Bogenschützen fiebern Bau einer modernen Trainingshalle entgegen

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Ehrgeizige Ziele: Der HSC will Hamm mit einer neuen Trainingshalle zu einer Hochburg des Bogenschießens machen.

Hamm - Die Bogenschützen des Hammer SC sehen optimistisch in die Zukunft. Noch in diesem Jahr soll an der Hubert-Westermeier-Straße eine moderne Trainingshalle entstehen, wie es sie in Deutschland sonst nur noch in Bayern und Berlin gibt. „Wir arbeiten daran, Hamm zu einer Hochburg des Bogenschießens zu machen“, sagt Abteilungsleiter Michael Siggemann.

In Westtünnen soll ein Traum für jeden Bogenschützen entstehen: eine 24 mal 30 Meter große, rollstuhlgerechte Trainingshalle mit Umkleiden, Toiletten, Büro und kleiner Werkstatt, in der am Material gearbeitet werden kann. Dazu wird in der Halle Videotechnik installiert, mit der sich etwa in starker Zeitlupe der Schuss analysieren lässt. Wer trainieren will, soll das dank individuellen Zugangs zu jeder Tages- und Nachtzeit tun können. Bis zu 18 Zielscheiben – bei Bedarf aufgeteilt auf die Bereiche Anfänger, Fortgeschrittene und Profi – lassen sich aufstellen.

Hauptausschuss und Vorstand des Hammer SC haben sich einstimmig für den Bau der Bogensporthalle ausgesprochen. Das abschließende Ja der Delegiertenversammlung am morgigen Donnerstag gilt als sicher. Für Halle, Parkplätze und flankierende Maßnahmen hat der Verein 320 000 Euro veranschlagt. Ein Teil davon wird durch Zuschüsse abgefedert.

Bislang zogen die Bogenschützen in der kalten Jahreszeit mit der gesamten Ausrüstung mehrfach in die Giesendahl-Halle um und wieder zurück. Dieser Aufwand gehört vielleicht schon ab Herbst der Vergangenheit an.

Künftig lässt sich das Training – auch bei schlechtem Wetter im Sommer – unkompliziert verlegen. „Allein für den Trainingsablauf ist die Halle unbedingt notwendig“, sagt Trainerin Jutta Emmerich. Der HSC hofft, bereits im September mit dem Guss der Bodenplatte beginnen zu können, die gut vier Wochen aushärten muss. Auch das Aufstellen der Leichtbaukonstruktion geht danach recht schnell. „Wir sind über die neue Halle mehr als glücklich. Sie ist eine ganz enorme Erleichterung für uns“, sagt Siggemann.

Sie ist nicht nur das. „Wir können in der Halle viel besser, häufiger und intensiver trainieren“, so Siggemann, der sich einen weiteren Aufwärtstrend seiner Abteilung verspricht. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre wuchs die Zahl der Bogenschützen im HSC von gut 150 auf jetzt 220. Damit liegt der Club in Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Bergauf ging es auch im Leistungssportbereich. Im vergangenen Jahr sicherten sich Karsten Sprenger, Lars-Derek Hoffmann und Simon Sparding bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Junioren den Titel mit dem olympischen Recurvebogen.

Schon jetzt reisen Schützen etwa aus Oelde und Bielefeld nach Westtünnen, um hier von der guten Infrastruktur zu profitieren. Mit dem Bau der neuen Trainingshalle – der erst vierten ihrer Art in Deutschland – wird die Attraktivität des Standortes Hamm weiter steigen – davon ist Siggemann überzeugt. „Ich rechne stark damit, dass die Halle einen Effekt haben wird. Wir sind dann einer der wenigen Vereine in Westfalen, die qualitativ hochwertiges Training das ganze Jahr über anbieten können.“

Für den Hammer SC ist der Bau der Trainingshalle nicht nur eine Investition in die Spitze, sondern auch in die Breite. „Das Bogenschießen ist eine Sportart, die man als Quereinsteiger in allen Altersklassen sehr gut ausüben kann“, sagt Geschäftsführer Kai Hegemann. Der Club hat ein Interesse an Kursen und Firmenevents im Bogenschießen registriert. Zudem wird es als Reha-Sport zum Teil über Krankenkassen gefördert. Für Emmerich ist das eine gute Entwicklung: „Man kann nur eine gute Spitze haben, wenn man ein breites Fundament hat“, sagt die Trainerin.

Sobald alle Baumaßnahmen auf dem Gelände abgeschlossen sind – voraussichtlich 2017 – könnte sich der HSC für die Austragung von Landes- oder sogar Deutschen Meisterschaften bewerben. „Das ist eine Überlegung wert“, sagt Siggemann.

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