Hammer Profi-Fußballer in Dresden

BVB-Leihgabe zahlt Vertrauen zurück: Neues Glücksgefühl für Burnic

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Traumtor im Nationaltrikot: Der Hammer Dzenis Burnic bejubelt seinen Treffer zum 1:0-Sieg der U20-Auswahl gegen Portugal. Dafür wurde er von der ARD für das "Tor des Monats" nominiert.

Dzenis Burnic hat sein Glück bei Dynamo Dresden gefunden. Der vom BVB an den Zweitligisten ausgeliehene 20-Jährige erkämpfte sich einen Stammplatz. Dazu ist er für das „Tor des Monats“ nominiert.

Dresden/Hamm – Dzenis Burnic hatte allen Grund zur Freude. Mit dem linken Spann schoss er einen Abpraller aus der Abwehr volley in das linke Tordreieck. Es war sein erster Treffer im zehnten Spiel in der U20-Auswahl des deutschen Fußball-Bundes und bescherte dem DFB-Nachwuchs in Sandhausen somit den 1:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Portugal. Dieser Traumtreffer wurde jetzt von der ARD-Sportschau für die Auswahl zum „Tor des Monats“ im März nominiert.

„Ich habe sofort, als der Ball meinen Fuß verlassen hat, gespürt, dass ich ihn gut getroffen habe. Es hat einfach alles gepasst. Dass ich nun für das Tor des Monats nominiert bin, ehrt mich sehr“, erklärte Burnic im WA-Gespräch. Nach eher mageren eineinhalb Jahren hat die Karriere des vom SV 26 Heessen stammenden Profis, der schon im Alter von nur sieben Jahren zu Borussia Dortmund wechselte, offenbar durch den Transfer zum Zweitligisten Dynamo Dresden neuen Schwung bekommen.

In der Saison 2017/18 war Burnic vom BVB an den VfB Stuttgart ausgeliehen worden. Unter Trainer Hannes Wolf, der ihn schon im Nachwuchs in Dortmund betreute, kam er zu sechs Bundesliga-Einsätzen. Als Wolf allerdings von Tayfun Korkut abgelöst wurde, spielte Burnic plötzlich keine Rolle mehr.

Beim BVB nur im Regionalliga-Team im Einsatz

Auch in Dortmund schaffte er es in der Hinrunde unter Coach Lucien Favre angesichts des Überangebots an Spielern im Mittelfeld nur einmal in den Kader. Beim 2:0-Erfolg in der Champions League beim AS Monaco durfte er am 11. Dezember zumindest auf der Bank sitzen. Zuvor hatte er lediglich elfmal im Regionalliga-Team gespielt.

Daher musste er nicht lange überlegen, als sein Berater Ende Januar mit dem Angebot aus Dresden ankam. „Das Komplett-Paket stimmte, und ich wollte einfach spielen“, begründete Burnic seine Entscheidung, sich erst einmal bis zum Saisonende an Dynamo Dresden ausleihen zu lassen.

Die Sachsen nahmen das Talent mit offenen Armen auf. „Dzenis Burnic ist ein technisch und taktisch hervorragend ausgebildeter Defensivallrounder, der sich auf der Position im defensiven Mittelfeld und als Linksverteidiger am wohlsten fühlt“, erklärte Dynamo-Sportchef Ralf Minge bei der Vorstellung des gebürtigen Hammers. „Er steht voll im Saft und wird den Konkurrenzkampf in der Defensive weiter befeuern.“

Burnic freut sich über das Vertrauen

Und der 20-Jährige enttäuschte die Dresdner nicht. Nur beim ersten Rückrundenspiel in Heidenheim stand er nicht im Kader, weil er zuvor erst einmal mit der Mannschaft trainieren konnte. Am 11. Februar feierte er sein Debüt im Dynamo-Trikot, stand im Spiel beim Hamburger SV gleich in der Startelf.

Eine gute Leistung zeigte Dzenis Burnic (links) am Sonntag beim 0:0 von Dynamo Dresden im Heimspiel gegen Union Berlin.

Seitdem war er in weiteren sechs von sieben Begegnungen über die volle Distanz dabei, besaß auf zentraler Position im defensiven Mittelfeld des Zweitligisten mit guten Leistungen erheblichen Anteil daran, dass Dresden aus den letzten fünf ungeschlagenen Partien immerhin sieben Punkte holte und damit einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt unternahm.

Dzenis Burnic für das "Tor des Monats" nominiert: Hier abstimmen

„Ich habe mich in Dresden gleich sehr wohl gefühlt“, erzählte Burnic, der sofort eine möblierte Wohnung in der Sachsenmetropole bezog. „Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, auch mit dem Trainerteam komme ich sehr gut zurecht. Ich freue mich darüber, dass mir Trainer Christian Fiel zuletzt das Vertrauen geschenkt hat.“

Gelbe Wand kleiner, aber auch sehr laut

Farbtechnisch musste sich Burnic ohnehin nicht umstellen, denn die Dresdner tragen auch gelbe Trikots und schwarze Hosen. „Schwarz-Gelb passt“, meinte Burnic. Und auch im Rudolf-Harbig-Stadion hat er sich gleich zumindest etwas heimisch gefühlt. Schließlich darf er dort auch vor einer gelben Wand spielen. „Die ist natürlich etwas kleiner als in Dortmund, aber auch sehr laut“, erklärte der Mittelfeldspieler.

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Die Frage nach seiner Zukunft lässt er unbeantwortet. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund läuft noch bis zum 30. Juni 2020, das Leihgeschäft des BVB mit Dresden erst einmal nur bis zum Ende der Saison.

Riesenschritt Richtung Klassenerhalt möglich

Ober sich auch einen Verbleib bei Dynamo vorstellen könnte? „Darüber habe ich wirklich noch nicht ernsthaft nachgedacht. Ich will jetzt einfach nur möglichst viel spielen. Darauf konzentriere ich mich. Alles Weitere wird sich dann schon ergeben“, beteuerte Burnic, der sich nun erst einmal mit Dresden auf das nächste Meisterschaftsspiel am kommenden Samstag um 13 Uhr beim SV Sandhausen vorbereitet.

Mit einem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten könnte Dynamo dort schon einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen. Derzeit beträgt der Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz sechs Punkte. Sein Draht zu den ehemaligen Teamkollegen beim BVB ist allerdings nicht abgerissen. „Wir haben noch sehr oft Kontakt. Und ich fieber natürlich im Endspurt um die Meisterschaft mit. Ich wünsche den Jungs, dass sie den Titel nach Dortmund holen.“

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