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Bittere letzte Sekunde für den ASV

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Von: Dirk Dörmann

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Jan Brosch traf beim 27:27 in Großwallstadt sechs Mal für den ASV Hamm-Westfalen.
Jan Brosch traf beim 27:27 in Großwallstadt sechs Mal für den ASV Hamm-Westfalen. © Weiss

Erneut bot Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen eine an Dramatik kaum zu überbietende Partie. Nach einem äußerst fragwürdigen Siebenmeter in der Schlusssekunde glich Gastgeber TV Großwallstadt noch zum 27:27 aus und klaute damit den Hammern einen schon sicher geglaubten Sieg. Das Team von ASV-Trainer Michael Lerscht liegt damit zwar immer noch auf dem zweiten Aufstiegsplatz, doch durch den Nordhorner Sieg im Parallelspiel haben die Hammer bei einer Partie mehr nun einen Minuspunkt mehr als der unmittelbare Konkurrent.

Elsenfeld - Als die Großwallstädter Spieler nach dem Schlusspfiff ihr Freudentänzchen aufführten, hatte sich die Aufregung beim ASV immer noch nicht gelegt. In der letzten Sekunde traf der TVG durch einen äußerst umstrittenen Siebenmeter zum 27:27 (13:13)-Endstand, der bei den Hammer Gästen nur großes Kopfschütteln hervorrief. Pierre Busch trat gegen ASV-Keeper Jan Wesemann an, doch dieses Mal konnte der Hammer Torhüter – anders als in Hagen – den Ball nicht parieren.

Überraschend stand beim ASV in einem zerfahrenen und hektischen Spiel Sören Südmeier im Kader, der nach langer Verletzungspause wieder fit war. Dagegen musste Trainer Michael Lerscht auf Alexander Reimann verzichten. Beide Teams suchten zu Beginn der Partie den schnellen Abschluss, nutzten aber nicht immer konsequent die sich bietenden Torchancen. Sowohl auf Seiten der Großwallstädter als auch auf Hammer Seite stand der Deckungsverbund nicht immer geordnet. So entwickelte sich ein schnelles und höchst unterhaltsames Spiel, in dem die Gäste durch Tim Wieling in der elften Minute das erste Mal auf zwei Treffer davon zogen (5:7). ASV-Torhüter Felix Storbeck war nun ebenfalls besser in der Partie und entschärfte mehrere Bälle des TVG aus dem Rückraum. Doch die Gastgeber blieben im Spiel, da auch die Hammer gute Torchancen nicht nutzten oder sich technische Fehler einschlichen. Die Folge war der Ausgleich für den TVG zum 8:8 nach 18 Minuten. Das Spiel wogte nun hin und her, auch erneute Zwei-Tore-Führungen der Hammer sorgten nicht für die nötige Sicherheit. Großwallstadt konnte jedoch seinerseits gute Wurfgelegenheiten nicht in Tore ummünzen. Sie scheiterten entweder am guten Storbeck oder am Pfosten.

Als Marian Orlowski in der 24. Minute mit einem schönen Wurf auf 13:10 erhöhte, sah es so aus, als könne Hamm die Partie nun besser kontrollieren. Aber das Match blieb auf beiden Seiten zerfahren. So nahm Lerscht vier Minuten vor der Pause beim Stand von 13:11 für sein Team eine erste Auszeit, um die Mannschaft neu einzustellen. Doch der gewünschte Effekt blieb aus. Stattdessen trafen Savvas Savvas, der in der kommenden Saison wieder das Trikot des ASV tragen wird, sowie Thomas Rink zum 13:13-Halbzeitstand.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zerfahren. Zahlreiche Ballverluste auf beiden Seiten führten zum Teil zu einfachen Toren. Großwallstadt ging allerdings nun immer wieder in Führung und der ASV musste kämpfen, um nicht den Anschluss zu verlieren. In der 39. Minute traf Savvas zum 19:17 für den TVG, erstmalig führte der Gastgeber mit zwei Toren Vorsprung. Doch Jo Gerrit Genz, Orlowski und Fabian Huesmann drehten schnell das Ergebnis auf 20:19 für Hamm.

Der ASV schaffte es jedoch nicht, entscheidend davonzuziehen. Immer wieder wurden freie Wurfgelegenheiten am Kreis oder von außen vergeben. Dies konnten die Gastgeber jedoch ebenfalls nicht ausnutzen. Ihnen war die Nervosität deutlich anzumerken, immerhin steckt das Team tief im Abstiegskampf. Als Hamm mit 22:20 führte (45. Minute), sah es kurzzeitig so aus, dass der Aufstiegsaspirant sich absetzen könnte. Zumal der eingewechselte ASV-Keeper Jan Wesemann einen Siebenmeter von Pierre Busch parierte. Aber erneut kam Großwallstadt zurück und ging seinerseits beim 23:22 wieder in Führung (51.).

So langsam entwickelte sich das Match – ähnlich wie gegen Lübeck-Schwartau und in Hagen – zu einem Nervenkrimi für die Hammer, zumal das heimische Publikum nun immer lauter wurde und seine Mannschaft vehement anfeuerte. Kreisläufer Jan Brosch war es vorbehalten, in der 54. Minute erneut für den ASV zum 24:24 auszugleichen. Doch die Hausherren fanden immer wieder eine Antwort und setzten die Hammer Gäste ständig unter Druck. Keiner Mannschaft gelang es nun, sich klarer abzusetzen. ASV-Außen Jan von Boenigk traf zur erneuten Führung (57.) und als Huesmann per Siebenmeter zwei Minuten vor dem Ende zum 27:25 verwandelte, jubelten bereits die wenigen mitgereisten Hammer Anhänger. TVG-Trainer Maik Handschke nahm nochmal eine Auszeit und Moritz Klenk verkürzte auf 26:27. Die Dramatik erreichte ihren Siedepunkt, bis Busch die Großwallstädter Party einläutete.

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