"Thundercat"-Rennen

Hammer Carsten Röhrig fegt mit 100 km/h übers Wasser

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Action pur: der Hammer Carsten Röhrig (rechts) bei der EM in Gibraltar.

HAMM - Für Carsten Röhrig spielen Motoren eine bedeutendere Rolle als für die meisten anderen Menschen. Der Hammer hat nicht nur beruflich, sondern auch privat mit PS, Schnelligkeit und Technik zu tun. Neben der Leitung einer Kfz-Firma fährt der 41-Jährige seit mehreren Jahren erfolgreich „Thundercat“-Rennen.

„Thundercats“ sind Katamaranschlauchboote, die durch einen Außenborder angetrieben werden und bei Flachwasser bis zu 100 km/h schnell sein können. Ausgerichtet werden die Boote aber auch auf raues Gewässer und Wellen, da es bei dem Sport verschiedene Disziplinen gibt. Oft kommt es vor, dass die Sportler hohe und waghalsige Sprünge hinlegen – also ein durchaus gefährliches Hobby, das Röhrig seit mittlerweile fünf Jahren betreibt.

Zu seiner ungewöhnlichen Leidenschaft ist er über seinen Beruf gekommen. Der Hammer ist seit 20 Jahren Leiter einer Kfz-Firma, deren Spezialgebiet zwar Oldtimer sind, die sich gelegentlich aber auch mit Booten beschäftigt. 2009 bekam er einen Auftrag für eine Boot-sportrennserie, für die Röhrig Motoren bauen sollte. „Der Job war sehr interessant, und ich habe mich dann über den Sport, der dort betrieben wurde, informiert“, erklärt er den Startschuss für seine Karriere im „Thundercat“- Rennsport.

Allerdings beklagt er, dass er in Hamm nicht die Möglichkeit hat, regelmäßig auf dem Wasser zu trainieren. „Da macht mir die Wasserschifffahrtsbehörde aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die ich mit meinem Boot erreiche, einen Strich durch die Rechnung. Ich kämpfe immer noch darum, eine Genehmigung zu bekommen“, berichtet Röhrig – und fügt hinzu: „Bei einem Wettbewerb anzutreten, ohne das Boot vorher einmal zu fahren, ist nicht optimal.“ So war es auch in Gibraltar bei der Europameisterschaft. „Das ist schon ein echter Nachteil“, so Röhrig.

In Gibraltar hatte er Anfang Oktober zusammen mit seinem Hamburger Teamkollegen Markus Hinz an den kontinentalen Titelkämpfen teilgenommen.

In drei Disziplinen verlangten die Fahrer bei der EM ihren Booten alles ab. Röhrig und Hinz entschieden zunächst das Langstreckenrennen über 122 Kilometer für sich. Auch in der zweiten Aufgabenrunde, dem Surfwettbewerb, landeten sie weit vorne. Dabei wurden sie allerdings in eine Kollision verwickelt. Diese führte im Laufe des Kurzstreckenrennens, der letzten Disziplin, zu einem Motorschaden. Daher musste sich das Duo am Ende mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. „Wäre dieser Unfall nicht passiert“, ist sich Röhrig sicher, „hätten wir auf dem Treppchen gestanden.“ - jl

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