Gemeinsam auf Torejagd

Brüder Lennard und Jan Kleine stürmen für Rhynern

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Lennard Kleine (rechts) ist eine feste Größe im Offensivspiel des SV Westfalia Rhynern. Jetzt will auch sein Bruder Jan Kleine beim Oberligisten durchstarten.

Hamm - Im heimischen Garten haben sie früher oft gemeinsam Fußball gespielt und sich als Kinder gegenseitig Tricks beigebracht. Beim SV Westfalia Rhynern dagegen waren sie immer in unterschiedlichen Mannschaften im Einsatz, durften nie das gleiche Trikot überstreifen. Das hat sich seit dieser Saison geändert: Die beiden Brüder Jan und Lennard Kleine gehören dem Oberliga-Kader von Trainer Björn Mehnert an und können im gleichen Team auflaufen.

„Das ist eine coole Sache, ein tolles Gefühl“, freut sich der 24 Jahre alte Jan Kleine, der in Dortmund Sport und Elektrotechnik auf Lehramt studiert. Und sein zwei Jahre jüngerer Bruder fügt hinzu: „Das ist mal richtig chillig, mit dem Bruder zusammen zum Training zu fahren. Und für ihn freue ich mich sehr, dass er jetzt bei uns spielt.“ Während Lennard Kleine bereits in seine vierte Oberliga-Saison geht, ist die fünft höchste Spielklasse in Deutschland Neuland für den größeren Bruder. Zwar hatte er in den vergangenen Jahren hier und da schon mal im Mehnert-Team ausgeholfen, aber fest zum Kader hatte er noch nie gehört – er war fester Bestandteil der Bezirksliga-Reserve. „Es ist jetzt alles viel schneller und technisch anspruchsvoller“, hat er nach den ersten Testspielen und Pokalaufgaben erkannt, fühlt sich aber gerüstet, auch in der neuen Umgebung bestehen zu können. „Mit einem Stammplatz rechne ich nicht unbedingt. Aber ich will möglichst viel mitnehmen und alles aufsaugen. Im Training werde ich jedenfalls richtig Gas geben“, sagt er – wohlwissend, dass er auf der rechten Offensivseite in große Fußstapfen treten wird. Denn dort wirbelte in der vergangenen Saison Philipp Hanke, erzielte 20 Treffer und wechselte anschließend in die Regionalliga zur U23 von Borussia Dortmund.

„Das ist in der Tat ein schweres Erbe. Ich gebe mein Bestes. Und ich denke, als Mannschaft werden wir seinen Weggang auffangen“, meint Jan Kleine – und hofft, dass die Mannschaft in der am Sonntag starteten Spielzeit eine ähnlich gute Rolle einnehmen kann wie in der vergangenen, als die Rhyneraner Dritter geworden waren. „Ob wir wieder so hoch kommen, weiß ich nicht. Aber wir wollen schon erneut oben dabei sein“, betont er – auch wenn die Generalprobe mit der 0:2-Niederlage im Westfalenpokal beim Liga-Konkurrenten Sportfreunde Siegen misslungen war. „Die Rote Karte und das Gegentor danach haben uns das Genick gebrochen. Aber wir haben gesehen, dass der Gegner schlagbar ist – und das werden wir am Sonntag zeigen“, sagt Jan Kleine im Hinblick auf das erneute Duell mit den Sportfreunden.

Philipp Hanke als Vorbild

Während sein größerer Bruder noch um einen Platz in der Anfangsformation zittern muss, ist Lennard Kleine im Offensivspiel der Westfalia mittlerweile zu einer festen Größe geworden – auch wenn seine Leistungen in der Rückserie deutlich hinter denen der Hinrunde zurückgeblieben waren. „Das war wirklich eher bescheiden“, gibt der 22-Jährige, der an der Hochschule Hamm-Lippstadt studiert, ehrlich zu. Daher hat er auch für die kommenden Monate ein klares Ziel vor Augen. „Ich will an die Form des vergangenen Jahres anknüpfen und versuchen, eine konstante Saison zu spielen“, erklärt er und will sich dabei an den Vorstellungen von Philipp Hanke orientieren. „Auf ihn war immer Verlass. Er hat immer seine Buden gemacht. Das will ich auch schaffen“, betont Lennard Kleine. Ob es die Rhyneraner wieder schaffen, bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die Regionalliga mitzumischen, da ist er allerdings eher skeptisch. „Vor allem die Abgänge von Felix Bechtold und Philipp Hanke sind echt krasse Verluste. Und außerdem haben sich die Gegner inzwischen besser auf uns eingestellt“, meint Lennard Kleine. „Letztlich kann ich es nicht einschätzen, wo wir am Ende landen.“ Weitaus optimistischer ist er im Hinblick auf den kommenden Sonntag. „Zuhause sind wir immer gut drauf. Da werden wir gegen Siegen gewinnen“, stellt er klar.

Mehnert ist jedenfalls froh, die beiden nun in seinem Kader zu haben. „Jan fehlt zwar noch ein wenig der Zug zum Tor. Aber er hat einen großen Willen, er hat in der Vorbereitung toll mitgezogen. Und Lennard muss an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen. Im Training ist ihm dies zuletzt gelungen“, betont der Coach.

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