grad auch Satzbälle ab. „Die Fans haben eine Heidenstimmung für den Gastgeber gemacht. Da so eine Leistung abzuliefern, ist supergeil. Das Gefühl ist kaum zu beschreiben“, jubelte der HSC-Akteur noch, als er längst zurück zuhause war.

Ein schöner Abschluss aus der U21

Dabei kam der 21-Jährige im Finale gar nicht zum Einsatz, sondern nur gegen die Schweiz. Weil die eigentlich zu alten 1999er-Jahrgänge noch einmal mitspielen durften, da ihr letztes U21-Jahr der Pandemie zum Opfer gefallen war, war Hafer der Jüngste im zehnköpfigen Aufgebot. „Einige davon sind schon im A-Kader etabliert“, ist der Hammer nicht böse um die Entscheidung des Trainers. Außerdem ist auf seiner Position zentrale Mitte/Zuspiel der Brettorfer Hauke Spille gesetzt. „Der ist einen Tacken besser“, gibt Hafer zu, der nun ebenfalls aus der U21 hinausgewachsen ist. „Umso schöner war der Abschluss“, freut er sich über den Titel, den er schon 2017 mit der U18 geholt hatte, mit der er 2016 und 2018 auch Weltmeister beziehungsweise Vize geworden ist.

Mit der Euphorie der EM im Rücken will Hafer sich ab dem 22. August ganz auf die HSC-Mannschaft konzentrieren, die in der Verbandsliga den schon im Vorjahr angepeilten Aufstieg in Angriff nehmen wird. Erstes Etappenziel ist das Erreichen der Aufstiegsrunde im Oktober.

Christopher Hafer kam im Spiel gegen die Schweiz zum Einsatz.

Auch Hammer Trainer erfolgreich

Mit den deutschen Erfolgen war es mit dem Triumph der U21 allerdings noch nicht vorbei. Die Frauen wurden Weltmeisterinnen, und auch in der U18 gingen die WM-Titel bei Jungen wie Mädchen nach Deutschland. Dabei hatten Vertreter des HSC ihre Hände im Spiel. Heike Hafer und Hartmut Maus, der seit diesem Jahr die Trainingsarbeit beim HSC unterstützt und früher selbst für den TV Westfalia auf dem Platz stand, betreuen gemeinsam die weibliche U18. Im Gegensatz zur U21 hatten die Mädchen immer wieder mit Regen und den daraus entstehenden Platzverhältnissen zu kämpfen. „Die Platzverhältnisse waren schwierig. Es war aber nicht so schlecht wie angesagt“, meinte Hafer. Der Boden war weich, und auf den Matsch musste immer wieder Sand aufgetragen werden.

In der Vorrunde schlug Deutschland Österreich mit 3:0 und geriet gegen die Schweiz in Rückstand, weil sich deren großgewachsene Aufschlagspielerin den nassen Rasen geschickt zum Vorteil machte. Am Ende behielt das deutsche Team aber mit 3:2 die Oberhand. Zum Abschluss der Gruppenphase setzte es ein unglückliches, aber letztlich für Platz eins irrelevantes 2:3.

Das Halbfinale bescherte den Deutschen ein Wiedersehen mit der Schweiz, das diesmal locker mit 3:0 gewonnen wurde. Das Endspiel gegen Österreich entwickelte sich zur Regenschlacht, die Deutschlands Nachwuchs mit 10:12, 11:9, 11:8 und 13:11 für sich entschied.

Nach dem Erfolg steht für Hafer und Maus nun die Vorbereitung auf die nächsten Großereignisse an. Die Sichtung für die EM im Sommer 2022 und die WM im Januar 2023 in Neuseeland beginnt unter den schwierigen Corona-Bedingungen.

Glückliche Trainer im Regen: Hartmut Maus umarmt Heike Hafer.

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