Fußball-Oberligist setzt Zeichen

Björn Mehnert bleibt Trainer von Westfalia Rhynern

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Björn Mehnert wird auch in der kommenden Saison als Trainer des SV Westfalia Rhynern an der Seitenlinie stehen.

Hamm - Ende des vergangenen Jahres schien es fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Überaus offensiv hatte Björn Mehnert mit einem Engagement bei einem anderen Verein kokettiert. Zuletzt verdichteten sich die Vorzeichen aber immer mehr, dass der 39-jährige Trainer nun doch beim Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern bleibt.

Daher war es keine allzu große Überraschung, als die Verantwortlichen vom Papenloh am Dienstagabend die Verlängerung des Vertrages mit dem Coach um ein weiteres Jahr publik machten.

„In den Gesprächen mit unseren Sportlichen Leitern Martin Schiffer und Matthias Lütkhoff wurde deutlich, dass sich was bewegt, dass da was nach vorne geschoben wird“, erklärte Mehnert sein Umdenken, nun doch mit voller Überzeugung weiter am Papenloh arbeiten zu wollen. „Es muss ja nicht gleich in die Regionalliga hochgehen, zumal wir erst einmal in diesem Jahr die Oberliga halten müssen. Aber es läuft wieder in die richtige Richtung in Rhynern, die entsprechenden Signale habe ich bekommen. Natürlich hat der Verein nicht mehr finanzielle Mittel als im Vorjahr zur Verfügung, wir leben hier weiter knapp an der Kante. Aber es geht auch um strukturelle Dinge, um zu gewährleisten, dass wir oben in der Oberliga mitspielen können. Wir sind jedenfalls ambitioniert.“

Das ist auch Martin Schiffer. Daher war er es in erster Linie, der sich für eine Verlängerung des Engagements von Björn Mehnert in Rhynern ausgesprochen hatte. „Auch wenn es in der Hinserie nicht so toll lief, muss man trotzdem sagen, dass er bei uns eine sehr erfolgreiche Arbeit abliefert. Er hat die fachliche Qualifikation, er kennt die Liga, er kennt den Verein, er kann die Jungs motivieren – für mich ist er für die Oberliga ein überdurchschnittlich guter Trainer, mit dem ich gerne weiter zusammenarbeiten will“, betonte Schiffer, der sich daher gegen die kritischen Stimmen im Verein und im Vorstand durchgesetzt hat, die der Meinung waren, dass dem Oberliga-Team ein wenig frischer Wind durchaus gut tun würde.

„Aber Björn ist erfolgsorientiert, das hat er in den Verhandlungen zum Ausdruck gebracht. Und da ich das auch bin, ergänzt sich das doch perfekt. Das habe ich gegenüber unseren Gremien zum Ausdruck gebracht und dann das Okay bekommen, weiter mit Björn zu arbeiten.“

Bedenken, dass er sich nach dieser langen Zeit, die er mittlerweile am Papenloh arbeitet, abgenutzt hat und seine Akteure nur noch mit einem halben Ohr hinhören, hat der Coach nicht. „Ich denke, dass ich weder im Umgang mit der Mannschaft noch im Verein an der Grenze angekommen bin. Natürlich bin ich schon einige Zeit hier am Papenloh, Aber das ist auch eine Herausforderung. Ich denke, das wird weiter gut klappen“, sagt der Ex-Profi.

Mit einem anderen Trainer hatte Schiffer übrigens nicht verhandelt, sondern sein erster Ansprechpartner war Mehnert gewesen. Nachdem sich beide Seiten schnell einig geworden waren, gab es keinen Grund, noch den Kontakt zu einem anderem Coach zu suchen. Sicher habe ich auch über Alternativen nachgedacht, aber gesprochen habe ich mit keinem“, bestätigt Schiffer.

In der Mannschaft wurde die Vertragsverlängerung von Mehnert nicht von allen Akteuren mit großer Begeisterung aufgenommen. „Es gibt sicher zwei oder drei Spieler, die sich dann im Sommer einen anderen Verein suchen werden. Aber das ist ja normal, weil der eine vielleicht mehr Zuspruch bekommt als der andere oder sich jemand benachteiligt fühlt“, sagte Schiffer. Dustin Wurst zumindest begrüßte es, dass der Coach weiter am Papenloh arbeiten wird. „Bei Mehne weiß jeder von uns, was er einzubringen und was er zu leisten hat. Rhynern hat mit ihm einen Trainer von sehr hoher Qualität“, betonte der Kapitän. „Die Mannschaft wird in der nächsten Saison unter diesem Coach sehr gut aufgestellt und zu 150 Prozent fit sein. Daher finde ich das gut, dass er weiter in Rhynern arbeitet.“

Bis spätestens Ende März will Schiffer die Gespräche mit den Spielern das aktuellen Kaders beendet haben, um zu wissen, mit wem er weiter planen kann und mit wem nicht. Parallel dazu laufen die Kontaktaufnahmen und Verhandlungen mit Akteuren von anderen Vereinen. „Wir haben schon jetzt eine gute Mannschaft. Aber die wollen wir punktuell verstärken“, betonte Schiffer, nachdem er am Dienstagabend die Mannschaft über die Fortsetzung der Arbeit mit Björn Mehnert informiert hatte.

Hier ein Video von Mehnerts erstem Auftritt als Trainer in Rhynern im Sommer 2011:

Als Kapitän feierte der heutige Coach mit der Westfalia 2010 die Meisterschaft in der Westfalenliga:

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