BVB und S04: Brian Cedric Wolff hatte prominente Stationen in der Jugend

Rhynerns Neuer spielt am liebsten auf der Zehn

Neu in Rhynern: Brian Cedric Wolff
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Neu in Rhynern: Brian Cedric Wolff

In der Jugend im DFB-Dress, jetzt bei Westfalia Rhynern. Brian Cedric Wolff wurde fußballerisch bestens ausgebildet und wagt jetzt in der Oberliga den verspäteten Sprung zu den Senioren. Der Neuzugang am Papenloh über sein Länderspieltor, seine zurückgezogene Zusage in Holzwickede und seine Lieblingsposition auf dem Feld.

Hamm – Die Erinnerung an das Tor – sein einziges im Dress der deutschen Fußball-Nationalmannschaft – ist bei Brian Cedric Wolff noch so präsent, als hätte er es gerade erst erzielt: Knapp fünf Jahre ist es her, dass der gebürtige Bergkamener, der in dieser Saison für Fußball-Oberligist SV Westfalia Rhynern spielen wird, das Trikot mit dem Adler auf der Brust trug. Von An- bis Abpfiff stand er für das U16-Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf dem Platz und erzielte beim 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Wales vor 1908 Zuschauern das zwischenzeitliche 2:0 (44.).

„Das war damals in Lippstadt, meine ganze Familie war da, meine Freunde. Daran erinnert man sich“, sagt der heute 20-Jährige noch immer mit strahlenden Augen. „Die Flanke kam über links, ich nehme den Ball mit der Brust an, lege ihn im Erstkontakt am Gegenspieler vorbei und schieße ihn Vollspann ins kurze Eck in den Winkel. Also ich kann mich da wirklich an alles erinnern. Jede Spielsituation. Und in meinem Zimmer habe ich noch ein Bild von dem Torjubel hängen.“

Jugendjahre in Dortmund, auf Schalke und in Kiel

Ein weiteres Länderspiel – ein 1:1 zwei Monate später in Tschechien – kam dazu. Mehr wurden es nicht für den jungen Offensivmann, für den Rhynern ein Neustart ist. Denn nach den schillernden Stationen seiner Jugendzeit, in der er mit 13 Jahren vom SuS Rünthe auszog, um zunächst bei Borussia Dortmund und anschließend fünf Jahre beim FC Schalke 04 sein Fußball-Glück zu suchen, schloss seine Jugend-Ausbildung nach einem Jahr in der U19 bei Holstein Kiel. Es folgte die Rückkehr in die Heimat nach Bergkamen, wo er hoffte, bei einem höherklassigen Verein unterzukommen. Im September, als die ersten Begegnungen der Saison schon gelaufen waren, schloss er sich dem Landesligisten Werner SC an.

Wollf sucht ein ruhiges Umfeld

Ein Gastspiel, das für den talentierten Offensivmann nur Zwischenstation sein sollte und noch kürzer wurde als geplant. Drei Spiele – dann war Lockdown. Und Wolff gab im Februar zunächst dem Rhyneraner Oberliga-Konkurrenten Holzwickeder SC die Zusage. Dass er sich im Mai noch einmal neu orientierte, sorgte beim HSC für Irritationen. „Das ist dadurch entstanden, dass sich bei Holzwickede der Umbruch größer gestaltet hat, als es mir die Offiziellen gesagt haben, dass die Leistungsträger weggegangen sind“, erklärt Wolff. „Ich wollte aber nach der Corona-Zeit in ein ruhiges Umfeld. Darum habe ich mich mit der Entscheidung einfach nicht mehr wohl gefühlt. Und wir hatten uns im Winter darauf verständigt, dass wir nochmal sprechen können, falls sich irgendwas ändert.“ Nach seiner Absage an Holzwickede ist der Kontakt nach Rhynern relativ schnell entstanden. Und intensiv geworden. Mitte Mai war klar: Wolff wechselt zur Westfalia.

Dort ist er schnell heimisch geworden. „Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen, ich habe mich eingewöhnt und die anderen beim Team-Event auch besser kennengelernt. Bisher fühle ich mich sehr wohl“ versichert er.

Der Sprung aus der Jugend ist auch für Talente groß

Dass er in Rhynern auf einen spielstarken Kader trifft, weiß der gebürtige Holzwickeder. Und, dass der Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich auch für so gut ausgebildete Nachwuchsleute wie ihn erst einmal groß ist – zumal die Lage durch Corona für seinen Jahrgang nicht leichter geworden ist und ihm im Grunde ein Jahr der Ausbildung fehlt.

„Ich kam ja auch verspätet nach Werne, weil ich vorher noch auf Vereinssuche war“, sagt er. „Klar kann man sich immer fit halten, Laufen gehen und alles. Doch das ist nicht dasselbe. Das Jahr fehlt jedem aus der A-Jugend – aber den anderen ja auch. Das muss man in der Vorbereitung mit vielen Spielen wieder reinholen.“

Lieblingsposition ist die Zehn

Seine klare Lieblingsposition ist „Zehner“, sagt er. „Zuletzt in Kiel habe ich auch auf der Sechs gespielt, auf der Acht. Und davor zwei Jahre als Rechtsverteidiger. Ich bin flexibel einsetzbar. Aber meine Lieblingsposition ist auf jeden Fall die zehn.“

An die Jugendjahre denkt er gerne zurück. „Gerade, weil ich als Schalke-Fan fünf Jahre für den Verein spielen durfte“, sagt Wolff, der bisher Sport- und Eventmanagement in Düsseldorf studiert hat und im August eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann beginnt. „Aber das ist Vergangenheit. Jetzt möchte ich mich weiterentwickeln.“ Und mit der Westfalia „möglichst viele Punkte holen und in die Play-offs kommen“. Das gerne mit vielen Wolff-Toren – er muss sich dann ja nicht zwingend an jedes erinnern.

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