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ASV holt alten Bekannten als Nachfolger von Spielmacher Baijens

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Von: Rainer Gudra

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Björn Zintel (links) trägt künftig wieder das Trikot des ASV Hamm-Westfalen.
Björn Zintel (links) trägt künftig wieder das Trikot des ASV Hamm-Westfalen. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Handball-Bundesligist ASV Hamm-Westfalen ist auf der Suche nach einem Spielmacher fündig geworden: Der Aufsteiger verpflichtete den 26-jährigen Björn Zintel von HBW Balingen-Weilstetten.

Hamm - Zintel kommt als Nachfolger von Dani Baijens, der zum künftigen Ligakonkurrenten Hamburg gewechselt ist. Zintel, der bis Mitte 2024 unterschrieben hat, ist in Hamm kein Unbekannter: Von 2015 bis 2018 stand er für drei Spielzeiten im Aufgebot des ASV, erzielte in 106 Zweitliga-Spielen 313 Tore. Er wird sich in der kommenden Saison die Rückraum-Mitte mit dem israelischen Nationalspieler Yonatan Dayan teilen, den der ASV zeitig von den Rimpar Wölfen verpflichtet hatte.

Führungsrolle übernehmen

„Er soll bei uns, ähnlich wie Dani, eine Führungsrolle übernehmen“, sagt Trainer Michael Lerscht, der sicher ist, „dass Björn uns von seinen Fähigkeiten, seinem Charisma her und als Typ helfen kann. Er weiß jedenfalls, was er will“. Dass Zintel schon einmal in Hamm gespielt hat, habe keine Rolle gespielt. „Das ging rein über das Anforderungsprofil. Er hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er eine Mannschaft führen und in der 1. Liga spielen kann“, sagt ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers.

„Dass ich noch viele Freunde und Bekannte in Hamm habe, das ist eine schöne Nebensache. Einzig und alleine das Sportliche hat den Ausschlag gegeben“, bestätigt der Heimkehrer. Zintel, der 2020 vom TV Hüttenberg zu den Balingern kam und für diese bis zum Abstieg in diesem Juni 66 Erstliga-Spiele bestritt, hatte bereits Mitte März mitgeteilt, dass er die Schwaben nach der Saison verlassen wird. „Dani hatte uns ja schon im Januar informiert, dass er gehen wird, und wir sind dann relativ schnell auf Björn gekommen. Die Handball-Welt ist klein“, berichtet Lerscht von einem „Brainstorming“ mit seinem Geschäftsführer. „Beide Seiten haben dann relativ lange gewartet, aber als vor zwei Wochen die Fakten auf dem Tisch lagen, ging alles sehr schnell. Jetzt sind wir glücklich, dass er sich für uns entschieden hat“, sagt Lammers.

In Kiel nicht nur Fotos machen

„Das wird eine große Herausforderung, sich mit den Besten messen zu müssen, nein: zu dürfen“, sagt Zintel. „Ich möchte einerseits der Mannschaft helfen mit der Erfahrung, die ich sammeln durfte. Andererseits hoffe ich auf viel Spielzeit, was ja auch wichtig für meine persönliche Weiterentwicklung ist.“ Weil er sich bis zuletzt auf den Abstiegskampf mit Balingen konzentriert habe, sei Hamm noch ein bisschen weit weg im Kopf.

Er kenne aber noch viele Spieler, „von denen ich weiß, dass es gute Jungs sind und die Mannschaft eine homogene Einheit ist“. Sie, aber auch das Umfeld, dürfte aus seiner Sicht realistisch damit umgehen, „dass wir auch mal mehrere Spiele in Folge verlieren werden“. Man dürfe nur nicht in Ehrfurcht erstarren „vor der stärksten Liga, die sie sicherlich ist. Nur nach Kiel fahren, um ein paar Fotos zu machen, das kann nicht unser Anspruch sein. Aber da haben wir 34 Spiele, um gegenzusteuern“.

Zintel ist beim ASV der siebte Neuzugang nach Linksaußen Alexander Schulze (TVB Stuttgart), Kreisläufer Stefan Bauer (HSC Coburg) und den Rückraumspielern Dayan, Andreas Bornemann (TuS Ferndorf), Savvas Savvas (TV Großwallstadt) und Niko Bratzke (Perspektivspieler vom VfL Eintracht Hagen).

Eine Position ist noch offen. „Wir suchen nach einem gestandenen Bundesliga-Spieler, der Stabilität in unseren Innenblock bringt, aber auch im Rückraum aushelfen kann“, sagt Lammers. Bis zur ersten Zusammenkunft des neuen Kaders am Montag, 18. Juli, soll auch diese Personalie erledigt sein.

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