Christoph Neuhold: Stippvisite beim neuen Verein

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Christoph Neuhold (rechts) im Gespräch mit ASV-Manager Kay Rothenpieler.

Hamm - Die Stadt zeigte sich nicht von ihrer besten Seite, als Christoph Neuhold zu einem ersten Kurztrip nach Hamm kam, um sich zum medizinischen Check beim ASV Hamm-Westfalen vorzustellen und anschließend seinen neuen Teamkollegen in der Partie gegen den HC Empor Rostock (31:30) bei der Arbeit zuzusehen.

Dauerregen und ungemütlich böige Winde begrüßten den Neuzugang des Handball-Zweitligisten in der Lippestadt. „Es waren nicht allzu viele Leute unterwegs“, lächelt Neuhold, der bereits mittags mit ASV-Coach Niels Pfannenschmidt zum Essen verabredet war.

Doch spätestens, als er die Westpress-Arena betrat, war sich der 21-Jährige sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Hier ist alles sehr professionell“, staunt Neuhold. „Und die Halle schaut super aus. Das ist schon etwas anderes als bei uns in Österreich. Beeindruckend.“

Anfang Februar hat der Rückraumlinke einen Vertrag beim Hammer Zweitligisten unterschrieben. Ab Juli wird er – wahrscheinlich gemeinsam mit seiner Freundin – vom österreichischen Krems nach Hamm ziehen und für mindestens zwei Jahre das Team des ASV verstärken. „Ich kenne nicht so viele Mannschaften aus der 2. deutschen Liga“, gibt er freimütig zu. „Aber Hamm schon – auch, weil mein Teamkollege in Krems, Vlatko Mitkov, mir einiges erzählt hat.“

Nur Gutes, versteht sich. Schließlich hatte Mitkov seinen Anteil dazu beigetragen, dass der ASV 2010 den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft hat. Ein Ziel, das auch Neuhold mit seinem künftigen Verein anpeilt. „Es wäre schön, wenn wir an die Tür zum Oberhaus anklopfen könnten“, sagt er und hofft, dass er der Mannschaft dabei helfen kann. „Natürlich muss ich mich erst an alles hier gewöhnen. Aber ich möchte mich weiterentwickeln und den nächsten Schritt in meiner Karriere machen.“

Die verlief bislang wie ein Traum für den Rückraumakteur. In der schmucken mit knapp 8 000 Einwohnern übersichtlichen obersteierischen Gemeinde Trofaiach aufgewachsen, führte sein Weg unausweichlich zum Handball. Denn sein Vater spielte beim heimischen Zweitligaclub und arbeitete dort später auch als Jugendtrainer. „Mit fünf habe ich mit dem Handball angefangen“, erinnert sich Neuhold. „Und bin dort bis ich 19 war geblieben, ehe ich nach dem Abitur in die erste österreichische Handballliga HLA nach Krems gewechselt bin.“ Dort spielt er jetzt im dritten Jahr beim aktuellen Ligazweiten, ist sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eine Bank. Doch als das Angebot aus Hamm kam, „habe ich nicht lange überlegt“, will er die Chance, in Deutschland Fuß zu fassen, nicht vorbeiziehen lassen.

Sein neuer Coach schwärmt vor allem von den Defensivqualitäten des 21-Jährigen, der nach rund 70 Junioren-Länderspielen für Österreich mittlerweile zum festen Personal der A-Nationalmannschaft von Patrekur Johannesson („Ein riesen Talent in Österreich.“) zählt. „Ich habe die WM-Qualifikation gespielt, das war cool“, sagt er stolz. „Ich war schon überrascht, dass ich da so viel eingesetzt wurde – in der Abwehr sogar fast durchgehend. Aber der Trainer war, glaube ich, zufrieden. Sonst hätte ich ja nicht so viel gespielt.“ Zufrieden war auch Neuhold selbst, der in seinen acht Länderspielen vier Treffer erzielt hat, nun nach dem Gruppensieg in der Quali allerdings in den Play-Offs auf Dänemark trifft. „Das ist natürlich ein harter Brocken“, weiß er, dass es schwer werden wird, den Sprung zum Turnier 2017 nach Frankreich zu schaffen.

In Hamm hofft er schnell Fuß zu fassen, am liebsten in der Deckung im Innenblock und vorne auf Halblinks. „Ich kann auch Zweier, also halb decken, aber in der Mitte ist es mir lieber“, sagt Neuhold, der seine Stärken in der Deckungsarbeit und im Angriff in seiner Schnelligkeit und im Spiel Eins-gegen-Eins sieht. „Aber wo ich eingesetzt werde, sehen wir dann im Sommer.“

Beim Spiel gegen Rostock hat der Österreicher vor allem darauf geachtet „wie die Leute das auf meiner Position machen. Aber allgemein auch, wie die Stimmung auf dem Feld ist. Das Publikum. Wie die Halle ist.“ Das Urteil fiel positiv aus. So gut, „dass ich am liebsten gleich mitgespielt hätte“. Doch damit muss sich der Rückraumakteur noch ein wenig gedulden, auch wenn er für den Frühling bereits einen weiteren Besuch in der neuen Heimat angekündigt hat, um sich der Wohnungssuche zu widmen. „Und dann werden wir uns auch die Stadt noch einmal anschauen“, sagt er. Möglichst bei besserem Wetter.

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