Budde denkt mit 40 Jahren noch lange nicht ans Aufhören

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Traf zuletzt viermal gegen Hörste-Garfeln: Wiescherhöfens Torjäger Andre Budde.

Hamm -  Von seinen Mitspielern muss er schon mal einen dummen Spruch einstecken. „Opa rufen sie mich ab und an“, sagt Andre Budde, 40 Jahre alter Angreifer des Fußball-Bezirksligisten TuS Wiescherhöfen. Doch den Routinier stören die Sticheleien seiner Teamkollegen überhaupt nicht. Er lässt lieber Tore sprechen.

So wie am vergangenen Sonntag, als er beim 6:1-Sieg über den VfL Hörste-Garfeln gleich viermal erfolgreich war, sein Trefferkonto auf zwölf Tore hochschraubte und zeigte, dass er auch in einem Alter, in dem die meisten anderen Fußballer entweder ihre Karriere bereits beendet haben oder vielleicht noch bei den Alten Herren spielen, immer noch in der Bezirksliga mitmischen kann.

Dabei war er im Sommer mit eher kleinen Ambitionen an die Wielandstraße zurückgekehrt, nachdem er zwischenzeitlich als Spielertrainer beim A-Kreisligisten Hammer SC und bei der Reserve des SV Westfalia Rhynern sein Glück gesucht hatte. „Ich wollte die Vorbereitung mitmachen und dann schauen, ob es für die Erste reicht. Wenn nicht, hätte ich in der zweiten Mannschaft mit meinen alten Kumpels gespielt“, sagt Budde.

Doch es reichte mehr als genug. Mit seinen zwölf Treffern ist er nach Matteo Fichera von der SpVg Beckum (19) und Abdullah Sahin vom TSC Hamm (17) der drittbeste Torschütze der Liga und verblüfft damit nicht nur die gegnerischen Abwehrreihen, sondern auch den Vorsitzenden TuS Wiescherhöfen. „Als Andre im Sommer bei uns angeklopft hatte, ob er wieder bei uns spielen kann, bin ich erst einmal im Verein gegen ein paar Türen gelaufen“, berichtet Manfred Roland. „Aber er tut der Mannschaft einfach gut. Dass er Tore schießen kann, weiß man. Er hat einfach die ewige Jugendfrische, er wird nicht älter und ist immer noch grell.“

Für Budde ist es nach eigener Aussage pures Vergnügen, zum einen Fußball zu spielen und zum anderen an der Wielandstraße aufzulaufen. „Fußball ist mein Leben“, erzählt er. „Seit ich vier oder fünf Jahre alt bin, kicke ich. Und wenn sonntags mal kein Spiel ist, dann bekomme ich die Krise.“ So wie vor zwei Wochen, als der Ball in der Bezirksliga ruhte. Da half er dann kurzerhand in der Reserve aus – und traf auch dort. Aber auch die Sportanlage des TuS an der Wielandstraße übt auf ihn eine besondere Anziehungskraft aus. „Das ist ein klasse Gefühl, dort aufzulaufen“, erläutert er. „Meine Freunde und Bekannten sind dann immer da – es gibt nichts Schöneres. Zu einem anderen Verein werde ich jedenfalls nicht mehr wechseln.“

Ebenfalls keinen Gedanken verschwendet er daran, seine Karriere in absehbarer Zeit zu beenden. So lange er sich fit fühlt und die Bälle im Netz im Netz versenkt, will er weiter dem Leder nachjagen und in den gegnerischen Abwehrreihen Angst und Schrecken verbreiten. „Solange bei mir körperlich alles in Ordnung ist, werde ich spielen. Und wenn es nicht mehr für die Erste langt, dann kicke ich eben mit meinen Jungs in der Reserve“, betont er.

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